Samstag, 21. April 2018

Nicht aufs Impfen vergessen!

Ausgabe 06/2010
Dank umfassender Impfprogramme bekommen Kinder heute nur mehr selten dramatisch verlaufende Infektionskrankheiten. Doch der Impfschutz muss regelmäßig aufgefrischt werden, was Erwachsene oft „vergessen“. Gerade jetzt vor dem Urlaub sind auch Reiseimpfungen wichtig.

Foto: istockphoto.com
Braucht mein Kind wirklich so viele Impfungen?
Univ.-Prof. Dr. Werner Zenz
Kinderarzt in Graz

Ja, denn Impfen ist die wirksamste Maßnahme, um Infektionskrankheiten zu verhindern. Bedenken Sie, wie viele Kinder früher etwa an Hirnhautentzündung, Masern, Kinderlähmung, Wundstarrkrampf, Pocken oder Diphtherie gestorben sind oder lebenslange Folgeschäden hatten. Dank umfassender Impfprogramme kennen wir – und die heutige Elterngeneration – diese dramatischen Krankheitsbilder nicht mehr. Manche Eltern hinterfragen daher die Sicherheit von Impfungen, doch Impfschäden sind extremst selten.

Der Nutzen von Impfungen im Kindesalter ist sogar noch größer, als allgemein angenommen. Denn bei Infektionskrankheiten, die von Mensch zu Mensch übertragen werden, können wir mit Hilfe einer hohen Durchimpfungsrate das Ansteckungsrisiko für nicht geimpfte Personen, etwa für die Großeltern, verringern. So kommt es zu einem Rückgang an Neuinfektionen und in der Folge sogar zu einem Verschwinden des Erregers.


Warum sind Erwachsene oft „Impfmuffel“?
Univ.-Prof. Dr. Ingomar Mutz
Leoben, Präsident des Österreichischen Grünen Kreuzes für Gesundheit

Bei den 20- bis 40-Jährigen sind Infektionskrankheiten, Gesundheitsprobleme und Vorsorgemaßnahmen kaum ein Thema. Dabei wäre eine Auffrischung von Schutzimpfungen wie Masern, Mumps, Röteln und gegebenenfalls Feuchtblattern gerade vor einer Schwangerschaft wichtig, um die Gesundheit des Ungeborenen nicht zu gefährden. Junge Männer werden wenigstens beim Bundesheer an Impfungen erinnert, bei jungen Frauen fällt diese „Kontrolle“ jedoch weg.

Auch die über 60-Jährigen vernachlässigen ihre Auffrischungsimpfungen. Sie denken fälschlicherweise, dass sie gegen die meisten Erkrankungen ohnehin schon „immun“ sind. Doch die Mehrzahl der FSME (Zecken)-Fälle in Österreich betreffen Senioren, und die seltenen Fälle von Tetanus treten ebenfalls bei älteren Menschen auf, die sich etwa bei der Gartenarbeit verletzt haben. Grippe- und Pneumokokken-Impfungen sollten bei Senioren ohnehin „Pflicht“ sein!


Welche Impfungen sind vor einer Reise wichtig?
Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch
Reise- und Tropenmediziner, Wien

Neben den Impfungen, die generell in Österreich empfohlen werden, raten wir jedem – auch ohne konkrete Reisepläne! – zu einer Hepatitis A- und B-Impfung. Ansonsten sind die erforderlichen Impfungen stark vom Urlaubsziel abhängig. Wir haben mittlerweile einen sehr guten und detaillierten Überblick über die Situation auch in exotischen Gegenden. Manche Impfungen wie Tollwut empfehlen wir dringend auch für weniger „exotische“ Gegenden, also für bestimmte Mittelmeerländer.

Reisemediziner beraten auch bei der Auswahl des Reiseziels – wenn Sie beispielsweise an Asthma leiden, entscheiden oft 50 Kilometer weiter nördlich oder südlich über den Erholungswert einer Reise. Gerade älteren Reisenden oder Familien mit kleinen Kindern empfehlen wir dringend, bei der Reiseplanung den Faktor „Urlaub“ in den Vordergrund zu stellen, auch wenn der eine oder andere Tempel dann eben nicht besichtigt wurde!

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