Freitag, 22. Februar 2019

Natürlich Schön

Ausgabe 07-08/2013
Seite 1 von 3

Bio boomt auch in der Beautybranche. GESÜNDER LEBEN hat deshalb Mutter Natur über die Schulter und in ihre grünen Cremetöpfe geschaut. Und beantwortet die wichtigsten Fragen in Sachen „grüne Kosmetik“.


Foto: Aveda

Das Regal ist etwa fünf Meter lang und bis zur Decke gefüllt mit Tiegeln, Tuben, Fläschchen und Ampullen. Naturfreundliche Öko-Ecken sind aus noblen Parfümerien längst nicht mehr wegzudenken, inzwischen kann aber auch jede Drogerie und Supermarktkette eine breite Auswahl an ökologischen Schönmachern vorweisen. Müssen sie auch. Denn Biokosmetik liegt voll im Trend. Und zwar nicht nur, weil Hollywoodschönheiten wie Madonna oder Jessica Biel auf Natur im Tiegel schwören, sondern weil es dem Konsumenten zum Bedürfnis geworden ist. Viele vertragen chemische Substanzen schlichtweg nicht mehr. Klassische Reaktionen der Haut auf künstliche Schönmacher sind juckende Haut und rote Flecken, teilweise treten sogar Allergien auf. Die Kosmetikindustrie hat das Problem erkannt und eilt – Hand in Hand mit Mutter Natur – zur Hilfe. Doch wer weiß, ob all die blumigen Worte auch wirklich ihr cremiges Versprechen halten? GESÜNDER LEBEN hat die Antworten.

Worin liegt der Unterschied zwischen konventioneller Kosmetik und Naturkosmetik?
Ziel von ökologisch korrekter Kosmetik ist es, schonender mit der Umwelt, aber auch mit dem Konsumenten umzugehen. Dazu gehört, natürliche statt künstliche Inhaltsstoffe – jedenfalls zu einem gewissen Teil – zu verwenden. Im besten Fall wird nur mit natürlichen Ölen und ohne künstliche Konservierungs- und Duftstoffe gearbeitet. Auch besteht der Anspruch, gänzlich auf Tierversuche zu verzichten. Aber Achtung! Begriffe wie „öko“ oder „organic“ haben hingegen keine tiefere Bedeutung, sondern gelten lediglich als generelle Lifestyle-Vokabeln für Naturkosmetik.

Was steckt hinter den bekanntesten Zertifikaten?

BDIH – Kontrollierte Naturkosmetik. 
Nach den Vorgaben dieses Zertifikats müssen Produkte, die sich Naturkosmetik nennen, auf synthetische Substanzen wie Paraffine und Duftstoffe sowie auf Tierversuch verzichten. Zudem gibt es eine Auflistung von Rohstoffen, welche aus Bioerzeugung stammen müssen.
NaTrue. Diese Organisation unterscheidet drei Zertifizierungsstufen. Drei Sterne beschreiben die höchste Kategorie und bedeuten, dass die Kosmetik mindestens 20 Prozent Naturstoffe enthält, welche zu 95 Prozent aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Höchstens 15 Prozent der Gesamtrezeptur dürfen aus „naturnahen“ Substanzen bestehen, die mithilfe chemischer Verfahren aus Naturstoffen gewonnen werden. 
Erdöle sind unzulässig.
Ecocert. Um das Ecocert-Siegel „Ökologische Naturkosmetik“ tragen zu dürfen, müssen 95 Prozent der Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs und 95 Prozent 
der pflanzlichen Rohstoffe „bio“ sein. Das schwächere Zertifikat von Ecocert nennt sich „Naturkosmetik“. Hierbei müssen ebenfalls 95 Prozent Naturstoffe im Produkt enthalten sein, aber nur 50 Prozent pflanzlicher
Biorohstoffe.
Demeter. 
Ein Produkt darf die Bezeichnung „Demeter“ tragen, wenn es zu 90 Prozent aus Demeter-Rohstoffen, also solchen, die aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, besteht.

Gibt es einen Unterschied zwischen Natur- und Biokosmetik?
Ja! Denn Biokosmetik ist zwar immer auch Naturkosmetik. Andersherum ist das aber nicht zwingend der Fall. Auch wenn im Laiengebrauch die Worte Natur- und Biokosmetik oft durcheinandergebracht werden, gibt es einen Unterschied zwischen beiden Kategorien. Anders als bei Biokosmetik müssen bei Naturkosmetika die Inhaltsstoffe nämlich nicht aus kontrolliertem biologischem Anbau stammen. Der Verzicht auf synthetische oder chemische Aromen, Lösungsmittel, Erdölvarianten oder chemische Weichmacher, Konservierungsstoffe und Tierversuche ist hingegen beiden Varianten gemein.

Was versteht man unter kontrolliert biologischem Anbau?
Bioprodukte zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht nur auf natürliche Inhaltsstoffe setzen, sondern dass diese auch aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Dadurch soll nicht nur gewährleistet werden, dass bereits am Anfang der Produktionskette mit den hochwertigsten Produkten gearbeitet wird, man möchte damit auch einen schonenden Umgang mit der Natur bewirken. Denn beim biologischen Anbau wird ausschließlich mit tierischen und pflanzlichen Düngemitteln sowie einer biologischen Schädlingskontrolle gearbeitet. Auf chemische Zugaben wird gänzlich verzichtet. Zwar entwickeln sich Pflanzen aus biologischem Anbau langsamer, dafür erreichen sie eine deutlich höhere Wirkstoffdichte und sind schadstoffunbelastet.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Natürlich Schön
Seite 2 Naturkosmetik
Seite 3 Bionagellacke

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information