Freitag, 18. Oktober 2019

1001 Nacht

Ausgabe 03/2009
Ruhe, Kraft, Erholung & Sinnlichkeit – all das möchte man in seinem Schlafzimmer finden. Sie meinen, das ist unvereinbar? Gesünder Leben zeigt Ihnen, wie’s geht.

Foto: GRAF - fotolia.com
Knapp ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf – Herr und Frau Österreicher gönnen sich sechs bis acht Ruhestunden pro Tag. Erholsamer Schlaf ist wichtig für Körper und Seele. Doch das Schlafzimmer soll nicht nur die Ruheoase sein, wo wir entspannt in Morpheus‘ Arme sinken können, für den Großteil der Österreicher soll er auch bevorzugter Ort sinnlichen Erlebens sein. „Eine liebevolle Gestaltung gerade dieses Raumes ist daher ganz besonders wichtig“, empfielt Prof. Dr. Gerti Senger, Psychologin, Psychotherapeutin und Expertin in Sachen Liebe.

Schlafstörungen sind alles andere als sexy und führen zumeist zu weiteren Problemen in und außerhalb des Schlafzimmers. Erhöhte Reizbarkeit und andauernde Erschöpfung killen Liebe, Lust und Libido und stellen Partnerschaften auf die Probe. Erste Voraussetzung für ein erholsames und vergnügtes Sein im Schlafzimmer sind daher die richtige Wahl von Bett, Matratze und Decke.

Geben Sie sich Platz
Natürliche Materialien wie Holz und Baumwolle sind im Schlafzimmer prinzipiell empfehlenswert. Und die Maße Ihrer Ruhestatt sollten Sie nicht zu knapp bemessen: Die ideale Länge ergibt sich aus Ihrer Körpergröße plus 20 cm und bei der Breite sollten Sie mindestens 90 cm für sich einplanen. Damit der Staub vom Boden nicht allzu leicht auf die Liegefläche gelangt, sollten Sie zumindest 40 cm hoch liegen. Für die richtige Körperstütze und Federung sorgt der Lattenrost, der auch für die Belüftung und die Regulation der Feuchtigkeit der Matratze verantwortlich ist. Der passende Lattenrost sollte sich sanft Ihren Körperkonturen anpassen, kein Softie sein, aber dennoch an den richtigen Stellen – im Schulter- und Hüftbereich – nachgeben.

Ein Lob auf gute Matratzen
Im Bett sollte die Seele baumeln, Alltagssorgen wollen vergessen und die Last von den Schultern genommen werden. Eine passend gewählte Matratze vermeidet Schmerzen im Bereich von Rücken und der unteren Wirbelsäule. Naturmaterialien wie etwa Schafwolle, Rosshaar, Kokos oder Seegras eignen sich besonders gut, denn Schadstoffe haben im Bett nichts verloren. Latex hingegen durchaus – und dies nicht nur in Form von extravaganten Spielereien. Ein elastischer Latexkern in der Matratzenmitte sorgt für die nötige Elastizität bei Vollpolster-Naturmatratzen.

Federkern- und Schaumstoffmatratzen werden von Experten gleichermaßen kritisch betrachtet. Während die Stahlfedern die Körperbewegungen während des Schlafes zu wenig dämpfen, das natürliche Erdmagnetfeld verzerren und sogar Störfelder hervorrufen können, behindern Schaumstoffmatratzen die Bewegungen und damit die Regeneration der Wirbelsäule. Im Trend liegen Wasserbetten, doch außer dem sinnlichen Rauschen haben sie nur wenige Vorteile. Das tiefe Einsinken und ein zumeist schwerer Partner lassen von tiefer Nachtruhe nicht einmal träumen. Paartherapeutin Senger empfiehlt Freiraum im Bett: „Ein Doppelbett mit zwei Einzelmatratzen ist ideal für entspannte Nächte!“ Doch auch das Innenleben ist beim Bettpartner entscheidend. Damit Sie nicht die Katze im Sack kaufen, ist Probeliegen äußerst wichtig. Testen Sie Ihre Lieblingsschlafposition und Sie werden auch zu Hause Spaß und Freude mit und auf Ihrer neuen Matratze haben.

Farbe verführt
Nur wer sanft zu Ihrer Haut ist, sollte Sie auch zudecken dürfen. Pölster und Decken aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Schafwolle, Daunen und Federn regulieren die Feuchtigkeit und sorgen schadstofffrei für wohlige Wärme. Allergikern empfiehlt sich die reine Polyester-Variante und Bettwäsche aus Baumwolle.

Ein kräftiges Rot erregt Augen und Sinne, verführt zu Leidenschaft und wirkt ganz gezielt auf das Lustzentrum im Hirn. Doch wer das Schlafzimmer auch hin und wieder zum Schlafen nutzen mag, sollte zu sanfteren Tönen greifen. „Rote Satin-Bettwäsche und sinnliche Accessoires wie Kissen und Kerzenständer sorgen für eine erotische Stimmung, können aber jederzeit ausgetauscht werden“, rät Senger.

Bei Wänden und Möbeln rät Österreichs Liebesexpertin Nummer eins zu schmeichelnden Pastelltönen wie Rosa und Beige. Damit auch die Herren der Schöpfung ihren Mann stehen können, sollten Sie statt dem rosaroten Prinzessinnen- Zimmer lieber neutralere Töne wählen. Harmonisches Licht ist zudem gefragt, wenn Sie sich in jeder Position attraktiv Schön leben und wohlfühlen wollen. „Ein Dimmer ist in jedem Fall von Vorteil, so kann das Schlafzimmer in zweisamen Momenten in eine sinnliche Kuschellandschaft verwandelt werden.“

Stilmittel & Lustkiller
Ein beweglicher Spiegel bringt Erotik in die Kuschelwelt und sorgt für wesentlich mehr Spannung als Kissen und Kerzen. Expertin Senger weiß, welche anregende Wirkung ein erotisches Spiegelbild haben kann: „Es peppt die Fantasie auf und ist ein Stilmittel der Erotik.“ Ein Fernseher im Schlafzimmer gilt hingegen allgemein als Lustkiller, doch auch hier weiß die Therapeutin aus der Praxis: „Berufstätige Paare finden oft nur wenige romantische Momente der Zweisamkeit. Da kann der Fernseher helfen, näher zusammenzurücken, zu kuscheln und vielleicht einen nächsten sinnlichen Schritt zu tun.“

Zur Ruhe kommen
Während vor dem Liebesspiel ein Glas Sekt durchaus anregende Wirkung haben kann, sollte auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten vor dem Schlafengehen gänzlich verzichtet werden. Auch schwer verdauliche, blähende oder scharfe Speisen und ein Zuviel an Flüssigkeit können zu Schlafstörungen führen. Körperliche Aktivitäten außerhalb des Bettes sollten Sie bis spätestens drei Stunden vor dem Zubettgehen abgeschlossen haben. Vor dem Einschlafen bewährt sich in vielen Fällen ein Entspannungsbad. Dazu gute Musik hören, ein wenig lesen und mit Aromastoffen ein Wohlfühlambiente schaffen. Vor dem Zubettgehen noch eine Tasse Kräutertee trinken und Sie müssen garantiert nicht Schäfchen zählen – träumen Sie süß!

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