Donnerstag, 21. Februar 2019

Schönheit? Reine Kopfsache!

Ausgabe 2014.02
Seite 1 von 2

Gesunde Hautpflege beginnt dort, wo man sie am wenigsten sieht – oft aber am meisten spürt: bei der Kopfhaut.


Foto: Eucerin

Wir striegeln sie, verwöhnen sie und gönnen ihnen sogar regelmäßige Verschönerungskuren durch Profi-Hände: Unsere Haare sind unser Heiligtum. Was hingegen eine Etage tiefer stattfindet, juckt zunächst die Wenigsten. Die Kopfhaut ist das Stiefkind der Pflege. Und als solche erträgt sie oft stillschweigend viele Pflegefehler und Defizite. Erst wenn man allzu lieblos mit ihr umgegangen ist, meldet sie sich zu Wort. „Unzureichend gepflegte Kopfhaut reagiert mit Jucken, Schuppen und im gemeinsten Fall sogar mit einem Ausfallen der Haarpracht. Die Kopfhaut ist die Basis der Haargesundheit und -schönheit und sollte ernst und wahrgenommen werden“, lautet der Appell von Haarprofi Hannes Steinmetz, Geschäftsführer und artistic director von BUNDY BUNDY.

Gesunde Kopfhaut: Mix aus Reinigung und Pflege. Die Kopfhaut ist eine Haut wie an jedem anderen Bereich unseres Körpers auch. „Die Pflegebedürfnisse sind daher fast die gleichen, wie man sie bei der Gesichts- oder Körperpflege kennt. Die Haut braucht eine regelmäßige Reinigung, damit die Poren nicht vertalgen, sowie eine regelmäßige und abgestimmte Pflege durch die Verwendung von Conditioner und Masken, damit die Zellen nicht trocken werden“, sagt Figaro Steinmetz. Findet dieser Wechsel aus Reinigung und Pflege in einem ausgewogenen Verhältnis statt, ist die Kopfhaut wohlgenährt und gesund.

Häufige Haarwäschen gegen fettige Haare?

Schnell fettende Haare sind kein Streich von Mutter Natur, sondern ein selbst erschaffener Teufelskreis. Wer seine vermeintlich schnell fettenden Haare nämlich zu häufig wäscht, entfernt damit zwar zunächst die fettige Talgschicht, trocknet die Kopfhaut dabei aber oft derart massiv aus, dass sie mit einer erneuten Produktion von Hautfett reagiert. Je öfter man durch Waschen versucht, dagegen anzukämpfen, desto mehr Talg wird produziert. Wer diesen Teufelskreis unterbrechen will, entwöhnt die Kopfhaut, indem er seltener die Haare wäscht, bis sich wieder ein normales Niveau der Talgproduktion eingestellt hat.

Kopfwäsche: So reinigt man richtig! Ebenso wie die übrige Haut des Körpers, verfügt die Haut am Kopf über Talgdrüsen, die regelmäßig Hautfett absondern und den Schutzmantel der Haut intakt halten. Produziert die Haut zu viel Talg oder reinigen wir sie nicht gründlich genug, entsteht ein Talgfilm, der die Haare platt und fettig wirken lässt. Regelmäßiges Waschen ist daher die Basis einer hübschen Frisur, aber auch der Gesundheit der Kopfhaut. Ein Übermaß an Talg würde die Haut am Atmen hindern und Juckreiz auslösen. Der Profi erklärt weiter: „Ein häufiges Phänomen der Haar- und Kopfpflege ist jedoch, dass viele eher zu viel als zu wenig reinigen. Bei fast täglichen Haarwäschen gerät die Kopfhaut – ungewollt – in den Mittelpunkt der Reinigung. Sie wird geschrubbt und gerubbelt, bis alles blitzeblank, aber nicht selten auch gereizt ist.“ Wer seine Kopfhaut nicht strapazieren will, wäscht nur maximal zwei- bis dreimal pro Woche. Verteilen Sie das Shampoo dabei vor allem in den Haarlängen und reinigen Sie die Kopfhaut lediglich mit dem entstandenen Schaum. Das genügt vollkommen.  

