Samstag, 25. Mai 2019

Nie wieder Pickel!

Ausgabe 2013/02
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Pickel sind im Erwachsenenalter weder seltener noch schöner als in Teenie-Tagen. Konsequenz, kosmetisches Know-how und eine Prise Humor sind die einzigen Mittel, um Pickel dauerhaft loszuwerden.

Foto: Aqua Effect 38 V
Wer denkt, dass Pickel, Hautunreinheiten und Akne mit Ablauf der Pubertät verschwinden, der irrt und ist oft umso enttäuschter, wenn die kleinen, roten Spielverderber in jeder Altersstufe ihren Platz auf Stirn, Nase und Kinn finden. Denn Pickel sind keine Frage des Alters, sondern der Veranlagung. Das ist fies, aber zum Glück gibt es Abhilfe.

Hormone: Die wahren Bösewichte. Dass Pickel und Mitesser durch äußere Verunreinigungen entstehen, ist ein Ammenmärchen. „Zwar begünstigen verschmutzte oder bakterielle Eindringlinge von außen das Wachsen und die Entzündung eines Pickels, seinen Ursprung findet der Störenfried jedoch tief im Körperinneren“, erklärt Dr. Sibylle Wichlas, Dermatologin beim Juvenis Medical Center in Wien. Hormone sind die wahren Übeltäter, die Pickel und Hautunreinheiten entstehen lassen. „Akne steht, in jedem Grad ihrer Ausprägung, in einem unmittelbaren Zusammenhang zur Ansprechbarkeit der Talgdrüsen auf das männliche Hormon Testosteron“, so die Dermatologin. Die Produktion dieses Sexualhormons beginnt bei jedem Menschen in der Pubertät. Da hierbei starke Schwankungen und Schübe der Hormonkonzentration auftreten, ist die Häufigkeit und Ausprägung der Hautunreinheiten in dieser Lebensphase besonders stark. Testosteron stimuliert die Talgdrüsen zu vermehrter Talgabsonderung, gleichzeitig neigen die Ausführgänge unter Einfluss des Hormons zu einer stärkeren Verhornung. Folge: Die Kanäle werden enger und verstopfen. Was anschließend passiert, kennt jeder: Talg kann nicht abfließen, der Talgbeutel vergrößert sich, es entsteht ein sichtbarer, dunkler Mitesser, der letztlich unter verstärktem Druck an der Hautoberfläche nach außen als unschöner Pickel in Erscheinung tritt.

Pflegetipps bei Hautunreinheiten
Ob kleinere Pickel oder schwere Akne: Diese Pflegetipps gelten für alle, die die roten Feinde loswerden wollen.

  • Richtiges Cremen. Verwenden Sie  keine fettfreien Cremes, da auf diese Weise die  Talgproduktion noch mehr angeregt werden würde. Besser eignen sich fettarme, feuchtigkeitsspendende Texturen, wie Gels oder zarte Lotions. Einige Kosmetikmarken bieten sogar spezielle Pflegeserien für ölige Problemhaut an.
  • Alkohol-Verbot. Versuchen Sie keinesfalls, die Haut mit alkoholhaltigen Tonics auszutrocknen. Alkohol befreit die Haut zwar von überschüssigem Sebum; gleichzeitig entfernt er aber auch Lipide, die Feuchtigkeit in der Haut halten. Folge: Knitterfältchen bilden sich.
  • Regelmäßige Rubbelkuren. Gönnen Sie Ihrer Haut mindestens zweimal wöchentlich ein Peeling, damit ihre Oberfläche nicht verhornt. Wer mag, kann die Poren zusätzlich mit Tiefenreinigungsmasken klären.
  • Schluss mit unschönem Schein. Damit die Haut nicht fettig  glänzt, ist es ratsam, unter dem Make-up stets eine Schicht eines antiseptischen Glanz-Kontrolleurs aufzutragen.
  • Schnelle Hilfe. Ölabsorbierende Einwegtücher sind die Rettung bei akutem Glanz-Alarm unterwegs.


Pickel im Erwachsenenalter: keine Seltenheit. In der Pubertät erreicht die Testosteron-Produktion schwankende und teilweise extreme Werte. Solche Ausuferungen – und damit auch die Häufigkeit von Pickeln – lassen jenseits dieser Phase zwar nach, gänzlich lahmgelegt wird die Bildung von Testosteron jedoch nie. Wichlas ergänzt: „Wer zudem die Veranlagung zu einer besonderen Ansprechbarkeit auf dieses Hormon hat, ist auch im Erwachsenenalter keineswegs vor regelmäßig auftretenden Pickel-Pannen gefeit.“ Im Gegenteil: Im Erwachsenenalter kommen sogar noch weitere Faktoren hinzu, die das Entstehen von Hautunreinheiten begünstigen. „Psychischer Stress sowie hormonelle Veränderungen durch Schwangerschaft oder Pillen-Pausen verändern das Hautbild oft sehr massiv“, weiß die Hautärztin.

Quetschen: verlockend, aber verboten. Zeigt sich ein frecher, roter Pickel an Stirn, Nase oder Kinn, verspürt der Betroffene nicht selten eine unbändige Lust, den Störenfried sofort zu köpfen. Leider geht dieser Schuss fast immer nach hinten los. „Unsachgemäßes Herumdrücken lässt die Pein meist nur noch größer werden und führt zur Narbenbildung“, warnt Dr. Wichlas und erklärt den Grund dafür: „Durch oberflächliches Quetschen werden die im Talg enthaltenen, entzündungsaktiven freien Fettsäuren in die umgebende Haut gedrückt und locken weiße Blutkörperchen in diese Region. Hierdurch wird wiederum die Eiterbildung angeregt. Der Pickel wird folglich größer und schmerzhafter.“ Überlassen Sie die Exekution daher lieber einem Fachmann. Kleine, nicht entzündliche Mitesser können durch eine Kosmetikerin beseitigt werden. In schweren Fällen von regelmäßig auftretender Akne ist hingegen die Behandlung durch einen Hautarzt ratsam. „Ein chemisches Peeling oder eine Dermabrasion führt zu einer Ablösung der vernarbten Hautstellen. Die nachwachsende Haut ist dann wesentlich glatter und feinporiger“, so Wichlas.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Nie wieder Pickel!
Seite 2 Die größten Pickel-Lügen

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