Tauche ins Glück ab!

Ausgabe 2019.12/2020.01

Wenn es draußen so richtig kalt ist, gibt es kaum etwas Schöneres, als in einem wohlduftenden Schaumbad zu versinken. Eine Kräuterexpertin verrät, welche Essenzen so richtig guttun und wie man sich sein ganz persönliches Lieblingsbadesalz herstellen kann.


Foto: ©iStock_ YakobchukOlena

Ausgekühlt vom Schneespaziergang, gestresst von den Weihnachtseinkäufen oder leicht angeschlagen durch die Kombination von trockener Heizungsluft und feuchter Kälte – für all das gibt es ein Gegenmittel: ein heißes, duftendes Schaumbad. In der Badewanne kann man loslassen, entspannen, entkrampfen und sogar auch etwas für seine Gesundheit tun. Denn die Wärme des Wassers wirkt positiv auf unseren Körper. Sie entspannt die Muskulatur, nimmt das innere Frösteln und hilft bei stressbedingten Kopfschmerzen. Selbst sich anbahnende Infekte kann man gut bekämpfen, wird doch durch die Wärme des Wassers das Blut anders verteilt und gelangt verstärkt in Lunge und Herz. Durch die erhöhte Kerntemperatur des Körpers werden auch das Immunsystem günstig beeinflusst und die Abwehrkräfte unterstützt.

Mein Bad mein Wohlbefinden

Knisterndes Badesalz mit Knallbrause für Kinder
50 g Getrocknete Kräuter mit 50 g Meersalz und 50 g Knallzucker vermischen, einen Esslöffel Kokosöl einrühren und nach Belieben ätherische Öle (ca. 2 Tropfen) und/oder Lebensmittelfarbe wie etwa Rote-Rüben-Saft, Kurkuma oder Paprikapulver hinzufügen. Fertig!

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Schaumbad

  • 100 g SCI-Pulver (Sodium Cocoyl Isethionate),
  • das sorgt für den Schaum; in der Apotheke erhältlich
  • 50 g Maisstärke
  • 150 g Kokosfettpulver
  • ca. 3–4 Tropfen ätherische Öle nach Belieben
  • wie etwa Zitrusöl

Zutaten einfach vermischen – und genießen!

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Badebomben

  • 200 g Natron
  • 100 g Zitronensäure
  • 30 ml Pflanzenöl, z. B. Olivenöl oder Kokosöl
  • 50 g Speisestärke
  • 5–7 Tropfen ätherisches Öl je nach gewünschtem Duft
  • Lebensmittelfarbe oder getrocknete Blüten und Kräuter
  • optional Honig, Kräuter und Gewürze

Natron und Stärke in einer Schüssel vermengen. Pflanzenöl, ätherische Öle und eventuell Wasser hinzugeben und zu einem Teig verkneten. Zum Schluss die Zitronensäure hinzufügen und nochmals gut durchkneten & in halbierte Tischtennisbälle pressen. Das Natron und die Zitronensäure sorgen für den CO2-Sprudel.


Das richtige Öl für die Wanne

Mit der Wahl des richtigen Badezusatzes kann man die Wohltat noch steigern. Und die verschiedensten Effekte erzielen – von erfrischen bis beruhigen. Zwar gibt es fertige Badezusätze, wer aber seine ganz spezifische Duftnote im Badewasser haben will oder gezielt für bestimmte Beschwerden Abhilfe sucht, ist mit einem selber angefertigten Badeöl oder -salz besonders gut bedient. Die besten Zusätze für das Do-it-yourself-Schaumbad sind vor allem Kräuter und ätherische Öle, wobei es auf die richtige Anwendung ankommt, weiß Patricia Ricci, Molekularmedizinerin und Heilpflanzenexpertin aus Wien. „Wichtig ist es, ein reines ätherischen Öl zu verwenden und kein Parfumöl. Diese sind chemisch hergestellt und deshalb schlechter verträglich.“ Am besten besorgt man sich den Duft seiner Wahl in einer Apotheke oder im Reformhaus. Hier bekommt man auch Öle in Bioqualität.
Mit dem Wunschduft sollte man aber nicht zu verschwenderisch umgehen. Als Dosierung empfiehlt Ricci drei bis vier Tropfen für ein Bad, bei Kindern sogar noch weniger, hier reichen zwei Tropfen. „Damit das Öl nicht nur an der Oberfläche des Badewassers schwimmt und eventuell sogar die Haut reizt, ist es wichtig, einen Emulsionshelfer wie Milch oder Honig zu verwenden. So verteilen sich die Öle besonders gut“, erklärt die Wissenschafterin. Dafür kann man ruhig einen Rest der Vollmilch oder von Schlagobers aus dem Kühlschrank nehmen.

