Perfekte Reinigung für jeden Hauttyp

Ausgabe 2018.10

Reinigung hat nicht nur etwas mit Wasser und Seife zu tun, sondern vor allem mit unserem Hauttyp. Nur ein abgestimmtes Waschprogramm macht die Haut sauber und zugleich gesund und schön. Wie das geht? GESÜNDER LEBEN hat die Antworten!


Foto: © iStock: ValuaVitaly

Reinigung ist die Grundlage der Pflege. Und damit der erste Schritt zu einem gesunden und strahlenden Hautbild. Denn eine gute Reinigung wirkt auf zweierlei Weise. Erstens befreit sie die Haut von Rückständen wie Talg, Make-up oder Schmutz und macht sie damit durchlässiger für nachfolgende Pflegeprodukte. Und zweitens ist sie nicht nur ein Instrument der Säuberung, sondern auch der Pflege. Jedenfalls im idealen Fall. Wird die Reinigung nämlich exakt auf die individuellen Bedürfnisse der Haut abgestimmt, wirkt sie nährend und schützend. Doch leider nützen die wenigsten diesen wertvollen Pflege-Bonus ihrer Reinigung. Warum? Ganz einfach: Weil sie oft gar nicht wissen, welche Reinigungsrituale und Produkte zu ihrem Hauttyp passen. Und: welchen Hauttyp sie überhaupt haben. Doch das ist ab sofort kein Problem mehr. GESÜNDER LEBEN klärt auf – mit dieser kosmetischen Waschanleitung.

Normale Haut: So einfach, so sauber!

Normale Haut ist ein pflegeleichter Kandidat. Eine gute Reinigung hat für sie vor allem mit Regelmäßigkeit und Gründlichkeit zu tun. Konkret bedeutet das: Sowohl morgens als auch abends will normale Haut gewaschen werden. Am Morgen genügt dabei ein Schwall lauwarmes Wasser, der nicht nur feine Rückstände entfernt, sondern gleichzeitig auch die Mikrozirkulation in den Zellen aktiviert. Abends sollte das Waschprogramm etwas größer ausfallen: Erst braucht es Make-up-Entferner zum Lösen von Foundation und Schmutz. Und anschließend ein Reinigungsprodukt, das die Poren gründlich klärt. Leichte Waschgels mit Vitaminen sind dabei die praktischste Variante. Doch damit allein ist es nicht getan: Zu einer gründlichen Basisreinigung gehören neben der täglichen Wäsche auch gelegentliche Maßnahmen zur Tiefenreinigung: Peelings und/oder Reinigungsmasken sollten wenigstens ein Mal pro Woche durchgeführt werden, um die Hautoberfläche von Vehornungen zu befreien und aufnahmefähig für Pflegewirkstoffe zu halten.

Richtig reinigen: Die wichtigsten Dos und Don’ts

Weniger ist mehr

Beim Reinigen geht es mehr um Gründlichkeit als um Häufigkeit. Wer die Haut mehr als zweimal täglich mit Wasser und Reiniger behandelt, riskiert nicht nur Austrocknungen, sondern sogar eine vermehrte Talgproduktion und damit schlimmstenfalls das Entstehen von Unreinheiten. Wird der Haut nämlich zu viel Fett entzogen, reagiert sie mit einer intensivierten Nachproduktion – und das gilt nicht nur für ölige Haut, sondern für alle Hauttypen. 

• Tupfen, nicht rubbeln

Unsere Haut ist ein Fühlorgan – und will auch so behandelt werden. Statt sie schroff mit dem Handtuch trocken zu rubbeln, sollte man lieber sanft tupfen. Mechanische Reibung wirkt nicht nur reizend, sondern langfristig auch erschlaffend auf das Gewebe. 

Lippen und Augen

Die Haut an den Augen und Lippen verfügt nur über wenige Talgdrüsen, weshalb sie besonders schnell austrocknet. Sie sollten daher immer nur mit Waschessenzen gereinigt werden, die speziell für diese Sensibelchen konzipiert sind. So wird zwar hartnäckiges Make-up entfernt, die Haut aber gleichzeitig gefettet und genährt. 

Wohlgefühl zählt

Wer unsicher ist, ob er die richtigen Reinigungsprodukte benützt, erkennt dies an einem einfachen Test: Warten Sie nach der Reinigung ein paar Minuten ab. Wenn sich die Haut gut anfühlt, nicht spannt oder nach einer Creme dürstet, sind Sie auf der guten Seite; dann ist die Reinigung perfekt abgestimmt.  

