Samstag, 23. Februar 2019

Sonne - aber sicher!

Ausgabe 05/2012
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Wenn die Sonne scheint, strahlt unser Lächeln und auch der Teint. Sonne macht schön – vorausgesetzt man hört auf seine Haut. Mit diesen Sicherheitstipps kommen Sie glücklich, gebräunt und sonnengeküsst durch den Sommer.

Foto: Nivea
Sonne tut einfach gut. Erwiesenermaßen wirkt Sonne wie Doping für den Körper. Die warmen Strahlen gelangen über die Netzhaut der Augen zur Zirbeldrüse, quasi unsere Kommandozentrale im Gehirn, die für Hormone, Stoffwechsel und Schlaf zuständig ist. Durch die Lichteinwirkung werden dort vermehrt körpereigene Glückshormone (Beta-Endorphine) gebildet. Gleichzeitig wird die Produktion des Schlafhormons Melatonin unterdrückt und Stresshormone wie Adrenalin werden in Schach gehalten. Zudem tanken wir bei Sonnenschein rund 50.000 bis 100.000 Lux. Zum Vergleich: In den meisten Büros entspricht die Helligkeit nur etwa 500 Lux. Das regt Atmung, Durchblutung und Stoffwechsel an, erhöht den Kalorienverbrauch, lässt die Haare schneller wachsen, stärkt das Immunsystem, verbessert die Wundheilung und regt den Körper zur Bildung des für die Knochen so wichtigen Vitamin D an. Und last but not least: Sonne macht sexy! Und zwar nicht nur, weil helles Licht die Lust steigernden Sexualhormone in der Hirnanhangsdrüse in Wallung bringt, sondern auch, weil die Haut diesen lang ersehnten goldigen Bronzeton erhält. Herrlich!

Sonnen- & Schattenseiten. Doch zur Sonne gehören unweigerlich auch Schattenseiten. UV-Strahlen sind leider brennend daran interessiert, der Haut zu schaden. Fakt ist: Alle sichtbaren Zeichen der Hautalterung wie Falten, Pigmentflecken, erweiterte Äderchen und Elastizitätsverlust werden durch Sonneneinstrahlung maßgeblich verstärkt. Auch die vermehrten Fälle von Hautkrebs sind auf einen gesteigerten Sonnenkonsum zurückzuführen. Denn jedes Sonnenbad löst einen Anstieg von freien Radikalen im Körper aus, schädigt die Zellkerne (DNS) und schwächt das hauteigene Abwehrsystem. Die aggressiven Sauerstoffteilchen zerstören die tief in der Haut liegenden collagenen und elastinen Fasern und provozieren so vorzeitige Faltenbildung und Erschlaffung des Bindegewebes. Jedes Sonnenbad bedeutet Stress für die Haut, von dem sie sich mindestens zwölf Stunden lang erholen muss. Und zwar sogar dann, wenn die typischen Anzeichen eines Sonnenbrands ausbleiben.

Sonnenrisiko lauert überall. Um Schäden frühzeitig zu erkennen empfehlen Ärzte einmal jährlich zum dermatologischen Haut-Screening (Muttermal-Check) zu gehen und in der Sonne auf konsequenten Schutz zu setzen. Was dabei viele nicht wissen: Nur 20 Prozent der Sonnenschäden entstehen beim Sonnenbad im Urlaub; 80 Prozent werden während des restlichen Jahres verursacht. Auch beim unfreiwilligen Sonnenbad (Joggen, Stadtbummel) ist die Haut ultravioletter Strahlung ausgesetzt. Tückisch: Etwa 50 Prozent der UVA/UVB- Strahlen dringen auch durch Wolkendecken und erreichen so die Haut. Wichtig daher: Vergessen Sie nicht den täglichen Sonnenschutz in Pflegecremes oder Make-up-Produkten. Wer ein zusätzliches Sonnenbad plant, sollte jedenfalls Breitband-Schutzprodukte (UVA und UVB) einpacken.

Sonnenschutz: Welcher passt zu mir? In Sachen Faktor-Wahl gilt: Je heller der Hauttyp, desto höher der Lichtschutzfaktor (LSF). Dieser Schutzfaktor sagt aus, wie lange sich durch die Creme der Eigenschutz der Haut, der übrigens selbst bei sonnenrobusten, dunklen Hauttypen maximal 20 Minuten anhält, verlängert. Ein häufiger Irrglaube ist, dass man diese Schutzzeit ausdehnen kann, indem man regelmäßig nachschmiert. Das stimmt jedoch nicht. Durch erneutes Auftragen der Sonnencreme werden lediglich Sicherheitslücken geschlossen, die z. B. durch Schwitzen oder Verreiben entstanden sind. Apropos Lücken: Seien Sie mit der Schutzcreme nicht sparsam. Studien haben gezeigt, dass bei zuwenig Creme nur ein Drittel des Schutzfaktors (also z. B. nur LSF 5 statt LSF 15) erreicht wird, da durch Reibung schneller Lücken entstehen. Gecremt wird idealerweise 30 Minuten vor dem Sonnenbad – solange braucht der SPF nämlich um seine Wirkung voll zu entfalten.

sonneFoto: Nivea

Gel oder Creme? Die Texturwahl der Sonnenlotion ist Geschmacks- und Hautsache. Generell gilt: Wer trockene Haut hat, ist mit einer fetthaltigen Creme gut beraten. Ölige Haut liebt hingegen frische Gel-Konsistenzen. Auch für den Körper sind fettfreie Gels ideal, denn sie lassen sich leicht verteilen und ziehen rasch ein; Wassersportler setzen auf die „waterproof“-Variante. Praktisch: Sun-Sprays werden einfach auf die Haut gesprüht und sind bei starker Behaarung angenehm. Fürs Gesicht unbedingt einen reichhaltigen Spezialschutz verwenden, da die Haut dort extrem empfindlich ist. Exponierte Stellen wie Fußrücken, Nase und Schultern bieten ultravioletten Strahlen viel Angriffsfläche und sollten daher mit Sunblockern geschützt werden. Wer zu einer Sonnenallergie neigt, setzt auf dermatologisch getestete Produkte aus der Apotheke. Auch Anti-Histamin-Kapseln wirken vorbeugend. Von der UV-Strahlendosis, die ein Mensch in seinem Leben abbekommt, treffen ihn zwischen 50 und 80 Prozent übrigens vor dem 18. Lebensjahr. Junge Kinderhaut braucht daher eine Schutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor, die besonders wasser- und reibfest ist.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Sonne - aber sicher!
Seite 2 Schutz von innen

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