Samstag, 31. Oktober 2020

Von Kopf bis Fuß ein perfekter Sommer!

Ausgabe 2020.07-08
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Foto: © iStock-PeopleImages

Wasser ist lebensnotwendig, Wasser ist kostbar. Wasser erfrischt. „Aber“, so der Wiener Dermatologe Dr. Babak Adib, „Wasser kann auch die Haut austrocknen. Vor allem dann, wenn noch Chlor oder Salz hinzukomm. Das bedeutet eine Doppelbelastung für die Haut. Um sie nicht zusätzlich zu stressen, sollte man ausschließlich ein pH-neutrales Duschgel verwenden, sich nur kurz und lauwarm duschen und als Pflege eine feuchtigkeitsspendende Lotion verwenden. Um Haut und Haar gut durch den Sommer zu bringen und Schäden zu vermeiden, sollten wir darauf achten, uns nach jedem Bad in Chlorwasser oder in Salzwasser abzuduschen und uns – auch zwischen den Zehen – gut abzutrocknen. Das Tragen von Badeschuhen in öffentlichen Duschen schützt vor der Ansteckung mit Fußpilz. Um die Beanspruchung durch Sonne, Wasser und Wind möglichst gering zu halten, macht es Sinn, ein mildes Shampoo zu verwenden und von Zeit zu Zeit Feuchtigkeitspackungen auf das Haar aufzutragen.“ Nicht nur Menschen mit schütterem oder dünnem Haar sei geraten, in der Sonne einen Hut oder eine Kappe zu tragen – für Kinder gelte das auch im Schatten. Für den Aufbau von Vitamin D, das zu 80 Prozent durch das Sonnenlicht gebildet wird, genüge ein zehnminütiger täglicher Aufenthalt in der Sonne. „Ich als Dermatologe empfehle jedoch eher, Kapseln zu nehmen, weil wir fast alle unter Vitamin-D-Mangel leiden und für viele Menschen selbst zehn Minuten in der Sonne ohne Sonnenschutz zu viel sind. Denn im Freien sollte man unbedingt eine gute Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen, weil die Haut keinen Sonnenbrand vergisst“, so der Experte. „Mit jeder Bräune schädigen wir irreversibel unsere Hautzellen. Erkrankungen der Haut, etwa Sonnenallergien oder Hautkrebs nehmen von Jahr zu Jahr zu. Sich vor diesen vermeidbaren Erkrankungen so weit wie möglich zu schützen, gehört mittlerweile auch in unseren Breiten einfach dazu. Es reicht allerdings nicht, den Sonnenschutz einmal pro Tag aufzutragen, er gehört nach jedem Aufenthalt im Wasser erneuert, denn wirklich wasserfest ist keiner.“ Qualitativ hochwertige Kosmetikprodukte mit Lichtschutzfaktor würden Gesicht und Hals schützen, eine geprüfte Sonnenbrille mit UV-Schutz die Augen. Menschen, die empfindliche Augen haben oder eine Operation an den Augen hatten, sollten beim Schwimmen eine Schwimmbrille verwenden, und wer Kontaktlinsen benützt, ebenso. Adib: „Bei leichten Entzündungen der Augen, die durch die Kombination Sonne, Wasser, Sand und Wind doch relativ häufig sind, wirken lauwarme Kamillenteesäckchen, wie Pads auf die Augen gelegt, sowie reinigende Augentropfen beruhigend.“ Wenn die Entzündung nach zwei Tagen nicht besser ist, könnte es sich um eine bakterielle Infektion handeln, die vom Arzt mit einer Verschreibung von Antibiotika zu behandeln sei. Fazit: Mit unserer Haut sollten wir pfleglich umgehen, sie ist unser größtes Organ, sie hält unseren Körper zusammen und beschützt ihn.

Sonnenschutz und Hut schützen Nase und Ohren
Stirn, Nase und Ohren sind vorspringende Gesichtsteile und schutzlos der Sonne ausgeliefert. Und dennoch wid - men wir ihnen zu wenig Aufmerksamkeit. „Sonnenschutz wird überall am Körper verteilt, aber die Nase und insbe - sondere die Ohren werden dabei sehr oft vergessen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Dietmar Thurnher, Klinikvorstand der HalsNasen-Ohren-Universitätsklinik Graz. Die Folgen davon sind eindeutig und sehr dramatisch. „Wir operieren mit steil zunehmender Häufigkeit verschiedene Hautkrebstumore in diesen Bereichen und raten dringend dazu, in den Som - mermonaten Sonnenschutz aufzutragen, in der Sonne im - mer einen Hut zu tragen und die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr zu meiden.“ Die meisten Entzündungen, mit denen der Mensch in diesen Bereichen sonst zu tun hat, gehen im Sommer zurück. Probleme gibt es jedoch sehr wohl mit den Ohren, die allerdings sind nicht dem Wasser geschuldet, wie wir oft vermuten. „Das Wasser an sich tut den Ohren nichts“, erklärt der Experte. „Der Gehörgang muss verletzt sein, damit Keime eindringen können. Die Gehörgangshaut ist sehr empfindlich. Obwohl wir HNOÄrzte nicht müde werden zu warnen, dass Ohrstäbchen, die sogenannten Q-tips und sonstige Behelfsmittel zur Reinigung, wie aufgebogene Büroklammern, Schlüssel und so weiter, Verletzungen verursachen, hat sich in diesem Bereich nichts verändert.“ Abgesehen von den Verletzun - gen der Haut schiebt man mit Ohrstäbchen das Schmalz nur tiefer hinein, wo es verdickt und den Gehörgang ver - schließt. Ein Expertentipp: „Versuchen Sie keine Selbstrei - nigung oder Ohrentropfen aus der Drogerie. Ein verlegtes Ohr sollte durch den HNO-Arzt/die HNO-Ärztin professio - nell gereinigt werden.“

 

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Von Kopf bis Fuß ein perfekter Sommer!
Seite 2 Innere Ruhe hilft gegen äußere Hitze
Seite 3 Was gilt es zu beachten?

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