Freitag, 18. August 2017

Schau, schau! Der Sommer ist da!

Ausgabe 2017.06

Wir genießen die ersten Sommertage, bewegen uns im Freien und freuen uns auf den Urlaub. Jedoch: Unsere Augen sind von der starken Sonneneinstrahlung weniger begeistert. Daher: Achten Sie jetzt ganz besonders auf Ihre Augen!


Foto: © Can Stock Photo - prometeus

Sommerzeit heißt auch: Schützen Sie Ihre Augen! Auch  wenn die Augenbrauen UV-Licht dämpfen und Blinzeln sowie verengte Pupillen verhindern, dass die Strahlen ins Auge eindringen: Ein ausreichender Schutz ist das nicht. Besonders in südlichen (Urlaubs-)Regionen, in denen die Sonne besonders stark ist, reicht diese „natürliche“ Abschirmung nicht mehr aus.

Gefährlicher Freizeitspaß. Aber auch bei uns heißt es: Achten Sie auf Ihre Augen! „Aufgrund der erhöhten UV-Strahlung durch höhere Ozonwerte in der Luft sind unsere Augen deutlich mehr Reizungen ausgesetzt. Neben allergischen Ursachen gibt es Reizungen durch zu viel Sonne, Zugluft, Chlor in Schwimmbädern oder Ähnlichem. Diese Faktoren können auch die Symptome eines trockenen Auges verschlechtern“, warnt Augenchirurgin und Fachärztin für Augenheilkunde Priv.-Doz. Dr. Christiane Falkner aus Wien. Die Gefahren lauern meist dort, wo wir am liebsten verweilen: Sowohl am Meer als auch im schneebedeckten Gebirge verstärkt die stärkere Reflexion die Strahlenbelastung. Daher gilt: Augen besonders schützen.

UV-Überdosis hat Folgen. Der ungeschützte Blick in die unterschätzte aggressive Sommersonne kann bereits ausreichen, um bleibende Sehschäden zu verursachen. „Besonders empfindlich auf die Strahlenbelastung reagieren Kinder, hellhäutige Menschen, aber auch Katarakt-operierte Personen“, weiß Falkner. Bindehautreizungen und Schäden der Hornhaut drohen. Gefährlich wird es aber auch, wenn Linse und Netzhautmitte durch ein Pterygium (Gewebswucherung der Bindehaut) oder eine Pinguecula (Degeneration im Bereich der Bindehaut) in Mitleidenschaft gezogen werden. Es können in diesen Fällen sogar chirurgische Eingriff nötig werden.

Sonnenbrand auf dem Auge. Sonnenbrand auf der Haut kennt fast jeder, doch kann auch das Auge von einer solchen Entzündungsreaktion betroffen sein. Aber wie entsteht ein Sonnenbrand auf dem Auge? Schuld daran ist laut Spezialistin Falkner zumeist eine plötzliche intensive UV-Strahlung, die einen „Sonnenbrand der Hornhaut“, eine sogenannte Keratitis photoelectrica, begünstigt. Bekannt ist dies etwa als Folge des Schweißens ohne Schutzbrille – starke Schmerzen und erhöhter Tränenfluss inklusive. Eine lange, hohe UV-Exposition kann zur Störung der Fotorezeptoren führen und auch das Entstehen einer Makuladegeneration – eine Gruppe von Netzhaut-erkrankungen – fördern.

Auf die Sonnenbrille kommt’s an! Ist das menschliche Sehorgan erst einmal betroffen, hilft nur noch der Augenarzt. Aber Achtung! Etliche Schädigungen sind nicht reversibel. „Daher ist der Schutz der Augen vor übermäßiger UV-Strahlung so wichtig“, warnt Falkner. Sobald ein Verdacht auf Augenschäden bestehe oder gar Schmerzen aufträten, sei umgehend ein Arzt zu konsultieren. Die Fachärztin appelliert daher, Vorsorge zu betreiben, extreme Sonnenbelastung zu vermeiden und die passende Sonnenbrille auszuwählen. Viele Menschen sind in Bezug auf das ideale Exemplar unsicher und wissen nicht, worauf sie achten müssen. Reichen dunkle Gläser und sind auch Billigvarianten ausreichend? Augenchirurgin Falkner empfiehlt hochwertige Sonnenbrillen, die mit einem CE-Zeichen und der Aufschrift „UV-Schutz 400“ gekennzeichnet sind. Diese bieten einen 100-prozentigen UV-Schutz in den drei unsichtbaren UV-Bereichen. So lasse sich der Urlaub am Meer und im Gebirge gefahrlos genießen.

Trockene Augen. In den heißen Monaten können auch trockene Augen schnell zum Problem werden – entweder aufgrund einer zu geringen Produktion oder einer erhöhten Verdunstung der Tränenflüssigkeit. „Als Auslöser kommen Belastungen durch intensive Computerarbeit, das Tragen von Kontaktlinsen oder Autoimmunerkrankungen wie Morbus Sjögren, Parkinson, Allergien, Diabetes sowie Lidfehlstellungen und Erkrankungen der Augenoberfläche hinzu“, so Falkner. Zusätzlich tragen Alter, Hormone und der Mangel an Vitaminen und Nährstoffen sowie einige Medikamente wie Entwässerungsmittel, Glaukomtropfen, Antidepressiva oder Antihistaminika zur Entwicklung von trockenen Augen bei. „Genauso können ‚oxidativer Stress’, also eine Kombination aus UV-Licht, Autoabgasen und Ozon, zu trockenen Augen führen. Es ist wichtig, sowohl mögliche Ursachen abzuklären, um diese nach Möglichkeit zu minimieren, als auch eine genaue Diagnose zu erstellen, damit man die optimale Therapie zur Linderung der Beschwerden findet“, ergänzt die Spezialistin.

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