Schön über Nacht

Ausgabe 2014.12-2015.01

Wer schön sein will, der sollte einfach nur tief und fest schlafen. GESÜNDER LEBEN zeigt, wie Ihre Nachtruhe zum Schönheitsschlaf wird.


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Im Märchen von Dornröschen steckt viel Wahrheit! Es gibt sie nämlich wirklich; die tollen Prinzen und die große Liebe. Und mehr noch: Auch beim Rezept für strahlende Schönheit darf man der verwunschenen Königstochter Glauben schenken. Schlaf macht nämlich schön. Keine Sorge: Dafür muss heute niemand mehr für hundert Jahre die Augen schließen. Mit diesen Bett-Beauty-Tricks genügt der allabendliche Schönheitsschlaf, um in voller Pracht und vielleicht sogar neben einem märchenhaften Prinzen zu erwachen!

Dunkle Nacht, strahlender Morgen. Eine Schlafbrille sieht nicht nur divenhaft aus, sondern macht auch Sinn. Denn je dunkler es ist, desto mehr Melatonin produziert der Körper. Dieses sogenannte Schlafhormon bringt Organismus und Geist zur Ruhe und regt wichtige nächtliche Regenerationsmechanismen an.

Nächtliche Seelenruhe. Oft ist der Körper zwar müde, aber der Geist noch hellwach. Schaffen Sie sich regelmäßige Einschlafrituale, die die Seele nach einem stressigen Tag zur Ruhe kommen lassen und so den gesamten Organismus auf eine Nacht ohne Schlafstörungen einstimmen. Sie könnten beispielsweise zu einer regelmäßigen Uhrzeit das Licht dimmen und Aromakerzen mit Lavendelduft entzünden. Genießen Sie die schlaffördernden Aromen, während Sie für zehn Minuten einfach nur ruhig sitzen und innere Ruhe finden.

Fünf typische Schlafmythen

Dass es das Sandmännchen nicht wirklich gibt, wissen wir. Doch was es mit anderen Mythen zum Thema Schlaf auf sich hat, steht hier:

  • Der Schlaf vor Mitternacht ist der Beste. Falsch! Mit diesem Sprichwort will der Volksmund nur sichergehen, dass es überhaupt zu einer ausreichenden Schlaf-Stundenzahl kommt. Auch wer spät zu Bett geht, kann gut schlafen, solange er sämtliche Schlafphasen durchlebt.
  • Ein guter Schläfer schläft durch. Falsch! Mehrmaliges Aufwachen ist durchaus normal und wird oft gar nicht richtig wahrgenommen.
  • Ältere Menschen brauchen weniger Schlaf. Falsch! Oft ist der Schlaf älterer Menschen jedoch schlechter, sodass es subjektiv zu einer empfundenen verkürzten Schlafdauer kommt.
  • Nach einem Glas Wein schläft man besser. Falsch! Alkohol macht zwar müde. Um selbigen abzubauen, muss der Körper nachts jedoch Schwerstarbeit leisten. Das wiederum behindert die nächtliche Regeneration.

Guter Schlaf ist regelmäßig. Schlafstörungen sind nicht selten, aber zum Glück lösbar. Oft genügt es, den Körper an Rituale zu gewöhnen, die ihn auf den Schlaf einstimmen. Feste Schlafzeiten sind dafür ideal. Auch sollte das Schlafzimmer wirklich nur zum Ruhen und nicht für Aktivitäten wie Fernsehen oder Lesen genutzt werden.

Abendmahl ade! Dornröschen wäre niemals mit vollem Magen ins Bett gegangen. Denn sie wusste, dass dadurch vermehrt Insulin im Körper produziert wird, welches wiederum die Ausschüttung des wichtigen Regenerationshormons HGH (Human Growth Hormone) verhindert. HGH repariert Zellschäden, spaltet Fette und hilft sogar dem Gehirn, Gelerntes besser zu speichern. Es ist daher also der Jung-, Schlank- und Schlau-Macher schlechthin. Nicht nur Prinzessinnen, sondern auch Schlafexperten und Mediziner empfehlen daher spätestens drei bis vier Stunden vor dem Schlafen die letzte Mahlzeit zu sich zu nehmen.

Schön kühl, schönere Haut. Dicke Augen und dunkle Ringe sind nicht nur salzhaltigen Speisen am Abend, sondern oft auch einer zu hohen Raumtemperatur im Schlafzimmer geschuldet. Mehr als 18 Grad sollten es hier nicht sein. Die Entschlackungs- und Durchblutungsprozesse funktionieren bei geringen Temperaturen reibungsloser, sodass man sich am nächsten Morgen nicht nur erholter fühlt, sondern auch so aussieht.

