Samstag, 23. Februar 2019

Sanft in Balance

Ausgabe 11/2010
Trockene Haut ist unangenehm – aber mit dem richtigen Pflege-Know-how ist Entspannung angesagt, und aus Reibeisenhaut wird die reinste Wonnehaut.

Foto: 4FR - istockphoto.com
Spannungen, Juckreiz und Rötungen gehören zu trockener Haut leider wie das Amen zum Gebet. Wie reizbar unsere Haut ist, hängt davon ab, wie intakt der Hydrolipidfilm ist, der sie umgibt, und wie gut die Hornschicht ihre Barrierefunktion erfüllt. Da trockene Haut von Natur aus sehr zart ist und nur eine dünne Hornschicht hat, können sie selbst kleinste Umwelteinflüsse aus der Balance bringen. Umso wichtiger ist es daher, ihr in jeder Hinsicht zu schmeicheln.

Satte Pflege
Trockene Haut braucht vor allem Fett und Feuchtigkeit im richtigen Verhältnis. Welches Maß angebracht ist, hängt dabei stark von den Bedingungen der Umwelt und des Klimas ab: Während im Sommer mehr Feuchtigkeit gefragt ist, würde selbige in den kalten Wintermonaten zu schnell gefrieren oder durch trockene Heizungsluft verdampfen. Statt reiner Feuchtigkeitscremes verwendet man im Winter daher so genannte Wasser-in-Öl-Emulsionen. Bei solchen Cremes ist ein Anteil Wasser von einem Anteil Öl umhüllt. Der Ölmantel pflegt die Haut und verhindert gleichzeitig, dass sich die beigefügte Feuchtigkeit verflüchtigt. Nachts darf man hingegen ruhig eine Creme mit erhöhtem Feuchtigkeitsgehalt auftragen, da die Haut nicht Wind und Wetter ausgesetzt ist. Schön geschmeidig bleibt der Teint auch, wenn Sie sich regelmäßig (im Winter ruhig zwei Mal pro Woche) eine lipidhaltige Maske gönnen.

Reinigung ohne Reizung
Um das empfindliche Gleichgewicht trockener Haut nicht unnötig zu strapazieren, heißt es auch unbedingt alkalische Waschsubstanzen, wie Seife, zu vermeiden. Das gilt übrigens nicht nur für das Gesicht, sondern auch für Hände und Körper. Sie stören die Barrierefunktion der Hornschicht und provozieren Hautirritationen. Besser ist es, auf spezielle Sensitiv-Produkte zu bauen, die auf den sauren ph-Wert des natürlichen Hornschichtmilieus abgestimmt sind und ihn schützen und stabilisieren. Sensible Hauttypen sollten übrigens auch auf Peelings gänzlich verzichten – die Rubbelkuren reizen zu sehr.

Baden ohne Reue
Gemein, aber wahr: Auch wenn es bei Nebel, Eis und Schnee noch so verlockend ist: Wer zu trockener Haut neigt, sollte um Vollbäder tunlichst einen großen Bogen machen, da heißes Wasser und seifenhaltiger Badeschaum die Haut extrem austrocknen. Wer auf die wohlig warme Wanne einfach nicht verzichten kann: Salz- (einfach eine Tasse Meersalz ins Badewasser geben) oder Ölbäder sind die mildere Alternative zu heißen Schaumpartys. Achten Sie dennoch darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist, und gönnen Sie sich nach dem Bad eine lipidhaltige Bodylotion.

Make-up, das schützt
Finger weg von Longlasting-Make-ups und pudrigen Compact- Make-ups. Sie enthalten Talkum oder Kieselsäure, die das ohnehin rar gesähte Hautfett wie ein Löschblatt aufsaugen. Besser eignen sich lipidhaltige Foundations. Durch ihren hohen Fettanteil legen sie sich wie eine schützende Isolierschicht über die Haut. Und nicht vergessen: Trockene Winterhaut will auch beim Abschminken in Watte gepackt werden. Reinigungsmilch oder Öle sind die Weichspül-Variante zu aggressiven seifen- oder alkoholhaltigen Abschminklotions. Beim anschließenden Eincremen gilt: die Creme sanft und liebevoll auftragen, denn die Haut ist ein Fühl-Organ. Seien Sie sanft zu ihr. Dann ist sie auch zu Ihnen schmeichelweich.

DIE TOP 6 DER PFLEGE:
Die besten – und fettesten – Wirkstoffe

  1. Sheabutter wird aus den zerstampften Kernen (Samen) des Sheanussbaumes gewonnen. Die Kerne bestehen bis zu 50 % aus Fett.
  2. Avocados reifen erst nach dem Pflücken. Die Frucht weist einen Ölgehalt von 40 bis 80 Prozent auf – ideal also für trockene Haut.
  3. Vitamin E: Das berühmte fettlösliche Schutzvitamin wirkt regenerierend und zellerneuernd und gilt daher als Geheimwaffe gegen (Trockenheits-) Fältchen.
  4. Allantoin ist ein Stoff, der in vielen Pflanzen vorkommt (z.B. Beinwell). Es bewirkt die Beschleunigung des Zellaufbaus, der Zellregeneration und beruhigt die Haut.
  5. Nachtkerzenöl wird aus den reifen Nachtkerzensamen gewonnen und enthält einen außerordentlich hohen Anteil an Gamma-Linolensäure, die besonders für die Haut von Neurodermitikern eine Wohltat ist, da sie beruhigend und regenerierend wirkt.
  6. Harnstoff (Urea) ist Bestandteil der natürlichen Feuchthaltefaktoren, die in der menschlichen Haut vorkommen. Urea erhöht den Wasseranteil in den oberen Hautschichten, spendet und speichert Feuchtigkeit.

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information