Montag, 18. Februar 2019

Schön wie eine Eisprinzessin

Ausgabe 2018.12-2019.01

Sinken die Temperaturen, steigt das Pflegebedürfnis der Haut. Denn nur mit der richtigen Behandlung lassen sich Trockenheit, Juckreiz und Fältchen vermeiden. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Sie in diesem Winter vor Schönheit strahlen!


Foto: iStock-neoblues Kopie

 

Sie juckt und spannt, Trockenheitsfältchen bilden sich – und oft sogar Rötungen. Die Haut im Winter streikt. Aber nicht, um uns zu ärgern, sondern, um auf sich aufmerksam zu machen. Trockene Haut im Winter ist ein Hilfeschrei. Und zwar nach Fürsorge und Pflege. Die Haut braucht im Winter einfach ein dickes Mäntelchen, das sie pflegt und wärmt. Bei warmen Temperaturen hat die Haut nämlich einen natürlichen Mantel aus Fett und Feuchtigkeit, der sie umhüllt. Dieser sogenannte Hydrolipidfilm schützt einerseits vor dem Eindringen von Bakterien, andererseits vor dem Entweichen von Feuchtigkeit. Bei eisigen Temperaturen und dem ständigen Wechsel aus kaltem Wind und warmer Heizungsluft wird der Schutzfilm der Haut jedoch trocken, sodass im Schutzmäntelchen kleine Risse entstehen. Nur durch die richtige Pflege kann dieser Schutz wieder aufgebaut werden. Wie das funktioniert – und welche Pflegefehler Sie nun vermeiden sollten, verrät das winterliche Beauty-Extra in GESÜNDER LEBEN.

 
Feuchtigkeit in der Haut binden
Die Haut braucht Feuchtigkeit, um gesund und prall zu sein. In den Wintermonaten haben wir jedoch das Problem, dass warme Heizungsluft zugeführte Feuchtigkeit blitzschnell aus der Haut verdunsten lässt. Das Reiben dicker Kleidungsschichten verstärkt den Austrocknungseffekt zusätzlich. Reine Feuchtigkeitspflege ist jetzt daher zu dünn. Was es braucht, um diesen Effekt zu verhindern, ist ein abgestimmter Pflegemix aus Fett und Feuchtigkeit. Achten Sie daher darauf, dass Ihre Hautpflege auch immer einen gewissen Fettanteil enthält, der sich schützend auf die Haut legt und Verdunstungen verhindert.
Extra-Tipp
Mit einem kleinen Trick ist es möglich, auch reine Feuchtigkeitspflegen winterfest zu machen. Einfach einen Klecks der Feuchtigkeitslotion mit ein paar Tropfen reinem Naturöl (z. B. Mandel- oder Kokosöl) vermischen und wie gewohnt auftragen.

 
Übermäßiger Wasserkontakt
Natürlich ist ein warmes Wohlfühlbad verlockend, wenn es draußen stürmt und schneit. Im Sinne einer sanften Hautpflege ist das wärmende Abtauchen trotzdem tabu. Heißes Wasser (auch beim Duschen) entzieht der Haut nämlich viel Fett und trocknet die sensible Winterhaut noch mehr aus. Gehen Sie daher sparsam mit Wasser um und regulieren Sie die Temperatur auf ein lauwarmes Niveau.
Extra-Tipp
Wer im Winter zu schuppiger, extrem trockener Haut neigt, beherzigt einen bewährten Trick: Einfach den Körper vor dem Duschen mit reinem Olivenöl einreiben. So wird die Haut beim Wasserkontakt gereinigt, aber nicht entfettet.

 
Reinigung anpassen
Gerade im Bereich des Gesichts ist eine regelmäßige Reinigung unumgänglich. Schmutz, Umweltrückstände und Make-up müssen entfernt werden, da gereizte Winterhaut sensibel reagieren kann, wenn sie derartigen Belastungen ausgesetzt ist. Morgens und abends ist eine Gesichtsreinigung daher empfehlenswert. Jedoch unter Beachtung einer besonderen Vorsichtsmaßnahme: Führen Sie der Haut beim Reinigen mehr Fett zu, als sie verliert. Dafür verzichtet man auf Reiniger mit einem hohen Seifengehalt und verwendet stattdessen Reinigungsmilch oder -creme. Übrigens: Reinigungsmilch und -creme wird immer auf die trockene Haut (nicht auf die feuchte) aufgetragen und anschließend mit Wasser abgenommen.
Extra-Tipp
Wer den Pflegeeffekt der Reinigungsmilch erhöhen will, erwärmt das Produkt zuvor (z. B. auf der Heizung). Durch die Wärme wird die Konsistenz flüssiger und kann so noch besser von der Haut aufgenommen werden.


Heftiges Abtrocknen
Trockene Haut verträgt keine übermäßigen oder schroffen Berührungen. Diese Tatsache gilt es, vor allem beim Umgang mit rauen Handtüchern zu beherzigen. Wer damit unsanft über die ohnehin gereizte Haut rubbelt, wird nicht selten mit juckenden oder geröteten Irritationen bestraft. Daher gilt: Immer nur vorsichtig tupfen, anstatt fest zu reiben.
Extra-Tipp
Man kann die Haut beim Abtrocknen zusätzlich schützen, indem man nach dem Duschen die noch feuchte Haut mit ein paar Esslöffel Naturöl (z. B. Oliven- oder Kokosöl) einreibt und erst anschließend mit einem Handtuch vorsichtig trocken tupft. Das Öl verbindet sich mit dem rückständigen Wasser zu einer nährenden Wasser-in-Öl-Emulsion, die die Haut perfekt pflegt.