Wirkung je nach Mix
Je nach Wahl des Öls kann man nicht nur verschiedene Duftnoten erzielen, sondern auch unterschiedliche Wirkungen. Ein Favorit der Kräuterexpertin sind Zitrusöle, diese mischen sich mit fast allen anderen Ölen gut: „Zitrusöle in Verbindung mit Nadelölen ergeben eine sehr frische, stimmungsaufhellende Mischung, die auch noch immunstimulierend und konzentrationsfördernd wirkt.“ Gute Kombinationen sind etwa Orange oder Zitrone mit Weißtanne oder Kiefer. Mischt man Zitrusdüfte mit blumigen Düften wie beispielsweise Rosengeranie, Rose oder Ylang-Ylang kann man für eine harmonisierende und stimmungsaufhellende Wirkung sorgen.

Öle für die Gesundheit
Ätherische Öle kann man auch zu gesundheitsfördernden Effekten dem Bad zusetzen, dafür eignen sich zum Beispiel Fichten- oder Kiefernnadelöl sowie Eukalyptus- und Thymianöl bei Erkältungen, diese wirken heilsam auf die oberen Atemwege und bei beginnenden Infekten. Bei Schlafproblemen oder Stress wirken Melisse, Hopfen, Passionsblume und auch Lavendel entspannend. Weitere Helfer im warmen Bad: Kamille bei Entzündungen, Rosmarin gegen das typische Winter-Schlappheitsgefühl, aber auch zur Durchblutung sowie Arnika bei Muskelkater.

So mischt man Düfte

Eine gelungene Duftkomposition besteht aus einer ausgewogenen Mischung von Düften aus Kopf-, Herz- und Basisnoten:

Basisnoten (ca. 10 %) sind schwere Duftnoten und duften am längsten. Dazu gehören vor allem ätherische Öle, die aus Hölzern, Harzen und Wurzeln gewonnen werden, wie z. B. Sandelholz, Zedernholz, Weihrauch, Myrrhe. Auch Patschuli und Vanille gehören zu den Basisnoten.

Herznoten (ca. 40 %) sind meist blumige, weiche Noten. Diese Duftnoten verweilen mittellang. Dazu gehören Rose, Rosengeranie, Lavendel, Ylang-Ylang, Jasmin, Neroli.

Kopfnoten (ca. 50 %) sind frische Duftnoten, die sich schnell verflüchtigen. Diese Düfte nimmt man in einer Mischung als Erstes wahr, sie verfliegen aber auch relativ schnell wieder. Dazu gehören vor allem Zitrusöle, Eukalyptusöle & Nadelöle.

Damit man möglichst lang etwas von seinen ätherischen Ölen hat, sollte man diese gut aufbewahren. Denn Licht, Luft und Hitze können zu Oxidationsprozessen führen und Stoffe bilden, welche die Haut zu reizen vermögen. Dunkle Glasbehälter und möglichst kleine Öffnungen schützen davor. Besonders empfindlich sind Zitrusöle und Teebaumöl. Sie sollte man nach ca. 12 Monaten nicht mehr verwenden. Anders ist es bei Patschuli, Sandelholz oder Weihrauch – diese werden mit den Jahren immer besser.

