Schönheit, die aus der Kälte kommt

Ausgabe 2019.12/2020.01

In der kalten Jahreszeit muss die Pflege – egal ob für Gesicht, Körper oder Hände und Füße – ganz besonderen Anforderungen genügen. Jetzt gilt es, dem Frost ein Schnippchen zu schlagen und Haut und Seele gekonnt zu verwöhnen. Strahlen Sie diesen Winter wie noch nie!


Foto: © iStock_ helenaak

Der Wind peitscht eisig, der Schnee pickt hartnäckig in den Haaren und das ewige Grau-in-grau macht die Stimmung auch nicht besser. Fakt ist: Sinkt das Thermometer, steigt das Pflegebedürfnis von Haut und Seele. Jetzt sehnen wir uns nach wohliger Wärme. Wenigstens für einen Moment, aber am liebsten so lange bis der nächste Sommer kommt. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie die Wintermonate strahlend schön überstehen …

Unsere Haut braucht Wärme
Väterchen Frost ist streng mit uns. Und vor allem mit unserer Haut. Denn Fakt ist: Sie kann sich nur bei lauen Temperaturen von mindestens acht Grad richtig entfalten. Wird es kälter, bedeutet das Stress pur. Denn bei niedrigen Temperaturen produzieren die Talkdrüsen kaum noch Fett. Die Haut verliert an Geschmeidigkeit und ihre Schutzbarriere wird löchrig. Mehr und mehr Feuchtigkeit entweicht und Keime und Bakterien haben freie Bahn. Rötungen, Trockenheit und Juckreiz sind daher im Winter keine Seltenheit.

Cremiger Frostschutz: Welche Pflege braucht die Haut im Winter?
Mütze, Schal und Daunenjacke genügen also nicht. Auch die Haut braucht ein wärmendes Mäntelchen. Eine wärmende Hülle bieten vor allem lipidhaltige Cremes und so genannte Öl-in-Wasser-Emulsionen. Sie legen sich wie ein weicher Film über die Haut und verhindern, dass Feuchtigkeit aus dem Hautinneren verdunsten kann; der Hydrogehalt der Haut wird reguliert. Dank feuchtigkeitsbindender Wirkstoffe, wie Pro-Vitamin B5, Urea oder Hyaluronsäure, fühlt sich die Haut zudem satter an und sieht praller aus.

Kosmetik Tipp Bodypeeling selber machen

peelingTrockene Winterhaut braucht eine Abreibung. Das mag zunächst widersprüchlich klingen, macht aber Sinn. Denn trockene Haut muss von verhornten Zellen befreit werden, die sie überdecken und darunter liegende, junge Zellen am Atmen hindern. Unser Rezept-Tipp für ein besonders mildes Winterpeeling:

Zutaten: 1 Tasse Haferflocken, 5 EL grobes Meersalz, 1 Tasse Schlagobers, 1 TL Mandelöl, ½ Avocado.

Zubereitung: Das Fruchtfleisch der Avocado wird fein püriert und mit dem Öl und dem Schlagobers vermengt. Anschließend werden die Haferflocken und das Salz vorsichtig untergehoben, bis eine breiartige Peelingmasse entsteht. Wichtig: Das selbst gemachte Peeling sollte zügig nach dem Anrühren verwendet werden. Denn je länger die BeautyMixtur ziehen kann, desto weicher werden die Haferflocken und desto geringer wird der Peeling-Effekt.

Vorsicht: Zu warm ist auch nicht gut
Sahnige Texturen schützen zwar vor Wind und Kälte. In warmen Räumen mit Heizungsluft sind sie jedoch zu viel des Guten. Die Haut beginnt unter der schweren Fettschicht regelrecht zu schwitzen, die Poren können nicht atmen und der Teint wirkt fleckig, gerötet und gestresst. Wer einem solchen Hitzeschock vorbeugen will, hat daher am besten immer ein feuchtes Abschminktuch (gibt es auch in praktischen Transportpackungen) bei sich. Einfach überschüssige Creme damit abwischen und die Haut wieder frei atmen lassen.

