Donnerstag, 21. Februar 2019

Schöne Zähne ganz gesund

Ausgabe 09/2012
Viele Kinder benötigen wegen Fehlstellungen der Zähne Zahnspangen. Welche Lösungen gibt es und was muss man als Mutter oder Vater beachten? Gesünder LEBEN hat die Antworten.

Foto: Can Stock Photo Inc. - igordutinacan Die Zeiten, in denen Kindern eine Zahnspange ein Gräuel war, sind längst vorbei. Heute tragen sie viele Kids sogar mit Stolz, denn das Ziel ist schließlich ein strahlend schönes Gebiss, wie sie es aus der Werbung und aus dem Fernsehen kennen. Doch die medizinischen Hintergründe sind freilich ausschlaggebend: Denn Kiefer- und Zahnfehlstellungen sowie Störungen der Kau-, Lippen- und Zungenfunktion, die kieferorthopädisch behandelt werden müssen, sind keine Seltenheit. Ein vergrößerter oder verkehrter Überbiss, ein tiefer Biss, ein offener Biss, ein Kreuzbiss oder ein Missverhältnis zwischen Zahn- und Kiefergröße sind die häufigsten Fehlstellungen. Experten empfehlen daher jedenfalls drei spezifische Kontrolluntersuchungen beim Kieferorthopäden. „Diese sollten zwischen dem vierten und fünften Lebensjahr, weiters um das achte oder neunte Lebensjahr, wenn die vier Oberkiefer- bzw. Unterkieferschneidezähne durchgebrochen sind, und schließlich im zwölften Lebensjahr durchgeführt werden, denn so kann gegebenenfalls der richtige Zeitpunkt für den Behandlungsbeginn bestimmt und somit das Wachstums-potenzial junger Patienten optimal ausgenützt werden“, erklärt Kieferorthopädin Dr. Efpraxia Prapas von der Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik Wien.

Individuelle Lösungen. Vor Behandlungsbeginn werden anhand verschiedener diagnostischer Vorerhebungen (wie z. B. Röntgen, Fotos, Abdrücke von den Zähnen etc.) die genaue Problematik festgestellt, die Therapieziele definiert und die entsprechende Behandlung vorgeschlagen. Expertin Prapas betont in diesem Zusammenhang, dass bei jedem kleinen Patienten ganz individuell entschieden werden muss, welche kieferorthopädische Lösung in Frage kommt, und: „Die wichtigsten Entscheidungsfaktoren dabei sind die Diagnose, die Ziele, das Alter und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Patienten.“

Abnehmbare Zahnspangen: Mitarbeit gefragt! Grundsätzlich sind mit abnehmbaren Zahnspangen nicht alle Korrekturen möglich. Prapas: „Generell eignen sie sich für die Behandlung von Fehlstellungen im Wechselgebiss, wenn noch Wachstumspotenzial vorhanden ist.“ Und – ganz wichtig: „Nur das genaue Einhalten der Tragezeiten, die zwischen 14 und 18 Stunden pro Tag liegen, kann den gewünschten Erfolg bringen. Der Patient muss also wirklich mitarbeiten.“ Sollte Ihr Kind also gerne mal Dinge – also auch seine Zahnspange – vergessen, ist eine abnehmbare Zahnspange keine geeignete Lösung.

Festsitzende Zahnspangen: auch für komplizierte Probleme. Was nun festsitzende Zahnspangen, die nicht abgenommen werden können, betrifft, so können damit die an den Zähnen applizierten Kräfte jeden Zahn in dreidimensionaler Richtung versetzen. „Dadurch können die Zähne samt Wurzel im Knochen bewegt werden, und man kann auch komplizierte Zahnfehlstellungen beseitigen“, so Prapas, die auch erklärt, dass eine festsitzende Zahnspange weniger vom Patientenverhalten abhängig und in jeder Altersgruppe anwendbar ist.

Behandlungsdauer. Die Behandlungsdauer kann von Patient zu Patient ganz unterschiedlich sein. „Sie hängt im Wesentlichen von der Art der Fehlbildung und der Mitarbeit des Patienten ab. Bei Kindern kann die Behandlung bei Bedarf auch in mehrere Phasen unterteilt werden“, sagt die Kieferorthopädin. Und noch etwas betont sie: „Für das Erreichen des gleichen Ziels ist die Behandlungsdauer mit einer festsitzenden Apparatur deutlich kürzer als mit einer herausnehmbaren, da erstere 24 Stunden täglich auf die Zähne wirkt.“


Mundhygiene. Doch auch mit einer festsitzenden Zahnspange geht nicht alles „von alleine“. Hier ist gründliche Mundhygiene gefragt, denn andernfalls besteht ein erhöhtes Kariesrisiko, und auch Zahnfleischentzündungen können entstehen. Prapas: „Die Mundhygiene sollte unmittelbar nach jeder Mahlzeit erfolgen und mittels spezieller Zahnbürsten, Zahnseide und Zahnzwischenraumbürstchen durchgeführt werden. Unterstützend können fluoridhaltige Spülungen verwendet werden.“ Wie man das alles genau macht, erklärt der behandelnde Zahnarzt schon zu Behandlungsbeginn, und er führt auch in Folge die notwendigen Kontrollen durch. Gute Hygiene braucht allerdings auch die herausnehmbare Zahnspange. Sie muss mit einer Zahnbürste gereinigt werden, und wer will, kann zusätzlich noch Reinigungstabletten verwenden bzw. sich, wenn die Spange Beläge oder Kalkablagerungen aufweist, sie in einem Ultraschallbad säubern lassen.

Nur mit Konsequenz zum gewünschten Erfolg. Beachtet man all diese Ratschläge, so steht in der Regel dem Erfolg einer Zahnspange nichts mehr im Wege. Und mit dem perfekten strahlenden Lächeln, das sich danach einstellt, hat sicher jeder kleine – ehemalige – Zahnspangenträger seine ungetrübte Freude.

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