Schluck für Schluck schöner. Wasser ist ein Jungbrunnen der Extraklasse. Denn je mehr Feuchtigkeit im Gewebe ist, desto besser funktioniert nicht nur die Mikrozirkulation der Zellen, sondern desto praller sind die Zellen auch gefüllt. Da der Körper durch Schweiß und Atmung über Nacht etwa 500 ml Flüssigkeit verliert, sollte man sowohl vor dem Schlafen als auch direkt nach dem Erwachen ein bis zwei große Gläser stilles Wasser trinken. Ayurveda-Anhänger legen übrigens eine Scheibe frischen Ingwer und Zitrone ins Wasser. Angeblich stimuliert das die Energiebahnen. In jedem Fall stärkt es aber die Abwehrkräfte.

Wohltat Wanne. Um Ruhe zu finden, nehmen viele vor dem Schlafengehen ein Vollbad. Die warme Temperatur und der Wasserdruck wirken entspannend auf Körper und Geist. Auch weicht ein Bad die Hautporen auf, sodass sie nun besonders durchlässig für Pflegestoffe sind. Verbinden Sie das Bad daher mit einer pflegenden Maske oder einem nährenden Serum. Wer nicht gänzlich abtauchen, aber dennoch der Haut ein besonderes Betthupferl gönnen möchte, der behilft sich mit einem kurzen Gesichtsdampfbad.


 

Perfektes Timing für die Schönheit. Gezielte kosmetische Behandlungen fördern die Schönheitswirkung der Nachtruhe. Vor allem solche Schönheitsrituale sind nun ideal, die reizend oder reinigend auf die Haut wirken, da die Haut über Nacht ausreichend Zeit und Möglichkeit zur Regeneration hat. Für das Reinigen von Mitessern, Zupfen der Brauen oder Anwenden von Reinigungsmasken und Peelings ist am Abend der perfekte Zeitpunkt. Belebende Pflegen oder Masken (z. B. mit Koffein) sind nachts hingegen fehl platziert. Die Regenerationsprozesse der Haut sind durch die HGH-Ausschüttung aktiv genug. Eine zusätzliche Aktivierung durch gezielte Power-Wirkstoffe wäre vergebene Liebesmüh.

Nächtliche Cremeschlacht. Spezielle Nachtcremes sind die ultimativen Schönheitswaffen für Dornröschenhaut. Solche Cremes sind gezielt für die Bedürfnisse der Haut während der nächtlichen Regenerationsphase entwickelt, unterstützen sie bei dieser Tätigkeit und gleichen überdies den sogenannten transepidermalen Feuchtigkeitsverlusts aus. Nachts verliert die Haut enorm viel Feuchtigkeit. Auch dadurch, dass sich die Hautporen im Schlaf auf ein Maximum weiten, kann Feuchtigkeit entweichen. Nachtcremes gleichen diese Verdunstung mittels feuchtigkeitsintensiver Speicherstoffe aus und nutzen die erweiterten Poren gleichzeitig, um Vitamine, Pflegestoffe und aufbauende Anti-Aging-Wirkstoffe ins Zellinnere zu schleusen.

Urlaub über Nacht. Die Nachtruhe eignet sich auch perfekt, um Sonne zu tanken – jedenfalls optisch. Dafür tragen Sie vor dem Verwenden der Nachtpflege einfach eine dünne Schicht einer selbst bräunenden Lotion auf. Achten Sie darauf, die Bräunungslotion gleichmäßig zu verteilen und auch den Hals und das Dekolleté einzuschmieren, damit das Ergebnis natürlich wirkt. Am nächsten Morgen strahlen Sie dann wie nach einer Woche Sonnenurlaub.

Besondere Pflege für müde Augen. Unsere Augen verraten wie sonst keine Körperstelle, ob der Schlaf erholsam oder doch etwas zu kurz war. Geschwollene Lider, dicke Tränensäcke und dunkle Ränder sind die stummen Zeugen schlafloser Nächte. Echte Schönheitsschläfer beugen vor: Wer seinen Kopf auf ein dickes Kissen etwas höher als den Rest des Körpers bettet, verhindert, dass sich Lymphflüssigkeit stauen kann und dicke, geschwollene Augen den morgendlichen Blick in den Spiegel trüben. Spezielle Augencremes mit abschwellenden Wirkstoffen, wie Ginseng, unterstützen diesen Effekt. Beim Auftragen der Augencreme ist jedoch Vorsicht geboten: Streichen Sie die Creme ohne Druck von der Innenseite der Augen nach außen! Durch diese Streichrichtung wird die Lymphflüssigkeit zum Abfließen animiert.


Nun heißt es: Schlafen Sie schön. Und erwachen Sie noch schöner!

 

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