Wärme für einen jugendlichen Teint
Bei wohliger Wärme funktioniert einfach alles besser. Auch die Stoffwechselprozesse unserer Haut. Durch warme Temperaturen wird nämlich die Aktivität der Kollagensynthese stimuliert. Kollagen ist jener Baustein, der der Haut ihre Festigkeit und Spannkraft verleiht. Je besser die Kollagen-Aktivität ist, desto strahlender und jünger wirkt unser Teint. Clevere Kosmetika wissen um diesen Effekt und nutzen ihn. Indem Wirkstoffe wie Chilli oder Rosmarin in gezielten Dosierungen beigemischt werden, üben manche Cremes einen stimulierenden Einfluss auf die Stoffwechselaktivität und damit auch auf das Wärmegefühl aus. So fühlen wir uns nicht nur wohler, sondern bekommen auch eine optimale Wirkung der Kosmetika. Dieser Effekt funktioniert übrigens nicht nur bei speziellen Warming-Cremes, sondern auch in Eigenregie: Einfach eine kleine Portion der üblichen Hautcreme in eine Tasse füllen und das Ganze vor Gebrauch auf der Heizung aufwärmen.
Und noch ein Tipp: Während sich die Creme angenehm vorwärmt, gönnt man dem Teint eine kleine Selbstmassage. Einfach mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig über die Haut zupfen bis die Durchblutung auf Hochtouren läuft.


 

Vorsicht vor falscher Wärme
Den Ofen oder die Heizung auf Volldampf zu drehen ist der schnellste Weg, um es warm zu haben. Doch Vorsicht: Was sich so kuschelig anfühlt, ist für die vom Winter gebeutelte Haut brandgefährlich. Ihr Schutzmantel ist ohnehin löchrig; durch die trockene Heizungsluft wird ihr noch mehr Feuchtigkeit entzogen und lässt so den Teint rau und schuppig werden. Für die Kopfhaut gilt übrigens das Gleiche. Das ist auch der Grund, warum viele Menschen im Winter zu Schuppen neigen. Besser: Schaffen Sie durch eine gezielte Befeuchtung ein hautfreundliches Raumklima. Spezielle Luftbefeuchtungsgeräte sorgen für perfekte Luftverhältnisse. Kleiner Tipp: Eine flache, mit Wasser gefüllte Schale, die man auf die Heizung stellt, erfüllt einen ähnlichen Zweck. Gibt man ein paar Tropfen Duftöl (z. B. winterliche Orange oder belebende Rose) ins Wasser, hüllt das den Raum in einen angenehmen Duft.

Dampfbäder tun gut
Um den Winterblues sprichwörtlich verdampfen zu lassen und der Haut einen spontanen Wärmekick zu verpassen, füllt man circa drei Liter heißes Wasser in eine flache Schale, gibt zwei bis drei Kamillenteebeutel hinzu, legt das Gesicht in den aufsteigenden, warmen Kamillendampf und bedeckt sich dabei mit einem ausreichend großen Handtuch. Wichtig: Testen Sie vorher mit der Innenseite des Handgelenks, ob der Nebel nicht zu heiß ist. Dampfbäder regen die Mikrozirkulation der Zellen an und beschleunigen den Regenerationsprozess. Die Kamillendämpfe wirken zudem entzündungslindernd und beruhigend. Vor allem vor dem Auftragen einer Maske sind Dampfkuren empfehlenswert; Poren öffnen sich und Wirkstoffe dringen besser ein.

Tipps unserer Beauty-Redaktion

Die GESÜNDER LEBEN-Beauty-Experten stellen Monat für Monat Produkte vor, die uns besonders überzeugt haben.

1. Wärmt und pflegt von innen: „7x7 Kräuter Tee“ von P. Jentschura, ab € 7,95.

2. Pflegt, beruhigt und lindert sogar Rötungen: „Omega 12% Intensivcreme“ von Eubos, €18,60.

3. Ideal für Vollbäder: Einfach etwas Pflegeöl ins Wasser mi - schen: „Spezielles Hautpfle - ge-Öl“ von Bi-Oil, €12,95

4. Wirkt wie ein wärmender und pflegender Mantel für die Haut: „Coldcream“ von Weleda, € 10,25.

5. Die sahnige Textur nährt Winter - haut besonders gut: „Bio Hyalu - ron Cleansing Milk” von Evolution, € 25,–

6. Diese Tuchmaske arbeitet sowohl mit langkettiger, als auch mit kurz - kettiger Hyaluronsäure – für ei - nen sichtbaren Sofort-Effekt: „Hyaluron Filler Intensiv Maske“ von Eucerin, ab € 7,95.

7. Polstert auf und pflegt zugleich: „Anti Lippenfältchen Crème” von Medical Beauty for Cosmetics, € 22,90.

Badewanne: Öl statt Schaum
Hinter wohlig warmen Schaumburgen entkommt man dem Winterblues am besten. Das denkt man zumindest. Denn in der wohligen Wanne wird uns zwar warm, die heißen Temperaturen wirken aber extrem austrocknend auf die Hautzellen. Wer empfindliche Haut hat, sollte daher auf zu hohe Temperaturen und übrigens auch auf die Beigabe von Badeschaum verzichten. Ölbader sind in den Wintermonaten deutlich besser geeignet. Sie ummanteln die Haut mit einem pflegenden Fettfilm, der sich samtig weich anfühlt und oft nach sommerlichen Aromen wie Zitrone oder Kokos duftet. Kleiner Tipp für alle, die gerade kein Ölbad zur Hand haben: Ein paar Esslöffel Olivenöl duften vielleicht nicht ganz so toll, haben aber einen hohen Pflegeeffekt für die Haut.