 
Luft an die Haut lassen
Dicke Wollpullis, Strumpfhose, Haube und Schal: In der kalten Jahreszeit sind wir bis zur Nasenspitze vermummt. Doch was so kuschelig anmutet, ist eine Strapaze für die Haut. Denn reibende Kleidung wirkt reizend und provoziert ein weiteres Austrocknen. Idealerweise lässt man daher so oft es geht Luft an die Haut. Wohlig warme Zimmertemperaturen machen dies möglich, sind aber leider deshalb ein zweischneidiges Schwert, weil die Wärme den Verdunstungseffekt verstärkt. Der Freiluftkultur frönen kann daher nur derjenige, der für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in seinen vier Wänden sorgt. Dafür können spezielle Luftbefeuchtungsgeräte benützt oder einfach flache, mit Wasser gefüllte Schalen auf die Heizkörper gestellt werden.
Extra-Tipp
Wohlgefühl führt nicht nur über die Haut, sondern auch über die Nase. Träufeln Sie daher ein paar Tropfen wohlduftender ätherischer Öle in Wasserschälchen. Durch die Wärme verdampfen die Aromen und verteilen sich als feiner Duftnebel im Raum. Winterlich sind vor allem Nuancen von Vanille, Zimt oder Sandelholz.


Lippen ständig befeuchten
Die Lippen haben es im Winter besonders schwer. Ihnen fehlt nämlich von Natur aus die Fähigkeit zur Fettproduktion. Werden die Umweltbedingungen daher rauer, ist eine pflegende Unterstützung von außen unerlässlich. Ein Fehler, den viele unbewusst machen, ist das Befeuchten der Lippen mit der Zunge. Die Feuchtigkeit fühlt sich zwar im ersten Moment gut an, wirkt jedoch kontraproduktiv. Denn temperaturbedingt verdunstet das Wasser umgehend und hinterlässt danach ein noch trockeneres Hautbild. Rauen Lippen rückt man stattdessen lieber mit pflanzlichen Wachsen und Ölen zu Leibe. Diese Fette bilden einen wasserabweisenden Film, der die hauteigene Feuchtigkeit isoliert und die Lippen vor dem Austrocknen bewahrt.
Extra-Tipp
Lippenpflege kann noch besser in die Haut eindringen, wenn diese zuvor von trockenen Hautschüppchen befreit ist. Dafür kann man entweder spezielle Lippenpeelings anwenden. Oder mit einer weichen Kinderzahnbürste vorsichtig über die Lippen bürsten.

    
UV-Schutz verwenden
Nur weil die Temperaturen nicht im tropischen Bereich liegen, heißt das nicht, dass die Sonne keine Kraft hat. Auch in der kühlen Jahreszeit kann die UV-Strahlung ernsthafte Schäden an der Haut anrichten. Schutzmaßnahmen sind daher Pflicht. Vor allem wenn man sich längere Zeit im Freien aufhält, sollten die freien Hautstellen, wie Gesicht, aber auch Hals und Handrücken mit UV-Schutzcremes geschützt werden. Praktisch sind übrigens Pflegcremes, die einen UV-Schutz bereits integriert haben. Das Verwenden einer speziellen Sonnencreme ist nur dann erforderlich, wenn man in die Berge fährt. Bedingt durch die Höhenlage ist die Sonneneinstrahlung hier besonders hoch.
Extra-Tipp
After-Sun-Produkte geben der Haut auch im Winter eine wertvolle Extraportion Feuchtigkeit. Da ihre Konsistenz in der Regel sehr dünn ist, müssen After-Sun-Cremes mit ein paar Tropfen Öl vermengt werden, um nicht unmittelbar nach dem Auftragen zu verdunsten.


Keine Kälte zulassen
Kühle Temperaturen fühlen sich nicht nur für die Seele, sondern auch für die Haut unangenehm an. Je geringer die Temperatur ist, desto geringer ist nämlich die Mikrozirkulation in den Zellen und damit auch die Nährstoffversorgung und Regeneration. Ein fahler Teint kann auch einem anhaltenden Kältegefühl geschuldet sein. Zum Wohl von Haut und Seele achtet man daher darauf, dass der Körper warm gehalten wird. Das Trinken von Tee, aber auch regelmäßige Bewegung oder der Einsatz von Kirschkernpolstern sind Maßnahmen, die uns ein wohliges Gefühl von Wärme schenken.
Extra-Tipp
Natürlich heizt auch ein warmes Vollbad so richtig schön ein. Allerdings wirkt warmes Wasser auch massiv austrocknend, weshalb man sich einen wohligen Wärme-Kick leider auf andere Art gönnen sollte: Bereiten Sie dafür einfach mehrere Wärmflaschen vor und legen Sie diese circa zehn Minuten vor dem Zubettgehen unter die Bettdecke. Wer sich hier einkuschelt, wird von warmen Federn sanft in den Schlaf gewiegt. Herrlich!

   
Befeuchtung von innen
Die Feuchtigkeitsversorgung der Haut konstant zu halten, ist kein Prozess, der allein von außen stattfindet. Sogar das Gegenteil ist der Fall: Von innen ist die Versorgung mit Feuchtigkeit noch effektiver. Gerade unter erschwerten Umweltbedingungen sollte regelmäßig und ausreichend getrunken werden. Ideal sind ungesüßte Tees und stilles Wasser.
Extra-Tipp
Wer seiner Haut nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch eine Extraportion Vitamin C gönnen will, der gibt ein paar Scheiben frischen Ingwer in eine Karaffe mit stillem Mineralwasser, lässt das Ganze über Nacht ziehen und genießt den Gesundheitstrunk am nächsten Tag.

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