Schön im Schnee

Ausgabe 2012/12-2013/01
Wer auf Österreichs Skipisten eine gute Figur machen will, muss nicht nur gut abfahren, sondern auch gut aussehen. Ein Ski-Vorbereitungskurs in Schönheitsfragen.

Foto: Can Stock Photo Inc. - Studio21214
Wenn der Berg ruft, können es ungeduldige Wintersportler kaum erwarten, seiner Einladung zu folgen. Kein Wunder: Der Anblick glitzernder Zuckerbäckerlandschaften und der Duft knisternd kalter Bergluft versprühen Romantik in Reinkultur. Doch während sich Mutter Natur von ihrer hübschesten Seite zeigt, haben ihre Gäste beim Blick in den Spiegel oft weniger Vergnügen. Triefend rote Nasen, ein schuppiger Teint, geplatzte Äderchen und elektrisierte Haare haben mit eleganter Schneeschönheit nicht viel zu tun. Wer trotz Rekordkälte gut aussehen will, hat es nicht leicht. Deshalb hier unser ultimativer Ski-Beauty-Ratgeber.

Pisten-Panne 1: spannende Haut
Um dem eisigen Fahrtwind zu trotzen, hüllt man sich in dicke Daunen, vergisst dabei aber allzu oft, dass auch die Haut ein wärmendes Mäntelchen braucht, um den Minusgraden standhalten zu können. Denn bereits ab einer Außentemperatur von acht Grad läuft der Stoffwechsel der Haut auf Sparflamme. Sie produziert nun rund ein Drittel weniger Hautfett und verliert damit ihren schützenden Talkmantel. Kalter Wind kann die Haut angreifen, aufrauen und minimale Frostschäden (Couperose) hinterlassen. In diesem Fall sind sogenannte Kälteschutzcremes wärmstens zu empfehlen. Sie enthalten Öl-in-Wasser-Verbindungen, die sich als schützender Film über die Haut legen und Mikrogefrierungen verhindern. Am besten haben Sie immer eine solche Coldcreme in der Tasche, um Spannungsgefühlen und Verkühlungen sofort entgegenwirken zu können.

Nachtcremes am Tag
Der perfekte Frostschutz
Im Winter kehren sich die Tageszeiten um. Jedenfalls beautytechnisch. Wer keine spezielle Kältecreme zur Hand hat, nutzt am Tag einfach seine Nachtpflege. Diese ist in der Regel fetthaltiger als eine Tagescreme und daher ein idealer Frostschutz.


Pisten-Panne 2: trockener Teint
Der ständige Wechsel zwischen kaltem Pistenwind und warmer, aber trockener Hüttenluft entzieht der ohnehin strapazierten Winterhaut den letzten Rest an Feuchtigkeit. Und das sieht man: Raue, schuppige Hautstellen sind im Skiurlaub normal, aber zum Glück zu verhindern. Erste Hilfe bieten Feuchtigkeitssprays, die den Durst der Haut in Sekundenschnelle stillen. Wer sich nicht extra einen Frischespray kaufen will, mischt ein Drittel Aloe-vera-Saft (er wirkt beruhigend und pflegend) mit zwei Dritteln Wasser, füllt das Ganze in eine handliche Sprühflasche und benebelt damit sein Gesicht, sobald er ins Warme kommt. Wichtig: Führen Sie diese spritzigen Frischekicks nur in geheizten Räumen durch. An der eisigen Winterluft würde die Feuchtigkeit auf der Haut gefrieren und dermatologische Frostschäden verursachen.

Pisten-Panne 3: rote, triefende Nasen
Knallrote Triefnasen stören nicht nur bei der Abfahrt, sondern rauben einem auch beim Blick in den Spiegel den letzten Nerv. Doch ist die Nase gereizt und gerötet, ist es meistens schon zu spät. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Vermeiden Sie daher zu häufiges Schnäuzen. Es strapaziert die empfindliche Nasenspitze, lässt sie noch röter werden und man trägt außerdem die pflegende Cremeschicht von der Haut ab. Balsamieren Sie die Nase lieber im Vorfeld mit einer dicken Schicht Vaseline. Diese Fettschicht verhindert, dass sich Feuchtigkeit auf der Haut absetzen und diese reizen kann. Die Vaseline können Sie übrigens auch ins Naseninnere geben. Die Schmierschicht verhindert, dass sich Bakterien und Vieren allzu leicht in den Atemwegen festsetzen können. Tipp: Balsamierte Taschentücher enthalten ätherische Öle oder Aloe vera, die den Red-Nose-Effekt weitestgehend verhindern.

Pisten-Panne 4: Sonnenbrand
Hautschädliche UV-Strahlen machen auch vor Eiseskälte keinen halt. In Skigebieten und anderen Höhenlagen ist die Sonnenbrandgefahr sogar besonders groß. Denn je näher man dem Himmel kommt, desto ungefilterter und damit konzentrierter treffen die Strahlen auf die Haut. Die Lichtreflektion des Schnees intensiviert diesen Effekt noch weiter. Eine  Sonnenschutzcreme gehört folglich ebenso zur schützenden Skiausrüstung wie Helm und Handschuh. Keinesfalls sollte man jedoch die Sonnencremereste des Sommers verwenden. Diese enthalten einen viel zu hohen Feuchtigkeitsanteil. Spezielle Winter-Sonnencremes arbeiten mit größeren Fettanteilen, um Gefrierungen zu vermeiden und die Haut mit einer schützenden Schmierschicht vor Frost und Eiswind abzuschirmen.