Waschen im Schonwaschgang. Ebenso wie bei der Körper- und Gesichtshaut gibt es auch bei der Kopfhaut besondere Sensibelchen. Arbeiten Sie bei einer ohnehin leicht reizbaren Haut mit extra sanften Pflegestoffen. Moderne Shampoos sind zwar in der Regel so mild, dass sie gesunder Kopfhaut nicht schaden. Wer aber ohnehin zu Kopfhautproblemen neigt, sollte besser zu sogenannten Sensitiv-Produkten greifen. Sie sind in ihrer Zusammensetzung auf spezielle Hautprobleme und -bedürfnisse abgestimmt. Oft enthalten sie auch belebende (z. B. Koffein), beruhigende (z. B. Kamille) oder reizlindernde (z. B. Birke) Extrakte. Vor allem Inhaltsstoffe wie Silikon, Duft- oder Farbstoffe und Konservierungsmittel belasten die Kopfhaut nur unnötig. Verzichten Sie auf solche Chemiebomben.

Anti-Schuppen-Tipp

Schuppen können ihre Ursache auch darin haben, dass der Körper verhornte Hautzellen abstößt. Unterstützen – und damit eine schnelle Abhilfe bei Schuppen schaffen – kann man durch regelmäßiges Peelen der Kopfhaut. Wer sich für die Kopfhaut kein spezielles Peeling anschaffen möchte, fügt seinem Shampoo einfach einen Esslöffel Salz hinzu. Es hat einen ähnlich guten Rubbel-Effekt, zudem wirkt Salz desinfizierend.

Kopfhaut liebt Streicheleinheiten. Normale Kopfhaut reagiert auf knetenden Druck mit einer gesteigerten Durchblutung, einer besseren Sauerstoffversorgung der Haarwurzel und schließlich mit einem vermehrten Wachstum der Haare. Aber auch gereizte Häupter freuen sich über Streicheleinheiten. Bei gereizter oder geröteter Kopfhaut sollte man allerdings aufpassen, dass der Druck sanft ist und man nicht versehentlich kratzt. Vor allem in Verbindung mit speziellen Kopfhautpflegeprodukten tun Streicheleinheiten aber sehr gut, da eine vermehrte Durchblutung auch zu einer schnelleren Regeneration der gereizten Stellen führt.

Wohlige Wärme? Gereizter, juckender Kopfhaut will man etwas Gutes tun. Eine warme Wäsche liegt hier natürlich nahe, gilt jedoch als typischer Fehler der Kopfhautpflege. Denn warme Temperaturen greifen die Haut unnötig an. „Hitze entzieht der Haut Talg, trocknet sie damit aus und verschlimmert auf diese Weise den Zustand ohnehin gereizter Kopfhaut. Waschen Sie Ihre Kopfhaut daher stets bei lauwarmen Temperaturen“, erklärt Steinmetz. Eine Extraportion Fürsorge gönnt man seinem gereizten Haarbett übrigens mit  einem Guss abgekühltem Kamillenteewasser. Der Kamilleextrakt setzt sich wie ein Pflegefilm auf die Kopfhaut, schützt und beruhigt sie, während die vom Waschen  aufgequollene Hornschicht durch die Kälte geschlossen wird.

Stress ist Kopfsache

Was auf dem Kopf passiert, ist nicht selten ein Zeichen dafür, wie es im Kopf aussieht: Gereizte, gestresste und hochempfindliche Kopfhaut muss ihre Ursache nicht zwingend in einer falschen oder mangelnden Pflege haben. Auch psychische Ursachen sind bei solchen Symptomen nicht selten. Die Kopfhaut gilt als Spiegel der Seele. Stress, Ängste, aber auch Hormonschwankungen oder gesundheitliche Angeschlagenheit können sich durch Veränderungen der Kopfhaut zeigen. Was dagegen hilft? Finden Sie innere Ruhe und versuchen Sie sich, buchstäblich keinen Kopf zu machen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Schönheit? Reine Kopfsache!
Seite 2 Hilfe bei Schuppen

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information