Samstag, 23. Februar 2019

Rote und rissige Hände!

Ausgabe 2016.11

Viele Hausfrauen/-männer, Bäcker oder auch Pflegepersonal haben unter einem (chronischen) Handekzem zu leiden. Doch das muss nicht sein!


Foto: © Can Stock Photo - nastia 1983

Die gesunde Haut verfügt über eine natürliche Barrierefunktion, die den Körper vor Eindringen körperfremder Stoffe schützt. Kommt die Haut jedoch häufig mit reizenden und hautschädigenden Substanzen in Berührung, wird dieser Schutz geschwächt. Die häufige Folge ist ein sogenanntes Handekzem – eine oberflächliche Entzündung der Hände, die sich z. B.durch Juckreiz, Hautrötungen, Bläschen, Schuppung, nässende Hautdefekte und Krustenbildung bemerkbar macht. „Die häufigste Ursache des Handekzems ist die ständige Reizung der Haut mit Wasser bzw. chemischen Schadstoffen. Darunter fallen Reinigungschemikalien bei Putzpersonal genauso wie Haarfärbemittel bei Friseurinnen oder auch Latexhandschuhe in medizinischen Berufen“, erklärt Univ.Prof. Dr. Werner Aberer, Vorstand der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie des LKH-Universitätsklinikums Graz.

Pflegetipps für gesunde Hände

Sind Ihre Hände empfindlich?
Dann beachten Sie folgende Tipps:

  • Meiden Sie den Hautkontakt mit Lösungs- und Reinigungsmitteln sowie anderen hautreizenden Substanzen.
  • Waschen Sie Ihre Hände nur so oft wie unbedingt nötig.
  • Lassen Sie an Ihre Hände nur lauwarmes Wasser und milde Reiniger. Trocknen Sie sich anschließend gut ab.
  • Cremen Sie sich nach jedem Händewaschen mit einem geeigneten Pflegeprodukt ein.
  • Tragen Sie Schutzhandschuhe, wenn Sie mit Wasser oder aggressiven Substanzen in Berührung kommen. Hilfreich sind baumwollgefütterte Gummihandschuhe.
  • Schützen Sie Ihre Hände im Winter vor Kälte und cremen Sie sie besonders gut ein.

 

Das chronische Handekzem muss als Berufskrankheit verhindert werden!
Für die Vorbeugung berufsbedingter Hauterkrankungen bietet die AUVA Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein umfassendes Präventionsprogramm an. Arbeitsmedizinerin Dr. Roswitha Hosemann: „Dazu zählen Infofolder für viele Berufsgruppen, betriebliche Beratungen und Vorträge, Mitarbeiterschulungen und Hautschutzseminare, die über konkrete Risikofaktoren sowie individuelle Hautschutz-Maßnahmen im Beruf, aber auch in der Freizeit aufklären.“
Weitere Informationen: www.auva.at

Wenn Arbeit unter die Haut geht. Menschen, die in Nassberufen arbeiten oder ständig ihre Hände desinfizieren müssen, sind besonders anfällig für das chronische Handekzem. Das betrifft zum Beispiel Chirurgen, die einen Ausschlag von ihren sterilen Einmalhandschuhen bekommen, Bäcker, die keinen Mehlstaub vertragen, oder Pflegepersonen, denen das Desinfektionsmittel im wahrsten Sinne unter die Haut geht. Aber auch Hausfrauen sind – das ist nicht überraschend – eine der am häufigsten betroffenen Personengruppen. Arbeiten im Haushalt oder im Garten können die Hände stark beanspruchen, betont der Hautarzt: „Hausfrauen haben ständig Kontakt mit hautreizenden Stoffen, wie zum Beispiel säurehaltigen Flüssigkeiten, Reinigungssprays und Fettlösemitteln in Wasch- und Spülmitteln. Durch den täglichen Kontakt mit den vielen Problemstoffen kann der schützende Fettschutzfilm der Haut zerstört werden.“ Durch die Feuchtarbeit trocknet die Haut aus, sie wird sehr empfindlich und empfänglich für andere Einflüsse von außen wie Bakterien, Pilze und allergieauslösende Stoffe.

Rechtzeitig zum Facharzt. Geschätzte 5 bis 10 Prozent der Österreicher leiden im Laufe ihres Lebens an dem Handekzem, wiederum 5 bis 7 Prozent davon haben mit einer schweren, chronischen Form zu kämpfen. Doch nur rund die Hälfte aller Betroffenen wendet sich an einen Arzt, um die Symptome abzuklären und rechtzeitig zu behandeln: „Nicht selten werden die Veränderungen der Hände als Berufsrisiko einfach hingenommen“, sagt Dr. Roswitha Hosemann, Fachärztin für Arbeitsmedizin, Unfallverhütung und Berufskrankheitenbekämpfung der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Was viele dabei nicht bedenken: Die dahintersteckenden Handekzeme schränken nicht nur die Lebensqualität ein, sie können auch Probleme am Arbeitsplatz mit sich bringen. Hosemann: „Wird die unangenehme und oft schmerzhafte Hautkrankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann sie sogar dazu führen, dass man seine Ausbildung abbrechen bzw. den erlernten Beruf aufgeben muss.“ Daher sollte man bereits bei den ersten hartnäckigen Anzeichen wie schuppige, rissige und/oder gerötete Haut und Juckreiz, einen Hautarzt aufsuchen: „Im Anfangsstadium gelingt es meist gut, mit einer gezielten Therapie die geschädigte Haut wieder zu heilen und bleibende Schäden zu verhindern.“

Pflege ist die beste Vorbeugung. Mit relativ einfachen Vorkehrungen lassen sich die Hände im täglichen Einsatz ausreichend schützen. „Die richtige und konsequente Pflege der Haut ist eine wichtige Basis zur Vorbeugung“, betont Prof. Aberer. „Spezielle Hautschutzpräparate werden vor der Arbeit aufgetragen, sie bieten Schutz vor schädlichen Einflüssen während der Arbeit. Danach sind Hautpflege-Produkte sinnvoll, um eine Regeneration der Barrierefunktion der Haut zu ermöglichen. Bei besonders hautbelastenden Tätigkeiten sollten unbedingt Handschuhe benutzt werden. Der Arbeitgeber ist übrigens verpflichtet, diese zur Verfügung zu stellen. Der Experte empfiehlt, zusätzlich Baumwollhandschuhe unter den eigentlichen Schutzhandschuhen zu tragen: „Sie halten nicht nur die verarbeiteten Chemikalien fern, sondern sorgen auch länger für trockene Hände.“ Wer seine Hände aus hygienischen Gründen häufig waschen muss, sollte auf besonders milde Reinigungsprodukte achten. Sie enthalten idealerweise rückfettende Inhaltsstoffe, hier sind z. B. Waschöle zu empfehlen. Zusätzlich sollte nach jedem Waschen auch eine Pflegecreme aufgetragen werden. Aberer: „Natürlich nehmen diese Maßnahmen Zeit in Anspruch. Aber damit erhält man seine wichtigsten Werkzeuge gesund und verhindert Folgeschäden.“

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