Montag, 16. September 2019

Schön bei Eis & Schnee

Ausgabe 02/2012
Klimaschutz spielt in Schönheitsfragen eine wichtige Rolle. Denn mit sinkenden Außentemperaturen steigt auch das Pflegebedürfnis der Haut. Experte Markus Dawid verrät, wie Sie unverfroren schön durch die Eiszeit kommen.

Foto: Piz Buin
Väterchen Frost kann ganz schön auf die Stimmung – und noch mehr auf die Schönheit – schlagen. Irritationen, Spannungsgefühl oder Rötungen sind im Winter keine Seltenheit. Wie empfindlich unsere Haut auf die Eiszeit reagiert, hängt davon ab, wie intakt ihre schützende Barriereschicht aus Fett und Feuchtigkeit ist. „Diese Schicht kann man sich wie ein Mäntelchen vorstellen. Je dünner und löchriger sie ist, desto angreifbarer ist die darunter liegende  Haut“, erklärt Dermatologe Markus Dawid aus Wien und verrät weiter: „Zwar hängt die Beschaffenheit dieses hauteigenen Frostschutzes stark von der individuellen Veranlagung ab, doch einen fast ebenso starken Einfluss haben äußere und beeinflussbare Faktoren.“ Welche das sind, verrät GESÜNDER LEBEN hier.

Cremige Durstlöscher. Den Durst winterlich ausgetrockneter Haut gilt es zu löschen – jedoch gerade nicht mit dem, was nahe liegt: „Wasser ist im Winter so gut wie tabu“, warnt Dawid. Denn Feuchtigkeit, die der Haut zugeführt wird, droht bei eisigen Winden schlimmstenfalls zu gefrieren und kleine Frostschäden zu hinterlassen. Aber auch in geheizten Räumen macht ein Feuchtigkeitsüberschuss keinen Sinn. Er würde durch die trockene Heizungsluft rasch verdampfen und ein noch trockeneres, rissiges Hautbild verursachen. Dawid erklärt, was wirklich hilft: „Statt reiner Feuchtigkeitspflege empfiehlt es sich, in den kühlen Monaten lieber auf so genannte Wasser-in-Öl-Emulsionen zurückzugreifen. Bei ihnen ist ein Anteil Wasser von einem Anteil Öl umhüllt. Der Ölmantel fettet und legt sich schützend über die Haut. So verhindert er, dass die beigemischten Feuchtigkeitsanteile entweichen können.“

Gerade im Winter benötigt Ihre Haut sehr viel Pflege. Wir zeigen, was Ihnen jetzt am besten tut.

Wasser sparen! Auch beim Reinigen und Duschen gilt es, im Winter mit Wasser sparsam umzugehen. Vor allem Vollbäder präsentieren sich zwar als wärmende Wohltat, bedeuten tatsächlich aber Stress für die Haut. „Wasser, das wärmer als 38 Grad ist, trocknet die Haut nämlich besonders aus“, erklärt der Mediziner. Wer dennoch abtauchen möchte, verwendet unbedingt cremige oder ölige Badezusätze, die die Haut bereits im Wasser salben und rückfetten. Verzichten Sie im Winter dagegen unbedingt auf aggressive Schaumbäder. Auch beim Duschen verhält es sich ähnlich: „Nicht länger und wärmer als nötig“, erinnert der Experte.

Lippen – zu spröde, um schön zu sein. Die Lippen bemerken die Minusgrade besonders schnell. Kein Wunder: Sie sind nur spärlich mit Unterhautfettgewebe ausgestattet. Talgdrüsen, die einen schützenden Fettfilm bilden könnten, fehlen ihnen sogar zur Gänze. „Die Lippen regulieren ihren Feuchtigkeitsverlust ausschließlich über die Zellteilung“, erklärt Dawid. Hilfe von Außen ist daher unerlässlich. Raue Lippen lieben vor allem pflanzliche Wachse und Öle. Diese bilden einen Wasser abweisenden Film, der die hauteigene Feuchtigkeit isoliert und bewahrt. Expertentipp: „Befeuchten Sie den Mund keinesfalls ständig mit der Zunge. Das Wasser verdunstet sofort und entzieht so noch mehr Feuchtigkeit.“

frau, schneeFoto: Beigestellt

Schneespaß im Freien. Ein Spaziergang im Schnee bedeckten Winterwald ist nicht nur schön, sondern macht auch schön. Und sogar fröhlich. „Durch das Tageslicht werden die Glückshormone Serotonin und Noradrenalin im Körper ausgeschüttet“, so Dawid. Selbst bei dichter Wolkendecke reicht die Intensität des Lichts, um das vegetative Nervensystem zu aktivieren. „Aber auch, um Schäden anzurichten“, ergänzt der Experte. Etwa 20 % der Sonnenstrahlen durchdringen selbst dichteste Wolken. „Lichtschutz ist daher auch in den dunklen Monaten Pflicht“, warnt Dawid eindringlich. Vor allem auf Skipisten, auf denen nicht nur durch die Höhenlage, sondern auch durch die starke Reflektion des Schnees die Strahlung intensiviert wird, sind hohe Schutzfaktoren (mindestens 30!) unerlässlich. Spezielle Winter-Sonnen-Cremes sind dabei kältetauglicher als ihre sommerlichen Kollegen. Durch den geringeren Feuchtigkeitsanteil kann es nämlich zu keinen Erfrierungen im Gewebe kommen. Tipp: Schützen Sie die dünne Haut der Augen und die Linse selbst durch das Tragen von Sonnenbrillen.

Genießen Sie herrliche Spaziergänge in unserer Winterlandschaft! Aber schützen Sie dabei Haut, Haare und Lippen!

Frostschutz für die Frisur. Auch vor unserer Haarpracht macht der Winter keinen Halt. Klirrende Kälte und trockene Heizungsluft entziehen dem Haar Feuchtigkeit und machen es spröde und brüchig. Verzichten Sie jetzt möglichst auf alkoholhaltige Produkte wie Schaumfestiger, Gel oder Haarspray. Auch beim Zusammenbinden ist Vorsicht geboten: Dünne Haargummis schneiden die ohnehin strapazierten Haare zu sehr ein und können ihr Brechen bedingen. Weiche und grobe Haarbänder sind jetzt besser. Wer etwas Zeit hat, gönnt seiner Mähne einen ganz besonderen Muntermacher: Verteilen Sie eine Packung aus frisch pürierter Avocado und beigemengtem Mandel- oder Olivenöl auf dem gewaschenen, fast (!) trockenem Haar, lassen Sie das Ganze 30 Minuten einwirken, ehe Sie es wieder ausspülen. Die hungrige Haarpracht wird diesen deftigen Leckerbissen dankbar annehmen und sich mit seidigem Glanz revanchieren.

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