Dienstag, 19. Februar 2019

Schöner Körper trotz kalter Tage

Ausgabe 2015.11
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Rissige Haut, juckende Schienbeine und raue Ellenbogen: Warme Gedanken und dicke Jacken reichen nicht, um die Haut im Winter schön zu halten. Mit sinkenden Temperaturen steigt das Pflegebedürfnis der Haut am gesamten Körper.


Foto: Can Stock Photo Inc. - boggy

Väterchen Frost kriecht durch die kleinsten Ritzen und erwischt uns trotz dicker Daunenmäntel eiskalt. Kratzende Schienbeine, raue Ellenbogen, Rötungen und Pusteln auf dem Dekolleté sind typische Anzeichen der kalten Jahreszeit. Es sind aber nicht nur die Kälte und die Trockenheit der Luft, die der Haut zu schaffen machen, sondern auch der ständige Kontakt mit schwerer, luftundurchlässiger Kleidung, die an der ohnehin gestressten Dermis reibt und sie irritiert. Dass die Haut im Winter streikt, ist daher kein Wunder, sondern vielmehr ein Hilfeschrei. Und zwar nach Fürsorge und Pflege. Nur wer seine Hautpflege im Winter richtig umstellt, kommt schön und mit einem wohligen Hautgefühl durch die Eiszeit.

Pflegemantel für die Haut. Dabei ist das Prinzip für richtige Hautpflege im Winter unkomplizierter, als man denkt. Die Haut braucht im Winter einfach ein dickes Mäntelchen, das sie pflegt und wärmt. Gemeint sind aber nicht dicke Wäscheschichten, sondern vor allem ein Mäntelchen aus Pflegestoffen. Bei warmen Temperaturen wird die Haut von einem natürlichen Mantel aus Fett und Feuchtigkeit umhüllt. Dieser sogenannte Hydrolipidfilm schützt einerseits vor dem Eindringen von Bakterien und anderen Erregern, andererseits vor dem Entweichen von Feuchtigkeit. Bei eisigen Temperaturen und dem ständigen Wechsel aus kaltem Wind und warmer Heizungsluft wird der Film jedoch trocken und rissig, sodass im Schutzmäntelchen der Haut kleine Risse entstehen. Durch den permanenten Kontakt zur Kleidung werden zusätzlich wertvolle Fette von der Haut abgetragen.

Fett statt Feuchtigkeit. Durch den rissigen Hydrolipidfilm kann Feuchtigkeit nahezu ungehindert entweichen. Die Haut reagiert auf diese Verdunstung mit dem Sahara-Effekt: Sie wird rau, trocken und spröde. Bei Minusgraden gelingt es der Haut nicht, den natürlichen Schutzwall von allein wiederherzustellen. Ein ständiger Ausgleich des Hydrogehalts durch gezielte Pflege ist daher ein Muss bei der Hautpflege im Winter. Doch Vorsicht: Es ist zu kurz gedacht, den verlorenen Wasseranteil der Haut einfach durch intensive Feuchtigkeitspflege ersetzen zu wollen. Ein zu hoher Wassergehalt in den oberen Hautzellen droht bei eisigen Winden zu gefrieren oder aber durch dürre Heizungsluft wieder zu verdampfen und die Haut weiter auszutrocknen. Statt reiner Feuchtigkeitspflege verwendet man daher für eine gesunde Hautpflege im Winter besser reichhaltige Wasser-in-Öl-Emulsionen. Hierbei ist  ein Teil Wasser von einem Teil Öl umhüllt. Das Öl pflegt die Haut und verhindert gleichzeitig, dass die eingeschlossenen  Feuchtigkeitsanteile entweichen können.

Baden? Besser nicht! Natürlich ist ein warmes Wohlfühlbad verlockend, wenn es draußen stürmt und schneit. Im Sinne einer sensiblen Winterpflege ist das wärmende Abtauchen trotzdem tabu. Heißes Badewasser entzieht nämlich zu viel Fett und trocknet die ohnehin gereizte Winterhaut damit noch mehr aus. Wer den wohligen Fluten dennoch nicht widerstehen kann, badet nicht zu heiß (39 Grad sollten genügen) und nur im Weichspülprogramm. Das bedeutet: Von Schaumbädern sollte man im Winter besser die Finger lassen, da sie die Haut zu stark entfetten. Ölbader sind dagegen zuverlässige Kälte-killer, die Haut und Seele gleichermaßen salben. Die Öle umschließen die Haut wie ein weicher Pflegefilm und dringen durch die vom Wasser geöffneten Poren tief in die Haut ein. Nette Nebenwirkungen: Frische Badearomen wie Zitrone oder Orange bringen Sonne ins Gemüt.

Schauern im Schonwaschgang. Auch beim Duschen sollte sparsam mit Wasser umgegangen werden. Bei gereizter und trockener Haut achtet man darauf, dass der Dermis beim Säubern mehr Pflege zugeführt als ihr entzogen wird. Verzichten Sie daher unbedingt auf aggressive Showergels mit hohem Seifengehalt. Chremige Texturen oder Duschöle sind nun schonender. Wer im Winter zu besonders schuppiger oder geröteter Haut neigt, beherzigt obendrein Großmutters Geheimtipp: Einfach den Körper vor dem Duschen großzügig mit reinem Olivenöl einreiben. Der Fettfilm schützt vor einer Entfettung durch Wasser, sauber wird die Haut trotzdem.

Abreibung für Reibeisenhaut. Auch wenn es zunächst wie ein Widerspruch klingt, sollte man raue und rissige Haut einer regelmäßigen Abreibung unterziehen. Denn das Abrubbeln abgestorbener Hornschichten macht die Reibeisenhaut wieder babyzart und entfernt obendrein den unschönen Grauschleier. Zudem fördern Peelings die Durchblutung und beleben damit den Hauterneuerungs- und Regenerationsprozess. Im Winter verwendet man jedoch statt mechanischer Peelings lieber solche, die auf Enzymbasis (z. B. mit Fruchtsäuren) arbeiten, um die ohnehin gereizte Haut nicht noch mehr zu irritieren. Extrem juckende und entzündliche Haut sollte hingegen noch sensibler behandelt werden. Sie ist mit reinen Natur-Peelings gut beraten. Dafür mischen Sie einfach eine Hand- voll grobkörniges Meersalz mit drei Esslöffeln Olivenöl und rubbeln los. Das Salz wirkt desinfizierend und beruhigend, während das Öl der Haut verlorenes Fett zurückgibt.
 
Vorsicht beim Abtrocknen. Zu einer schonenden Mimosenpflege im Winter gehört auch ein sanfter Umgang mit dem Handtuch. Anstatt die empfindliche Haut nach dem Duschen mit einem rauen Handtuch kräftig trocken zu rubbeln, tupfen Sie das Sensibelchen vorsichtig ab. Am besten tupfen Sie die Haut gar nicht zur Gänze trocken, sondern hinterlassen einen Film aus Restfeuchte auf der Haut. Nun salben Sie den Körper vorsichtig mit einem pflegenden Öl (z. B. Mandel- oder Kokosöl) ein und hüllen sich in einen (am besten vorgewärmten) Bademantel. Das Öl umschließt die Feuchtigkeitsrückstände auf der Haut und dringt als intensiv pflegendes Fett-Wasser-Gemisch bis tief in die untersten Hornschichten ein.
 

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Schöner Körper trotz kalter Tage
Seite 2 Richtig warm anziehen

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