Donnerstag, 21. Februar 2019

Safer Sun-Guide

Ausgabe 05/2009
Wollen Sie die warmen Strahlen ohne böse Folgen für die Haut genießen? Dann hilft nur eins: Sonnenschutzmittel. Vollen Schutz gibt es nur bei richtiger Anwendung.

Foto: Dmitrijs Dmitrijevs - fotolia.com
Cremen, cremen, cremen! Nur so können Sie Ihre Haut schützen, wenn Sie die Sonne ohne Reue genießen wollen. Doch wussten Sie, dass die meisten von uns zwar brav zur Tube greifen, sich aber trotzdem nicht bestmöglich schützen, weil sie schlicht zu wenig der schützenden Creme, Lotion oder vom Öl nehmen. Die EU empfiehlt zwei Milligramm pro Quadratzentimeter, was insgesamt einer Menge von zirka sechs Teelöffeln entspricht. Einer für das Gesicht, einer für die Arme, einer für den Oberkörper, einer für den Rücken sowie je einer für die Beine. Der Sonnenschutz muss zudem dem Hauttyp und dem Zweck entsprechen. Als Faustregel gilt: Je länger der Aufenthalt in der Sonne, desto höher sollten UVB-Lichtschutzfaktor gegen Sonnenbrand und der UVA-Schutz gegen langfristige Hautschäden sein. Die neue Kennzeichnung vereinfacht die Wahl des passenden Sonnenschutzmittels.

Gewusst wie
Cremen Sie sich komplett ein – nicht auf exponierte Stellen wie Knie, Ellenbogen, Nase, Ohren und Lippen vergessen! Für Glatzköpfe gilt: Sonnenhut oder Kappe bieten zusätzlich Schutz. Auch wichtig: Schützen Sie Ihre Augen. Egal, ob im Urlaub in den Bergen oder am Strand oder auf der Fahrt ins Büro, sobald die Sonne scheint, greifen Sie zur Sonnenbrille! Diese schützt nicht nur, sie ist zugleich ein trendiges Accessoire. Last but not least: Vergessen Sie Ihre Hände nicht. Die Hände sind fast immer unausweichlich der Sonne ausgesetzt – und diese verraten ungeschützt nur zu gern Ihr wahres Alter.

Die Zeit läuft
Eine gängige Meinung ist, dass man durch häufigere Anwendung oder dickeres Auftragen von Sonnenschutzprodukten das Sonnenbad verlängern kann. Das stimmt leider nicht. Wenn einmal die Sonnenschutzzeit abgelaufen ist, lässt sie sich durch erneutes Auftragen nicht mehr verlängern. Dennoch sollte man nachcremen, denn schon allein beim Abtrocknen gehen zirka 80 Prozent des Schutzes wieder verloren.

Schutz zum Essen
Seit einiger Zeit gibt es in Apotheken unter dem Namen „Nutricosmetics“ auch Sonnenschutz in Form von Kapseln. Hier sind Wirkstoffe enthalten, die Botenstoffe freisetzen, die tief in die Haut gelangen. Diese unterstützen wiederum den durch die UV-Strahlen gefährdeten hauteigenen Zellschutz. Zusätzlich schützen Antioxidantien wie Beta-Carotin und Lykopin vor sonnenbedingter Hautalterung. Diese Produkte helfen Sonnenallergien  und Pigmentflecken zu vermindern. Der Schutz von außen mit den üblichen Cremes ist aber unerlässlich.

