Sonne? Aber sicher!

Ausgabe 2020.06

Frühzeitige Hautalterung hat vor allem einen Grund: mangelhaften Sonnenschutz! Wie man die warmen Strahlen trotzdem genießen kann? GESÜNDER LEBEN hat alle Antworten für einen wunderschönen Sommer.


Foto: © iStock - Ridofranz

Einen Sonnenbrand will niemand ris - kieren. Denn dann ist die Haut feuer - rot und im schlimmsten Fall bilden sich schmerzhafte Blasen. Dass die Haut aber nicht erst leidet, wenn es zu einer solchen UV-Schädigung gekommen ist, wissen leider die wenigsten. Doch Fakt ist: „Je - des Sonnenbad löst einen Anstieg von freien Ra - dikalen im Körper aus, schädigt die DNS in den Zellkernen und schwächt das hauteigene Ab - wehrsystem“, erklärt Dr. Julia Latzka, Dermato - login bei Woman & Health in Wien.

Sonnenbrand:

Nicht hingreifen
Hitze und Rötungen sind zwar unange - nehm, es sind aber Zeichen dafür, dass sich die Haut selbst repariert. Versuchen Sie, diesen Prozess nicht zu beeinflussen. Jede Berührung führt zu weiteren Rei - zungen.

After-Sun-Lotion
Diese Lotionen enthalten beruhigende Inhaltsstoffe wie Allantoin, Panthenol, Thermalwasser oder Vitamine. Sie durchfeuchten die Haut und wirken an - genehm kühlend.

Brandsalben
In der Apotheke gibt es spezielle Salben, die bei Verbrennungen oder Verbrühun - gen zum Einsatz kommen. Verwenden Sie diese Produkte ruhig auch gegen ei - nen Sonnenbrand. Sie wirken entzün - dungshemmend und kühlen die Haut.

UV-Schäden sind nicht sichtbar
Das Tückische an solchen UV-Belastungen ist, dass man sie nicht auf Anhieb sehen kann. „Zellschäden entstehen tief im Inneren der Haut, lange bevor äußerliche Anzeichen eines Sonnenbrandes, wie z. B. Rötungen und Brennen, zu erkennen oder zu spüren sind“, warnt die Expertin. Vor allem kollagenes und elastines Gewebe nimmt durch die Strahlung Schaden. Werden solche Strukturproteine abgebaut, verliert die Haut Spannkraft und Festigkeit. Die Folge kennt jeder und wünscht sich niemand: nämlich eine faltige und schlaff wirkende Haut. Kommen Schädigungen an den Pigmentzellen hinzu, sieht der Teint fleckig, müde und verbraucht aus.

Sonnenschäden summieren sich
„Gefährlich ist vor allem auch, dass sich UV-bedingte Beeinträchtigungen im Laufe der Zeit summieren“, erklärt Dr. Latzka weiter. Die Haut besitzt eine Art UV-Gedächtnis. Es sitzt in den Mitochondrien und behält Spuren von sämtlichen Sonnenschäden, die uns jemals widerfahren sind. Über die Jahre kann es zu einer chronischen Überbeanspruchung kommen. Die Folgen davon betreffen dann nicht mehr nur unser Spiegelbild, sondern vor allem unsere Gesundheit. „Man muss es leider mit aller Deutlichkeit sagen: UV-Strahlung ist der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs“, so die Dermatologin.

Schützen Sie sich
Die gute Nachricht lautet aber: Sonnenlicht ist zwar schädlich, doch wir sind ihm nicht schutzlos ausgeliefert. Jeder hat es selbst in der Hand, wie viel Sonne er seiner Haut zumutet. Und damit ist nicht gemeint, dass wir Sonnenbäder gänzlich vermeiden müssen. Sonnenschutz gibt es in vielfältiger Form. Am effektivsten kann langärmelige Kleidung die schädlichen Strahlen abschirmen. Und auch gezieltes Einschmieren mit Sonnencreme bietet umfassenden Schutz. Dr. Latzka erklärt: „Entscheidend für eine zuverlässige Prävention ist nicht nur die Wahl des UV-Schutzes, sondern vor allem ein gutes Verständnis für dessen Anwendung.“

Achtung, jetzt knallt’s!

Knallig. Strahlend. Intensiv. Die Make-up-Trends der Saison zeigen, dass Farbe fröhlich macht. GESÜNDER LEBEN verrät, wie man die vorwitzigen Farbtupfer richtig trägt

Die Hitze des Sommers macht schwindlig. Und mutig. Sie macht Lust auf etwas mehr Leuchtkraft im Look. Und genau das machen die neusten Farbtrends nun möglich. Das Make-upMotto des Sommers 2020 lautet: Lass es leuchten!

