Samstag, 21. April 2018

So erholen Sie sich richtig! - Nehmen Sie sich Zeit – für sich

Ausgabe 07-08/2013
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Nehmen Sie sich Zeit – für sich. Der Klassiker: Sie will durch die Stadt bummeln und in jedem Shop alle Kleider probieren. Er findet das erste Kleid genauso schön wie die hundert anderen – und ist schon nach einer halben Stunde entnervt. Er weiß (aus Erfahrung): Sie wird nach Stunden in den ersten Laden zurückkehren und das erste Kleid kaufen. Er kann nicht verstehen, dass der Spaß, die Freude (und damit auch die Entspannung) zwischen dem Besuch des ersten und des letzten Shops liegt. Wäre doch gelacht, wenn es nicht anders ginge: Jeder tut, was er will, und man trifft sich gut gelaunt und bestens entspannt zum Abendessen wieder. Damit Sie sich schon vorab darauf einstellen können. Die größten Unterschiede (und daher Konfliktpotenziale) zwischen Frauen- und Männer-Urlaubswünschen sind laut market-Umfrage: Jede zweite Frau, aber nur jeder vierte Mann möchte das kulturelle Angebot nützen. 42 Prozent der befragten Frauen wollen im Urlaub etwas für die Schönheit tun, bei den Männern sind es gerade 16 Prozent. Keine Bange, es gibt genug, was Frauen und Männer wirklich gerne miteinander teilen. Jede und jeder zweite Befragte hat Freude an sportlichen Aktivitäten und am Sex. Da bleibt nur mehr die Hoffnung, dass sich die Richtigen gefunden haben …

Schaffen Sie Ausgleich!

Dr. Gerhard Blasche erklärt, wie Erholung im Alltag funktioniert.

GESÜNDER LEBEN: Der Mensch war noch nie so erholungsbedürftig wie heute. Woran liegt das?
Gerhard Blasche: Wir identifizieren uns mehr als früher mit der Arbeit. Der Druck hat zugenommen, die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit ist löchrig geworden. Kaum jemand traut sich zu sagen: „Ich habe frei, ich bin nicht erreichbar.“ In Studien stellen wir immer häufiger fest, dass die Leute angeben, immer weniger Kontrolle über die Arbeit zu haben. Als Ausgleich dazu versucht der Mensch, Kontrolle über sein privates Leben zu erlangen. Mit rigiden Abläufen und fixen Terminplänen versuchen viele das Ruder wenigstens im Privatleben in die Hand zu nehmen. Sich festlegen ist an sich nicht schlecht, aber man muss auch mal loslassen können, die Zügel aus der Hand geben, einfach mal nichts tun, die Uhr abnehmen und seinem Organismus die Möglichkeit geben, in einen Status quo zurückzukehren, in dem er sich richtig wohlfühlt. Und das nicht nur im Urlaub.

GL: Wie ist das zu verstehen?
Blasche: Ein Kollege, ein Psychobiologe, hat dazu eine interessante Untersuchung gemacht. Wenn nicht die Uhr den Rhythmus vorgibt, arbeitet der Mensch intuitiv 100 Minuten und macht danach eine Pause von zehn Minuten. Diese natürlichen Rhythmen bilden natürliche Fenster zur Ruhe. Durch unser starres Zeitkorsett gibt es zu wenig Pausen, auch Schnelligkeit ist der Erholung abträglich, der biologische Rhythmus geht dabei verloren. Kaum jemand kann sich den Arbeitstag danach einteilen, in der Freizeit ist das jedoch möglich. So etwa ist es widersinnig, mit der Pulsuhr Sport zu betreiben. Es ist besser, darauf zu achten: Wie bin ich drauf, was tut mir gut, wie lange tut mir das gut?

GL: Wie lange brauchen wir, um uns zu erholen?
Blasche: Das geht erstaunlicherweise ziemlich schnell. Wir sehen in unseren Studien, dass das Gröbste in den ersten Tagen einer Erholungsphase geschafft ist. Spätestens nach einer Woche ist man wiederhergestellt. Jeder weitere Tag bringt keinen Erholungszuwachs mehr. Konkret heißt das: Mehrere kürzere Urlaube sind der Erholung dienlicher als ein langer.

GL: Das heißt: Sie raten zu Kurzurlauben.
Blasche: Wenn Urlaube allein der reinen Erholung dienen sollen, ja. Aber es gibt noch andere Aspekte: Wenn ich länger auf Urlaub bin, dann schaffe ich kognitiv mehr Abstand zur Arbeit, zum Alltag. Diese Distanz bietet dem Menschen Reflexionsmöglichkeiten. Man kann sich den Fragen stellen, denen man im Alltag keinen Platz einräumt, man hat Zeit und Muße, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, zu denen man sonst nicht kommt.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 So erholen Sie sich richtig!
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