Harte Borsten, weiche Lippen
Keine Chance für spröde Lippen  Je rissiger die Lippen, desto größer ist die Versuchung, an ihnen zu knabbern. Widerstehen Sie, um die Haut nicht weiter zu reizen. Verhornte Hautzellen entfernt man sanfter, indem man täglich mit einer trockenen Zahnbürste über die Lippen reibt. Machen Sie dieses Borsten-Peeling abends, damit die Haut Zeit hat, sich zu beruhigen. Ein anschließendes Fetten ist natürlich Pflicht.




Pisten-Panne 5: Augenfalten, spröde Lippen
Die Hautpartie der Augen und Lippen trifft Väterchen Frost besonders hart. Diese Regionen sind nämlich nicht nur dünner als die übrige Gesichtshaut, teilweise fehlen ihnen auch schützende Talgdrüsen. Der Feuchtigkeitsverlust muss daher ausschließlich über die Zellteilung (und nicht über Talkproduktion) ausgeglichen werden. Da dieser Erneuerungsprozess jedoch nur träge abläuft, werden die Augen und Lippen umso rissiger und faltiger, je kälter und trockener es in ihrer Umgebung ist. Pflege von außen ist für ein gesundes Hautbild daher unerlässlich. Spezielle vitaminhaltige Eye-Cremes und -pads garantieren einen knitterfreien Augenaufschlag und sollten mehrmals täglich aufgetragen werden. Auch die Lippen müssen regelmäßig mit einem Fettstift gesalbt werden. Wichtig: So verlockend es ist, befeuchten Sie Ihre Lippen nicht mit der nassen Zunge. Die Feuchtigkeit gefriert im Freien und macht die zarte Haut nur noch spröder, als sie schon ist.

Pisten-Panne 6: Fett beim Apres-Ski
Wer von der kalten Piste auf eine heiße Party wechselt, muss auch pflegetechnisch umrüsten. Unter molligen Kältecremes beginnt die Haut zu schwitzen, wird rot und glänzend. Praktisch sind nun fertige Abschminktücher, mit denen Sie den Fettüberschuss im Handumdrehen abnehmen können. Sobald Sie wieder ins Freie wechseln, ist ein cremiger Frostschutz unerlässlich. Tipp: Wer keine Abschminktücher bei sich führen will, kann auch mit einem ölfreien Taschenpuder arbeiten. Betupfen Sie Stirn, Kinn und Nase mit dem mattierenden Kosmetikstaub. Das Puder saugt überschüssiges Öl wie ein Löschblatt auf und befreit die Haut von unschönem Glanz.

Glänzende Augen
Make-up-Tipp
Die empfindliche Augenhaut sollte beim Schneesport von Make-up verschont bleiben. Wer seine Augen dennoch strahlend zur Geltung bringen will, funktioniert seinen farbigen Lipgloss oder sein rotes Cremerouge einfach als Augenmake-up um und gibt ein paar Tropfen dieser cremigen Konsistenzen auf die oberen Augenlider. Die Farben erfrischen optisch und die Cremigkeit des Gloss oder Cremerouges fungieren als pflegender Fettmantel.


Pisten-Panne 7: Elektrische Haare
Im Winter haben die Haare ihren eigenen Kopf. Elektrisch fliegende Strähnen entstehen durch den Feuchtigkeitsverlust, den auch die empfindliche Hornschicht bei Minusgraden erleidet. Erste Hilfe bieten jetzt sogenannte Anti-Frizz-Produkte, die Feuchtigkeit bindendes Provitamin B5 oder Milchproteine enthalten, und den Fliegeralarm auf dem Haupt in Sekundenschnelle stoppen. Wenn auch das nicht hilft, hält man sich an Omas Notfall-Trick: Verreiben Sie etwas Handcreme in den Handflächen, streichen Sie damit sanft über die Frisur. Trockenen Mähnen droht noch eine weitere Gefahr. Vor allem, wenn sie direkt auf der Schulter aufliegen und dort ständig mit der Kleidung in Berührung kommen, brechen und splissen ihre spröden Spitzen. Schulterlanges Haar sollten Sie daher zu einem Pferdeschwanz zusammenbinden. Achten Sie zudem darauf, dass Sie nur Mützen aus Naturfasern tragen. Synthetische Stoffe elektrisieren und reizen die Haare.

Pisten-Panne 8: Schrilles Make-up
Wer Schnee-Männer-Herzen zum Schmelzen bringen will, muss gut aussehen. Die wichtigste Make-up-Regel lautet dabei: Puder reduzieren und Foundation maximieren. Cremige Make-ups pflegen und decken gleichzeitig. Wohlfühl-Tipp: Mischen Sie ein paar Topfen Selbstbräuner unter die Foundation – das zaubert Urlaubssonne in den Winterteint. Auch rote Wangen schenken blassen Mienen sofort mehr Lebensfreude. Doch Vorsicht vor Farb-Fauxpas: Pink und Orange sind Sommerfarben und daher ab November tabu. Schmeichelhafter sind gedeckte Rot- und Brauntöne.

Tipps für eine knitterfreie Stirn
Abdrücke von Hauben verhindern
Wollige Mützen wärmen den Kopf, hinterlassen aber manchmal unschöne und juckende Abdrücke auf der Stirn. Wer seinen Pistenfreunden beim Après-Ski knitterfrei die Stirn bieten will, legt zwischen Mütze und Haut einfach ein gefaltetes, idealerweise balsamiertes Taschentuch als Pufferzone. Das Tuch beugt nicht nur entstehenden Reibungen und Abdrücken vor, sondern verhindert auch, dass sich Make-up-Ränder in der Mütze festsetzen.

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