Dienstag, 11. Dezember 2018

Tattoo: Soll ich es wagen?

Ausgabe 09/2010
Das diskrete „Geweih“ der Nachbarin schaut irgendwie witzig aus, sogar sexy. Das Urlaubssouvenir Henna-Tattoo verschwindet nach ein paar Wochen ja ohnehin von selbst. Vorsicht ist jedoch hier wie dort angebracht, wie Univ.-Prof. Dr. Werner Aberer, Vorstand der Hautklinik an der MedUni Graz, warnt.

Foto: ericsphotography - istockphoto.com
Permanente Tattoos
Die Entscheidung für ein permanentes Tattoo will gut durchdacht sein – keinesfalls sollten Sie diese Entscheidung spontan und in Partylaune treffen! Denn Sie tragen es in der Regel lebenslang. Zwar wird leider oft sogar in Ärztekreisen propagiert, dass moderne Laser jedes Tattoo entfernen können, in der Praxis stimmt das jedoch so nicht. Die Entfernbarkeit hängt u.a. mit der Tiefe der Tätowierung und der verwendeten Tinte zusammen. Wobei es für Letztere derzeit keine gesetzliche Regelung gibt: Tinten sollten für die Injektion in die Haut zugelassen sein, solche gibt es aber noch nicht!

Zu den Hygienerisiken: Diesbezüglich hat sich die Situation in Österreich sehr gebessert. In offiziellen Tattoo-Studios wird üblicherweise sauber gearbeitet, und die Hygiene-Regeln werden beachtet, sodass das Risiko, sich mit Hepatitis, Tuberkulose, HIV und anderen Infektionskrankheiten anzustecken, verschwindend gering ist. Vorsicht ist jedoch geboten bei „Hinterhofstudios“ in exotischen Urlaubsländern, auch wenn die Angebote noch so verlockend und preisgünstig sind!

Henna-Tattoos
Diese Tattoos sind sehr beliebt, weil sie als „vorübergehend und harmlos“ gelten. Tatsächlich kann man sich mit Henna- Tattoos massive Probleme einhandeln. Denn die verwendeten Farbstoffe enthalten nicht nur Henna, sondern meist auch Paraphenylendiamin in sehr hoher Konzentration. Diese Substanz ist Bestandteil vieler Haarfärbemittel, Kosmetika und Textilfarbstoffe sowie von Medikamenten. Als hervorragendes Färbemittel kann sie aber in zu hoher Konzentration bei Hautkontakt schwerwiegende Allergien auslösen.

Wir beobachten relativ häufig, dass Henna-Tattoos nicht wie propagiert nach ein paar Wochen verblassen und verschwinden. Es können schmerzhafte entzündlich- allergische Reaktionen durch den Farbstoff entstehen, die sehr lange bestehen bleiben. Das größte Problem ist aber, dass Betroffene in der Folge lebenslang allergisch gegen Paraphenylendiamin bleiben und somit auf alle Produkte, die diese Substanz enthalten, überempfindlich reagieren. Henna-Tattoos sind daher keineswegs harmlos. Finger weg!

Klebe-Tattoos
Diese besonders bei Kindern beliebten „Abziehbilder“ für die Haut sind sicherlich die beste und ungefährlichste Alternative, sie werden gut vertragen. Der Nachteil ist klar: Die bunten Bilderchen halten bestenfalls ein paar Tage, oft sind bereits nach einem Tag erste Auflösungserscheinungen zu beobachten.

Genau darin liegt aber eine kaum bekannte „Gefahr“. Je mehr dieses Tattoo, das meist am Unterarm oder an der Wange angebracht wird, gehegt und gepflegt wird, desto länger deckt das Tattoo die Haut ab und verhindert eine schützende Pigmentierung. Löst sich das Klebe-Tattoo dann ab, ist diese Stelle besonders empfindlich gegen Sonne, es können an dieser Stelle starke Sonnenbrände entstehen. Diese klingen zwar in der Regel ohne Probleme ab, sind aber während weniger Tage schmerzhaft und über längere Zeit kosmetisch störend. Wenn Sie Ihrem Kind ein Klebe-Tattoo gestatten, und dagegen spricht grundsätzlich aus ärztlicher Sicht nichts, dann bitte nicht vor oder im Urlaub in Zusammenhang mit häufig intensiver Sonnenbestrahlung!

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