Getrocknet oder frisch
Kräuter machen aus jedem normalen Wannenbad ein echtes Heilbad. Patricia Ricci: „Man kann Kräuter fein mahlen und direkt in die Badewanne geben. Man kann auch getrocknete Kräuter und Blüten mit Salz mischen und so als Badesalz verwenden oder, wenn man größere Pflanzenteile wie Rosenblüten verwenden möchte, gibt diese in ein Baumwollsäckchen oder wickelt sie in ein Stofftaschentuch, das man zuknotet.“ Verwenden kann man selbst gesammelte und getrocknete Kräuter, aber auch solche aus dem Reformhaus. „Viele Kräuter wie Rosmarin oder Thymian gibt es auch im Winter frisch, vielleicht hat man auch noch einen Lavendel im Garten.“ Verwenden kann man wirklich alles an Kräutern, was man mag. „Selbst alte Kräuterteebeutel eignen sich fürs wohltuende Kräuterbad.“


 

Selbst gemachte Schaumbäder
Wer sich nicht für jedes Bad eigene Essenzen mischen mag, kann sich Badesalze und Schaumbäder in größeren Mengen zubereiten. Natürlich ist dies auch eine tolle Geschenk-idee. Für ein Naturkosmetik-Badesalz (siehe Rezept) braucht man zusätzlich Öl oder Fett. „Dafür eignet sich eigentlich jedes Pflanzenöl, ich nehme besonders gerne Kokosöl“, empfiehlt Ricci. „Das hat tolle hautpflegende Eigenschaften, ist sogar antibakteriell und antiviral und duftet angenehm, aber nicht aufdringlich nach Karibik.“ Kokosöl ist übrigens auch ideal für Badebomben (siehe Rezept), da es selbst bei Raumtemperatur fest bleibt. Für ein hausgemachtes Schaumbad schließlich benötigt man auch ein pflanzliches Tensid. Besonders mild und deshalb gerne in der Naturkosmetik verwendet ist SCI (Natriumcocoylisethionat), ebenfalls aus der Kokosnuss gewonnen. „Wer es gerne bunt mag, kann sowohl Badebomben als auch Schaumbad einfärben. Zum Beispiel mit Lebensmittelfarben oder Pflanzensäften. Das ist alles gut verträglich, ja, man könnte es theoretisch auch essen“, erklärt die Expertin. Mehr als zwanzig Minuten sollte ein heißes Bad nicht dauern, sonst wird der Kreislauf belastet und die Haut trocknet aus. Wer den wohltuenden Effekt aber noch verlängern will, kann sich sein eignes Körperöl, ebenfalls mit ätherischen Ölen, mischen. „Als Ausgangsbasis empfehle ich hochwertige Öle wie Jojoba-, Nachtkerzen- oder Aprikosenkernöl. In diese tröpfelt man ein bis zwei Tropfen des gewünschten Duftes“, rät Patricia Ricci. Wer noch Bienenwachs hinzufügt, kann auch eine Creme und damit einen Kälteschutz für die winterliche Jahreszeit kreieren.

Baden für besondere Verwöhnmomente

Für ein gutes und entspanntes Badeerlebnis sorgen diese Tipps:

  • Die ideale Temperatur für Entspannungsbäder liegt bei 36 bis 38 Grad. In der Badewanne sollte man 10 bis 20 Minuten bleiben. Nicht länger – dem Kreislauf zuliebe und damit die Haut nicht austrocknet.
  • Noch entspannender wird es, wenn man das Licht dimmt, Kerzen aufstellt und ruhige Musik auflegt. Den Kopf kann man auf einem speziellen Badewannennackenpolster, der Saugknöpfe hat, ruhen lassen.
  • Wer seinen Kreislauf fit machen will: Vor dem Verlassen der Wanne einmal kalt abduschen, bei den Füßen beginnen. Dann abtrocknen und in einen bequemen Bademantel oder
  • Pyjama schlüpfen.
  • Wer zu empfindlicher oder trockener Haut neigt, sollte im Anschluss an das Bad eine Pflege mit Feuchtigkeitslotion nicht vergessen. Bei einer beginnenden Verkühlung ist ein Bad mit entsprechenden ätherischen Ölen oder Kräutern zu empfehlen, wer allerdings Fieber hat, sollte darauf verzichten. Die Belastung für den Kreislauf wäre zu hoch.

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