Augen: blau wie das Meer
Die Farben des Ozeans sind tief, schillernd und klar. Und sie sind nicht nur absolut angesagt, sondern vor allem absolut vielseitig einsetzbar. Die aquartische Farbpalette reicht von einem satten Südseegrün über dunkle Nordsee-Nuancen bis hin zu einem kristallklaren Eisblau. Als Make-up-Regel gilt hierbei: Grüne Augen lieben dunkelblauen Eyeshadow. Braune Augen werden durch Türkis und Hellblau zum Strahlen gebracht. Und blaue Augen passen zu royalen Farben wie Königsblau oder violett-stichigen Blau-Nuancen.

Nägel: alle Farben der Sonne
Was das Nageldesign angeht, hat man es in diesem Sommer leicht. Man orientiert sich einfach an den Farben der Sonne und schon hat man den perfekten Look. Ob es das satte Orange beim Sonnenaufgang, das goldige Strahlen der Mittagssonne oder ein romantisches Sunset-Pink ist: Nägel strahlen heuer mit der Sonne um die Wette. Kleiner Tipp: Die leuchtenden Farben wirken auf kurzen Nägeln am besten.

Lippen: klassisch, aber farbenfroh
Rot ist Klassiker und Trend in einem. Mit rotem Lippenstift macht man auch dieser Tage nichts falsch. Doch Vorsicht: Passen Sie den Rotton unbedingt der Farbe Ihrer Zähne an. Gelbliche Verfärbungen können nämlich intensiver wirken, wenn man einen roten Lippenstift mit orangem Unterton verwendet. Besser sind blaustichige Rottöne. Sie bringen Zähne und Lächeln zum Leuchten.


 

Das UV-Risiko lauert überall
„Anders als viele glauben, ist Sonnenschutz nicht nur im Urlaub notwendig“, sagt die Dermatologin. Nur ein Bruchteil dermatologischer Sonnenschäden entsteht in den Ferien. Ein Großteil ist die Folge von alltäglicher Nachlässigkeit und einer jahrelangen UV-Bestrahlung. Ob beim Einkaufsbummel durch die Stadt, auf dem Weg zur Arbeit, beim Joggen oder Gassigehen mit dem Hund: Die gefährlichen Strahlen lauern überall und jederzeit. Selbst hinter Fensterglas ist man nicht immer sicher. „Nur speziell getönte Scheiben halten langwellige UVA-Strahlen ab“, so Dr. Latzka.

UVA- und UVB-Strahlung: Guter Schutz schirmt beides ab
Sonnenschutz ist eine tägliche Pflicht. Die Expertin rät: „Prinzipiell sollte man in unseren Breitegraden von circa März bis September untertags eine Sonnenschutzcreme anwenden. Da kommt am besten eine wasserfeste Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor und einem UVA- und UVB-Breitbandfilter infrage. Der Lichtschutzfaktor gibt den Schutz vor UVB-Strahlung an und sollte mindestens LSF30+, besser aber LSF50+ betragen. Bei Lichtschutzfaktor 50, kann man 50-Mal länger in der Sonne sein, als ohne Sonnenschutz. Man darf jedoch nicht vergessen, dass der Eigenschutz vom Hauttyp abhängig ist und bei hellen Hauttypen allerhöchstens 30 Minuten beträgt. Daher rate ich immer zum höchsten Lichtschutzfaktor. Wichtig ist auch ein guter UVA-Filter. Sonnenlicht besteht zu fast 95 Prozent aus UVA-Strahlen, welche für Folgeschäden wie Hautkrebs sowie vorzeitige Hautalterung und Sonnenallergie verantwortlich sind. Ein guter UVA-Schutz sollte etwa ein Drittel des UVB-Schutzes betragen und wird durch das UVA-Symbol auf der Creme gekennzeichnet.“