Nichts für Warmduscher!
Wer schön sein will muss manchmal auch leiden. Daher gilt: Nach jeder warmen Dusche oder Bad Augen schließen und den Wasserhahn ganz nach links drehen. Wechselduschen härten nicht nur das Immunsystem ab, sondern stärken auch das Bindegewebe. Abgesehen davon wirkt die Kälte zusammenziehend auf die Blutgefäße, wodurch sich das Durchflusstempo erhöht und damit auch der körpereigener Wärme-Booster. Und auch für die Haarpracht lohnt sich eine eiskalte Erfrischung: Denn durch die Kälte wird die durchs Wasser aufgequollene Schuppenschicht geschlossen und das Haar glänzt mehr.

Eisfüße: So beugen Sie vor
Wenn es kalt ist, merken die Füße es in der Regel als erste. In Ermangelung einer isolierenden Fettschicht sind die besonders frostanfällig. Wer Eisfüße gar nicht erst entstehen lassen will, schützt seine Füße durch gefüttertes Schuhwerk und dicke Socken. Doch Vorsicht: Die Schuhe dürfen nicht zu eng sitzen, so dass sie den Blutfluss stören und Eisfüße sogar noch verschlimmern könnten. Ebenfalls wichtig: Die Füße dürfen niemals feucht oder nass sein. Durch Verdunstung entsteht nämlich ebenfalls Kälte. Wer zu Schweißfüßen neigt, beugt vor, indem er die Haut mit einer dünnen Schicht Babypuder bestäubt. Das Puder saugt Schweiß auf und schützt damit vor Frostfüßen.

Hände auf Höchsttemperatur
Die Hände und Finger sind ebenfalls sensible Kandidaten, wenn es um Kälte geht. Auch Ihnen fehlt die isolierende Fettschicht. Folge: Sie frieren nicht nur schnell, sondern werden oft auch spröde und rau. Das hilft: Handmasken wirken besonders intensiv, wenn man ihnen wärm-technisch ein wenig auf die Sprünge hilft. Hierfür salbt man die Hände (und Nägel!) großzügig ein, stülpt einen Gummihandschuh über und lässt das Ganze eine halbe Stunde (oder noch besser: über Nacht) einwirken. Am nächsten Morgen sind aus eisigen Reibeisenhänden warme Samt-Pfoten geworden.


 

Lippen – sanfte Winterpflege
Die Lippen brauchen bei winterlicher Kälte eine ähnliche Unterstützung wie die restliche Haut: Durch Massagen und Peelings kann der Zellfluss von Außen in Gang gehalten und so die eigene Regenrationsfähigkeit unterstützt werden. Natürlich darf bei solch sensiblen Kandidaten, wie den Lippen, nicht zu grob vorgegangen werden. Massagen sollten grundsätzlich nur mit hygienisch gereinigten Fingern und minimalem Druck ausgeführt werden. Unterstützend auf die Zellaktivität wirkt es übrigens, wenn man mit Minz- oder Mentholöl massiert. Beide Stoffe wirken aktivierend. Auch bei Peelings gilt das Sanftheitsgebot. Verwenden Sie keine herkömmlichen Gesichtspeelings. Spezielle Lippenpeelings arbeiten mit besonders sanften Schleifgranulaten und rückfettenden Pflegestoffen. Ganz wichtig im Winter: Sobald die Lippen etwas rissig oder trocken werden, neigt man dazu, sie mit der Zunge zu befeuchten. Tatsächlich fühlt sich der Speichel für einen Moment beruhigend und pflegend an. Dennoch sollte man zu häufiges Befeuchten mit der Zunge vermeiden. Der Speichel verdunstet nämlich ebenso schnell, wie er aufgetragen wurde und wirkt damit austrocknend, anstatt pflegend. Um dem unangenehmen Spannungsgefühlt Linderung zu verschaffen, tragen Sie lieber eine schützende Lippenpflege auf. Haben Sie keine solche zur Hand, helfen kurzfristig auch reine Öle (z. B. Mandel-, Oliven- oder Sonnenblumenöl) oder eine dünne Schicht Honig. Ansonsten wirkt noch eines gegen frostige Lippen und eisige Stimmung: Den Winterblues einfach weg küssen. So leicht lassen wir uns die Laune von ein paar Minusgraden schließlich nicht verderben! 

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