Donnerstag, 19. September 2019

Schönheit aus der Apotheke

Ausgabe 2013.12/2014.01

Kosmetik aus der Apotheke liegt voll im Trend, bietet sie doch eine Kombination aus Wirksamkeit, Wohlgefühl und Schönheit.

 


Foto: ©Can Stock Photo Inc. - zastavkin

Apotheken haben in den letzten Jahren ihr Image entstaubt. Sie wollen nicht länger nur Anlaufstelle für Verschnupfte und Verletzte sein. Sie freuen sich auch über den Besuch kerngesunder Patienten. Apotheken wollen, dass sich alle Menschen in Ihrer Haut wohlfühlen. Und zwar im buchstäblichen Sinne. Denn nur gesunde Haut ist auch schöne Haut. Egal, ob krank, kerngesund oder einfach nur kosmetisch interessiert: Pflege aus der Apotheke bietet einen zeitgemäßen Mix aus Medizin und Kosmetik.

Schönheit ohne Schnickschnack. „Apothekenkosmetik hat eine Nische getroffen“, sagt Dr. med. Veronika Lang, Medizinisch-wissenschaftliche Leitung bei Division Cosmétique Active in Wien, und erklärt damit den Boom, den die Pflege im weißen Kittel in den vergangenen Jahren erfahren hat. „Kosmetik aus der Apotheke hat erkannt, dass der moderne Pflegekonsument immer anspruchsvoller geworden ist und ganz genau prüft, was er an seine Haut lässt – und zwar nicht nur dann, wenn seine Haut besondere Ansprüche an die Pflege stellt.“ Auch Menschen mit einer pflegeleichten Haut haben die Vorzüge von pharmazeutisch-medizinisch interpretierter Pflege erkannt. Lang erklärt: „Wir wollen Kosmetik auf das Wesentliche reduzieren und damit übersichtlich, gut verträglich, aber dennoch in besonderer Weise wirkungsvoll machen.“ Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ohne Rezept – aber mit (guten) Nebenwirkungen! Einfache, aber wirkungsvolle Zusammensetzungen sind die Kernkompetenz pharmazeutisch interpretierter Pflege und besonders für solche Haut geeignet, die zu Irritationen neigt. Apothekenkosmetik stellt sich bewusst den Herausforderungen sogenannter Problemhaut, weiß aber auch um ihre Grenzen. Expertin Lang sagt: „Die Tiegel und Tuben aus dem Pharma-Regal haben eine deutliche medizinische Ausrichtung, sind aber trotzdem nicht vergleichbar mit rezeptpflichtigen Salben, die der Arzt verschreibt.“ Dies wäre rechtlich gesehen auch gar nicht möglich. Denn Salben und Cremes, die zu systemischen Veränderungen der Haut führen, gelten als Medizin und müssen hierfür spezielle Zulassungskriterien erfüllen. Apothekenkosmetik stellt sich dennoch der Herausforderung, auch für solche Kunden eine Pflege zu bieten, die z. B. unter Psoriasis oder Neurodermitis leiden; zwar nicht unbedingt als Heilmittel, in jedem Fall aber als verträgliche, unterstützende Pflege. „Natürlich kann man niemals eine hundertprozentige Verträglichkeit garantieren, durch zahlreiche Tests und jahrelange Expertise ist aber nahezu ausgeschlossen, dass die angebotene Pflege zu unerwünschten Hautreaktionen führt“, erklärt Mag. pharm. Eva Weissinar, Pharmazeutin in der Saint Charles Apotheke, Wien.

Gutes Gefühl, besseres Aussehen. Kosmetik im Apotheker-Kittel versteht sich also nicht als Medizin, sondern als Pflege und stellt sich damit noch einer weiteren Herausforderung. Der moderne Pflege-Konsument gibt sich nämlich längst nicht mehr mit sterilen Salben zufrieden. Pflege hat schließlich auch immer etwas mit Wohlgefühl zu tun. Kosmetik soll heute nicht nur die Haut, sondern auch die Seele salben. Feine Texturen, angenehme Düfte und ein ansprechendes Design gehören daher zum guten Ton im Pharma-Regal. „Pharmazeutische Kosmetik hat nicht mehr nur das Krankheitsbild im Mittelpunkt, sondern integriert den Wellness-Gedanken immer besser in ihr Konzept. Das ist nicht nur an den Produkten selbst zu erkennen, sondern auch daran, dass Apotheken dem Kunden heute ein ganzheitliches Kauferlebnis bieten“, erklärt Weissinar. Hübsche Dekorationen und eine umfangreiche Auswahl laden zu einem Bummel durch die Apothekenregale ein. Dekorative Kosmetika sind in der Apotheke ebenso zu haben, wie reine Wohlfühl-Produkte (z. B. Badezusätze, Duftkerzen oder Energie-Sprays). „Immer mehr Apotheker bieten ihren Kunden übrigens auch verwöhnende Kosmetikbehandlungen an, um den Wohlfühlgedanken komplett zu machen“, berichtet Weissinar.   

Weiße Weste und grüne Daumen: Bio boomt! Dass sich Apotheken-Kosmetik in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat, erkennt man nicht nur am lieblich duftenden Wohlfühl-Flair, das den Besucher bereits am Apotheken-Eingang empfängt, sondern auch daran, dass sich selbst eingesessene Apotheker nicht mehr nur allein auf ihr Reagenzglas verlassen. Apotheken haben den Blick für alternative, natürliche Wirkweisen geöffnet. Bio boomt in fast jeder Branche, und so hat sich die Natur- und Biokosmetik auch einen festen Platz zwischen Marken und Medikamenten gesucht. Ebenso, wie man es von Natur-Kosmetik aus der Parfümerie kennt, legen auch die grünen Apotheken-Produkte nicht nur Wert auf hochwertige und natürlich angebaute Inhaltsstoffe und Verarbeitungsweisen, sondern auch auf nachhaltige Herstellung und einen fairen Handel. Kosmetik – egal, in welchem Segment – soll heute schließlich nicht nur die Haut, sondern auch die Welt ein bisschen schöner machen.

Guter Rat ist cremig! Apotheker sind die Alchimisten der Neuzeit. Und genau deshalb bieten sie nicht nur Pflege von der Stange an, sondern schneidern auch individuelle Pflegelösungen. Selbst gemischte Salben gehören noch immer zur Expertise jedes Pharmazeuten. Selbstverständlich kommen nur solche Substanzen in die Mischung, die keiner Verordnungspflicht unterliegen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Mithilfe des Apothekers lassen sich die speziellen Bedürfnisse der Haut analysieren und die dazu passende Pflege erstellen. Maßgeschneidert sind aber nicht nur die Produkte, sondern vor allem auch die Beratung. „Hierin liegt die Besonderheit von Apothekenkosmetik“, erklärt Lang. Der Kunde hat ohne Terminvereinbarung und ohne Kosten die Möglichkeit, den Rat eines akademischen Experten einzuholen und so seine Bedürfnisse besser kennenzulernen. Finden also auch Sie die Pflege, die zur Ihrer Persönlichkeit passt – ob in der Apotheke, der Parfümerie oder vielleicht sogar als selbst gemischtes Hausmittel.

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