Know-how für den Einkauf
Sie sind nun schon ein Profi, was die Kunst des Eincremens, Sonnenschutzfaktor & Co betrifft. Auf ein paar Dinge sollten Sie trotzdem beim Einkauf von Sonnenschutzmitteln noch achten:
  • Lichtschutzfaktor: Je heller der Hauttyp und je intensiver die Sonneneinstrahlung, desto höher sollte der Schutz sein. Generell immer lieber zu höherem Schutz greifen.
  • UVA- Schutz: Die UVA-Kennzeichnung garantiert, dass der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes beträgt. Wasserfest: Wer viel im Wasser planscht oder Wassersport betreibt, sollte zu einem wasserfesten Mittel greifen.
  • Kinder: Sonnenschutzmittel für Kinder sind speziell für Kinderhaut entwickelt und auch kindgerecht beim Eincremen. Viele Marken erleichtern das für Kinder oft unliebsame Eincremen mit lustigen Motiven, netten Farben oder praktischen Sprühflaschen.
  • Lotion, Spray oder Creme? Das bleibt ganz dem persönlichen Geschmack überlassen. Lotionen und Sprays ziehen oft schneller ein als Cremes und sind daher vor allem bei Männern sehr beliebt.

Neu: Zusatzkennzeichnung für UVB
Der Lichtschutzfaktor, auch LSF, Sonnenschutzfaktor, Sun Protection Factor oder SPF, ist ein Maß für die Wirksamkeit des UVB-Filters. Heute müssen Sonnenschutzmittel mindestens einen LSF von 6 aufweisen. Um die Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors zu erleichtern, sind die gemessenen Lichtschutzfaktoren in Kategorien eingeteilt:

Auf Etikett genannte Kategorie          Lichtschutzfaktor
Niedriges Schutzniveau 6 – 10
Mittleres Schutzniveau 15 – 25
Hohes Schutzniveau 30 – 50
Sehr hohes Schutzniveau 50+

Wenn Ihre Haut die Sonne nicht verträgt
Knötchen, Quaddeln oder auch Bläschen nach dem Sonnenbad? Das sind typische Zeichen einer „Sonnenallergie“. Dieser Begriff beschreibt aber lediglich eine Gruppe von Hautveränderungen, die unter der Einwirkung von UV-Strahlen auf die Haut entstehen. Generell muss man verschiedene „Sonnenallergien“ unterscheiden, erzählt Hautspezialist Dr. Markus Dawid, Vorstand der Dermatologie im SMZ Süd in Wien:

  • Die Photoallergische Allergie Diese beruht auf einer Immunreaktion vom verzögertem Typ. Dabei gelangt ein Allergen auf die Haut und es kommt zur Ausbildung eines photoallergischen Kontaktekzems. Selten, aber doch können auch Medikamente so eine Reaktion verursachen.
  • Die Phototoxische Allergie Diese entsteht durch direkten Kontakt mit photosensibilisierenden Substanzen und gleichzeitiger bzw. anschließender Sonnenexposition. Beispiel die „Gräserdermatitis“ oder nach Kontakt mit Pflanzen (= Phytophototoxische Dermatitis), die Psoralene enthalten (Limone, Bergamottöl.)
  • Die Idiopathische Lichtdermatose Hierzu gehört die PLE (Polymorphe Lichtdermatose) und die sehr seltene Lichturtikaria. Die PLE ist eine häufig, chronisch rez. erworbene Lichtunverträglichkeitsreaktion. Hauptverursacht durch den UV-A-Bereich.

Was hilft? Pflege & Sonnenschutz bei Allergie

Wählen Sie eine Pflege Ihrem Hauttyp entsprechend, sie sollte so „leicht“ wie möglich sein – also moderne Texturen wie Sprays oder Fluids. Ist die Textur zu reichhaltig, kann die Haut nicht „atmen“ und mögliche Allergien können verstärken werden. Bei der Wahl des Sonnenschutzes ist ein photostabiler Breitband- UV-Filter mit hoher Wirkung auch im UV-A-Bereich absolutes Must. Denn UV-A Energie bei 75 % der Lichtdermatosen und Allergien eine entscheidende Rolle. Wenn eine Dermatose oder Allergie einmal entstanden ist, gehen Sie am besten sofort zum Hautarzt. Erst nachdem Sie Ihr Arzt über die für Sie richtigen Vorsichtsmaßnahmen informiert hat, sollten Sie sich wieder in die Sonne wagen.

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