Reinigung – nicht nur für die Haut

Um zu verhindern, dass Bakterien und Keime an die Haut gelangen, muss nicht nur selbige regelmäßig gesäubert werden, sondern auch sämtliche Schönheits-Utensilien, die mit ihr in Kontakt kommen. Schwämme und Tücher können dafür in der Maschine gewaschen werden. Pinsel und Applikatoren reinigt man hingegen per Hand mit speziellen Reinigungsessenzen oder mildem Babyshampoo. 

Trockene und sensible Haut: Reinigung mit Samthandschuhen
Kein anderer Hauttyp reagiert empfindlicher auf falsches Reinigen als trockene Mimosenhaut. Juckreiz, Spannungsgefühl und Rötungen sind die Strafe für zu aggressive Waschungen. Für solche Hauttypen gilt daher: Bitte immer nur mit milden und rückfettenden Produkten arbeiten. Vor allem Reinigungsmilch und -öl hat sich bewährt.

Wichtig hierbei: Solch fettige Reiniger werden fälschlicherweise oft auf die nasse Haut aufgetragen. Wesentlich ergiebiger ist es jedoch, die trockene Haut mit Reinigungsmilch oder -öl zu massieren und die Rückstände nach kurzer Einwirkzeit mit einem feuchten Waschlappen abzunehmen.

Und noch ein Tipp: Auch Bio-Reiniger ohne künstliche Tenside sind für empfindliche Hauttypen eine wohltuende Alternative zu klassischen Produkten.


 

Test: Welcher Hauttyp sind Sie?

Welche ist Ihre natürliche Haarfarbe? Und wie sehen Ihre Augen aus?

  1. Meine Augenfarbe ist hell, genau wie meine
  2. Ich bin dunkelblond oder brünett und habe grüne oder mittelbraune Augen.
  3. Ich habe kräftiges, dunkles Haar und dunkle Augen.
  4. Meine Haare sind inzwischen schon ganz schön grau geworden.

 

Stellen Sie sich vor den Spiegel und betrachten Sie Ihre Haut. Was trifft zu?

  1. Meine Haut ist eher transparent. Wenn ich auf dem Arm mit Bleistift einen Strich ziehe, hinterlässt das für mehrere Minuten eine rote Linie.
  2. Meine Haut sieht eigentlich recht rosig und glatt aus. Stellenweise wirkt sie manchmal etwas müde.
  3. Ich kann große Poren erkennen. Auf der Nase sprießen kleine Mitesser.
  4. Kleine Fältchen kann ich nicht leugnen. Auch verliert mein Teint hier und da an

 

Haben Sie kleine Fältchen? Wenn ja: An welchen Stellen sieht man diese am deutlichsten?

  1. An den Augen und am Mund.
  2. Ich habe Mimikfältchen an der Stirn und vom Lachen. Sonst nichts weiter.
  3. Ich habe eigentlich sehr wenig Fältchen.
  4. An den Augen, am Mund und an der Stirn sind die Fältchen in letzter Zeit deutlicher

 

Was tun Sie für die Schönheit Ihrer Haut?

  1. Ich habe eine besonders reichhaltige Tages- und
  2. Ich weiß gar nicht so genau, was meine Haut braucht. Ich benütze noch immer die gleiche Pflege wie vor fünf Jahren.
  3. Ich wasche mir so oft es geht gründlich das Gesicht. Kühlende Pads und Toner empfinde ich als sehr angenehm.
  4. Ich greife neuerdings gern zu Anti-Aging-Produkten.

 

Wie fühlt sich Ihre Haut nach einem Vollbad an?

  1. Sie spannt extrem. Manchmal schuppt sie sogar.
  2. Wenn ich lange gebadet habe, ist die Haut etwas rau.
  3. Sie riecht gut und fühlt sich an, wie immer.
  4. Nach dem Baden wirkt die Haut matt, trocken und müde.

 

Wie verändert sich Ihre Haut im Laufe des Tages?

  1. Später am Tag sieht meine Haut matter aus und fühlt sich rauer an.
  2. Eigentlich verändert sich das Hautbild kaum.
  3. Je später der Tag wird, desto intensiver glänzt meine
  4. Morgens wirkt der Teint noch frisch. Doch je später es wird, desto müder wirkt er.