So geht’s: Sonnencreme richtig anwenden
Sonnenschutzprodukte unterscheiden sich neben der Höhe des LSF auch nach der Art des verwendeten UVFilters. Es gibt chemische und physikalische Filter. Letztere erkennt man am weißen Film, den sie auf der Haut hinterlassen. Sie bestehen aus mikroskopisch kleinen Partikeln (z. B. aus Titanoxid), die sich lückenlos auf die Haut legen und einfallende UV-Strahlen reflektieren. Der Vorteil: Physikalische Filter wirken unmittelbar nach dem Auftragen. Chemische Filter hinterlassen dagegen keinen weißen Film, müssen dafür aber erst in die Haut eindringen, um dort die energiereiche UV-Strahlung aufzufangen und unschädlich zu machen. „Ihr Schutz beginnt zeitverzögert, weshalb Cremes mit chemischen Filtern etwa 20 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden sollten“, rät Dr. Latzka

Sonnenbrand trotz Sonnencreme?
„Das ist sogar mir schon passiert“, scherzt die Dermatologin. Die häufigste Ursache hierfür ist, dass nicht sorgsam genug gecremt und einzelne Stellen vergessen wurden. „Besonders oft kommen die Ohren, die Nase, die Kniekehlen und der Fußrücken zu kurz“, warnt die Expertin. Übrigens: Durch erneutes Eincremen kann man zwar durch Schweiß oder das Reiben von Kleidung entstandene Sicherheitslücken schließen, man kann aber nicht den Zeitraum verlängern, in dem man vor UV-Strahlung geschützt ist. Was dagegen immer noch am allerwirksamsten ist, um Sonnenschäden umfassend zu entkommen: sich mit einem kühlen Drink in der Hand an ein schattiges Platzerl zurückziehen. Hier ist es ohnehin viel angenehmer als in der sengenden Sonne. Wir raten: Genießen Sie den Sommer – von seiner coolsten Seite.

 

Sonnenschein im Haar

Strahlende Sommermähnen – wer will diese nicht? Wer seine Haare auch im Sommer richtig pflegt, leuchtet mit der Sonne um die Wette. So geht`s!

Sobald der Sommer kommt, schwindet der Glanz aus unseren Haaren. Die Strähnen sind stumpf, brüchig und wirken insgesamt strohig. Woran das liegt? An ultravioletten Sonnenstrahlen, die unsere Haare tagtäglich angreifen!

Warum UV-Schutz so wichtig ist Anders als die Haut haben die Haare keinen Eigenschutz gegen UV-Strahlung. Sie bilden weder Melatonin noch können sie sich aus eigener Kraft regenerieren. Sie sind ultravioletter Strahlung schutzlos ausgeliefert. Folge: Sonnenlicht zerstört die Farbpigmente und entzieht dem Haar wertvolle Feuchtigkeit. Der Glanz geht verloren, die Farbintensität ebenfalls. Oft verändert sich auch die Haarstruktur. Wie staubtrockener Wüstenboden kann der Haarschaft regelrecht aufbrechen. Spliss, Frizz und ein lebloser Look sind im Sommer daher keine Seltenheit.

So schützen Sie Ihr Haar im Sommer!

GESÜNDER LEBEN hat die drei wichtigsten Tipps für schönes und gesundes Sommerhaar:

1. Sonnenschutz ist Pflicht
UV-Schutzprodukte gibt es nicht nur für die Haut, sondern auch für das Haar. Sie werden meistens auf die feuchten Haare gesprüht und schützen vor Hitze, Strahlung und Feuchtigkeitsverlust. Wichtig: Wenden Sie solche Sprays nicht nur an, wenn Sie am Badesee oder im Garten sind. Vor allem alltäglicher UV-Kontakt belastet das Haar und muss abgefangen werden.

2. Direkte UV-Strahlung vermeiden
Im Schatten sind Haut und Haar am sichersten. Ist es jedoch nicht möglich, sich ausschließlich im Schatten aufzuhalten, schützt man die Sommermähne anders: Kopftücher, Hüte, breite Haarbänder und alle anderen Kopfbedeckungen schirmen die empfindlichen Strähnen sowie die Kopfhaut ab. Auch diese kann nämlich durch Sonnenlicht Schaden nehmen.

3. Je kühler, desto besser
Hitze ist Gift für die Haare. Heiße Temperaturen lassen gespeicherte Feuchtigkeit aus dem Haar verdampfen und brüchig werden. Daher gilt: die Haare im Sommer niemals mit zusätzlicher Hitze strapazieren. Heiße Föhnluft und Waschtemperaturen sollten vermieden werden. Gönnen Sie dem Haar zudem regelmäßige Feuchtigkeitspflege durch spezielle Hydro-Shampoos und -kuren. Es wird es Ihnen danken. Und zwar mit einem seidigen Glanz, der mit der Sonne um die Wette strahlt. Einfach wunderschön!

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