Sonntag, 31. Mai 2020

Tauche ins Glück ab! - Das richtige Öl für die Wanne

Ausgabe 2019.12/2020.01
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Das richtige Öl für die Wanne

Mit der Wahl des richtigen Badezusatzes kann man die Wohltat noch steigern. Und die verschiedensten Effekte erzielen – von erfrischen bis beruhigen. Zwar gibt es fertige Badezusätze, wer aber seine ganz spezifische Duftnote im Badewasser haben will oder gezielt für bestimmte Beschwerden Abhilfe sucht, ist mit einem selber angefertigten Badeöl oder -salz besonders gut bedient. Die besten Zusätze für das Do-it-yourself-Schaumbad sind vor allem Kräuter und ätherische Öle, wobei es auf die richtige Anwendung ankommt, weiß Patricia Ricci, Molekularmedizinerin und Heilpflanzenexpertin aus Wien. „Wichtig ist es, ein reines ätherischen Öl zu verwenden und kein Parfumöl. Diese sind chemisch hergestellt und deshalb schlechter verträglich.“ Am besten besorgt man sich den Duft seiner Wahl in einer Apotheke oder im Reformhaus. Hier bekommt man auch Öle in Bioqualität.
Mit dem Wunschduft sollte man aber nicht zu verschwenderisch umgehen. Als Dosierung empfiehlt Ricci drei bis vier Tropfen für ein Bad, bei Kindern sogar noch weniger, hier reichen zwei Tropfen. „Damit das Öl nicht nur an der Oberfläche des Badewassers schwimmt und eventuell sogar die Haut reizt, ist es wichtig, einen Emulsionshelfer wie Milch oder Honig zu verwenden. So verteilen sich die Öle besonders gut“, erklärt die Wissenschafterin. Dafür kann man ruhig einen Rest der Vollmilch oder von Schlagobers aus dem Kühlschrank nehmen.

Wirkung je nach Mix
Je nach Wahl des Öls kann man nicht nur verschiedene Duftnoten erzielen, sondern auch unterschiedliche Wirkungen. Ein Favorit der Kräuterexpertin sind Zitrusöle, diese mischen sich mit fast allen anderen Ölen gut: „Zitrusöle in Verbindung mit Nadelölen ergeben eine sehr frische, stimmungsaufhellende Mischung, die auch noch immunstimulierend und konzentrationsfördernd wirkt.“ Gute Kombinationen sind etwa Orange oder Zitrone mit Weißtanne oder Kiefer. Mischt man Zitrusdüfte mit blumigen Düften wie beispielsweise Rosengeranie, Rose oder Ylang-Ylang kann man für eine harmonisierende und stimmungsaufhellende Wirkung sorgen.

Öle für die Gesundheit
Ätherische Öle kann man auch zu gesundheitsfördernden Effekten dem Bad zusetzen, dafür eignen sich zum Beispiel Fichten- oder Kiefernnadelöl sowie Eukalyptus- und Thymianöl bei Erkältungen, diese wirken heilsam auf die oberen Atemwege und bei beginnenden Infekten. Bei Schlafproblemen oder Stress wirken Melisse, Hopfen, Passionsblume und auch Lavendel entspannend. Weitere Helfer im warmen Bad: Kamille bei Entzündungen, Rosmarin gegen das typische Winter-Schlappheitsgefühl, aber auch zur Durchblutung sowie Arnika bei Muskelkater.

So mischt man Düfte

Eine gelungene Duftkomposition besteht aus einer ausgewogenen Mischung von Düften aus Kopf-, Herz- und Basisnoten:

Basisnoten (ca. 10 %) sind schwere Duftnoten und duften am längsten. Dazu gehören vor allem ätherische Öle, die aus Hölzern, Harzen und Wurzeln gewonnen werden, wie z. B. Sandelholz, Zedernholz, Weihrauch, Myrrhe. Auch Patschuli und Vanille gehören zu den Basisnoten.

Herznoten (ca. 40 %) sind meist blumige, weiche Noten. Diese Duftnoten verweilen mittellang. Dazu gehören Rose, Rosengeranie, Lavendel, Ylang-Ylang, Jasmin, Neroli.

Kopfnoten (ca. 50 %) sind frische Duftnoten, die sich schnell verflüchtigen. Diese Düfte nimmt man in einer Mischung als Erstes wahr, sie verfliegen aber auch relativ schnell wieder. Dazu gehören vor allem Zitrusöle, Eukalyptusöle & Nadelöle.

Damit man möglichst lang etwas von seinen ätherischen Ölen hat, sollte man diese gut aufbewahren. Denn Licht, Luft und Hitze können zu Oxidationsprozessen führen und Stoffe bilden, welche die Haut zu reizen vermögen. Dunkle Glasbehälter und möglichst kleine Öffnungen schützen davor. Besonders empfindlich sind Zitrusöle und Teebaumöl. Sie sollte man nach ca. 12 Monaten nicht mehr verwenden. Anders ist es bei Patschuli, Sandelholz oder Weihrauch – diese werden mit den Jahren immer besser.

Getrocknet oder frisch
Kräuter machen aus jedem normalen Wannenbad ein echtes Heilbad. Patricia Ricci: „Man kann Kräuter fein mahlen und direkt in die Badewanne geben. Man kann auch getrocknete Kräuter und Blüten mit Salz mischen und so als Badesalz verwenden oder, wenn man größere Pflanzenteile wie Rosenblüten verwenden möchte, gibt diese in ein Baumwollsäckchen oder wickelt sie in ein Stofftaschentuch, das man zuknotet.“ Verwenden kann man selbst gesammelte und getrocknete Kräuter, aber auch solche aus dem Reformhaus. „Viele Kräuter wie Rosmarin oder Thymian gibt es auch im Winter frisch, vielleicht hat man auch noch einen Lavendel im Garten.“ Verwenden kann man wirklich alles an Kräutern, was man mag. „Selbst alte Kräuterteebeutel eignen sich fürs wohltuende Kräuterbad.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Tauche ins Glück ab!
Seite 2 Das richtige Öl für die Wanne
Seite 3 Selbst gemachte Schaumbäder

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