Anspruchsvolle und reife Haut: Es darf etwas mehr sein
Auch dieser Hauttyp gibt sich nicht mit einer schnellen Katzenwäsche zufrieden. Anspruchsvolle, reife Haut verlangt nach einem extra Pflege-Kick, der die Zellen bereits während der Reinigung mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen unterstützt. Empfehlenswert sind (wie bei trockener Haut) cremige Reiniger, die mit Wirkstoffen wie Co-Enzym Q10, Vitamin E oder Naturölen (z. B. Arganöl) angereichert sind. Reife Haut legt aber nicht nur Wert auf die Auswahl, sondern vor allem auch auf die Anwendung des Reinigungsprodukts. Selbiges wird nämlich idealerweise ausgiebig in die Haut einmassiert; am besten sogar mit einer Reinigungsbürste. Der sanfte Druck wirkt aktivierend auf die Durchblutung und Zellaktivität, was wiederum die körpereigene Regeneration unterstützt.

Und noch ein Tipp: Als besondere Pflegezuckerl verwöhnt man reife Haut unmittelbar nach der Reinigung mit einem vitalisierenden Gesichtswasser. Feuchtigkeitsdepots, die bei der Reinigung gelitten haben, werden so umgehend aufgefüllt und schützen die Haut vor Trockenheit und Spannkraftverlust.

AUFLÖSUNG Welcher Hauttyp sind Sie?

Typ a: trockene und sensible Haut 

Dieser Hauttyp ist von Trockenheit, kleinen Fältchen und gelegentlichen Spannungsgefühlen oder sogar Juckreiz gekennzeichnet, weil die Balance zwischen Feuchtigkeit und hauteigenem Fett nicht im natürlichen Gleichgewicht ist. Ihre Haut nimmt zwar Feuchtigkeit auf, kann sie aber nur schlecht binden. 

Typ b: normale Haut 

Ihre Haut ist in einem idealen Gleichgewicht; sie produziert genau die richtige Menge an Fett und Feuchtigkeit, sodass sie sich in der Regel gut und gesund anfühlt und auch so aussieht.  

Typ c: fettige und Mischhaut 

Dieser Hauttyp produziert zu viel Talg und Fettsäuren; nämlich etwa eine doppelt so große Menge wie normale Haut. Dadurch können die Porenausgänge verstopfen, sodass der Teint zum Entstehen von Pickeln, Mitessern und Glanz neigt. 

Typ d: reife Haut 

Ab einem bestimmten Alter verlangsamen sich die typischen Regenerationsmechanismen der Haut, sodass der Teint schlaffer und müde aussieht. Auch Feuchtigkeit kann nicht mehr so gut gespeichert werden, gleichzeitig drosselt sich die Produktion von Hautfett. Reife Haut neigt daher zu Trockenheit und Fältchen. 

Ölige Haut und Mischhaut
Lästige Mitesser lassen sich zwar nicht einfach wegwaschen, die richtige Reinigung hilft aber, das Entstehen neuer Unreinheiten zu verhindern. Für Haut, die zu Pickeln und Pusteln neigt, ist ein klärendes Waschgel das beste Mittel der Wahl. Es löst den Fettfilm auf der Haut extra gründlich. Zudem ist es in der Regel mit Wirkstoffen wie z. B. Zink angereichert, welche die Haut daran hindern, übermäßig viel Hautfett nachzuproduzieren. Ein weiteres Muss bei öliger Haut sind regelmäßige Peelings. Die Rubbelkuren verhindern, dass sich verhornte Zellen oder hartnäckige Rückstände in den Porenausgängen festsetzen und diese verstopfen. Einige Spezialreiniger für unreine Haut haben aus diesem Grund bereits sanfte Schleifgranulate integriert, die zwar nicht so intensiv wirken wie ein reines Peeling, die Haut bei regelmäßiger Anwendung aber vor übermäßigen Ablagerungen schützen. Und noch ein Tipp: Bei entzündlichen Mitessern wirken Kamilledampfbäder nicht nur klärend, sondern auch desinfizierend und beruhigend. Einfach eine große Schüssel mit dampfendem Kamillentee füllen, die Dampftemperatur an den Innenseiten des Handgelenks testen und anschließend Gesicht und Dekolleté für circa zehn Minuten in den Dampf halten.

© Gesünder Leben Verlags GsmbH.