Samstag, 07. Dezember 2019

Kreativität ist (k)eine Kunst

Ausgabe 2019.07/08
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„Ich bin nicht kreativ“, hört man immer wieder oder sagt es zuweilen sogar selbst. Doch das stimmt nicht, denn Kreativität ist etwas, das wir alle in uns haben. Nützen Sie doch diesen Sommer, Ihre Potenziale (neu) zu entfalten!


Foto: © iStock - Ekaterina Chebotareva

 

Der Begriff Kreativität kommt vom lateinischen Wort „creare“, das so viel bedeutet wie „etwas neu schöpfen, erfinden, erzeugen, herstellen, auswählen“. Mitunter wird auch das lateinische „crescere“ als Ursprung genannt – zu Deutsch: „geschehen und wachsen“. Es nimmt somit nicht wunder, dass unter Kreativität die Fähigkeit verstanden wird, etwas zu erschaffen, was neu oder originell und dabei nützlich oder brauchbar ist. Eine Definition also, die manch einen ins Schwitzen bringt, unter Druck setzt oder einem von vornherein den kreativen Wind aus den Segeln nimmt. Und das, obwohl unter Wissenschaftern weitgehend Einigkeit darüber herrscht, dass jeder Mensch kreatives Potenzial besitzt – zumindest prinzipiell. Denn laut Dr. Matthias Nöllke, einem der profiliertesten deutschsprachigen Speaker in den Bereichen Management und Kommunikation sowie Autor zahlreicher Bücher (unter anderem zu Kreativitätstechniken), „gibt es auch wenig Zweifel daran, dass einige Menschen gewissermaßen ‚von Haus aus’ erheblich kreativer sind als andere.“ Stellt sich die Frage: Warum ist das so? Und über welche Eigenschaften verfügen diese sogenannten Kreativen? „Sie erkennen Probleme und stellen das ‚Normale’ infrage. Sie sind flexibel und originell, denken also immer auch abseits eingefahrener Pfade bzw. abseits der Routine. Sie haben Spaß an der Arbeit, sind ausdauernd  und verfügen über ein ausgezeichnetes Know-how sowie eine sichere Urteilskraft“, so der Münchener Experte, der Literaturwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Politik und Musikwissenschaft studiert und seine Promotion dadurch finanziert hat, dass er die deutschen Dialogbücher für die ersten drei Staffeln der TV-Serie „Die Simpsons“ geschrieben hat. Freilich gilt es zu betonen, dass selbst sehr kreative Menschen nicht über alle genannten Eigenschaften verfügen bzw. dass diese nicht in gleicher Weise ausgeprägt sind. Allein: Wer seine Schwächen kennt, kann diese ausgleichen – sei es, indem er diese oder jene Eigenschaft gezielt fördert. Sei es, indem er sich Partner oder gar ein ganzes Team sucht, in dem sich die Stärken aller ergänzen. 

 

Geistesblitze

Darüber hinaus ist man sich in Fachkreisen auch darüber einig, dass niemand „kreativ im Allgemeinen“ ist, sondern nur „kreativ in diesem oder jenem“. Wer also seine kreative Ader, sein Spezialgebiet gefunden hat, sollte sich darauf konzentrieren. Zur Erinnerung: Kreative Köpfe haben ein ausgezeichnetes Know-how. Im Übrigen fallen kreative Ideen nicht vom Himmel. Genauso wenig handelt es sich dabei um „Geistesblitze“, die aus dem Nichts entstehen bzw. einen nur in der Natur, beim Autofahren oder unter der Dusche erleuchten. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, von Zeit zu Zeit Abstand zu gewinnen vom Problem, das es zu lösen gilt, oder vom Kunstwerk, an dem man gerade arbeitet. Allerdings können derart schöpferische Pausen nur dann Früchte – sprich: Ideenblitze – tragen, wenn vorher die Voraussetzungen dafür geschaffen wurden. Oder, um es mit Nöllkes Worten zu sagen: „Sie müssen die Lösung bereits im Kopf haben, bevor sie herausfallen kann.“

 

Normal kreativ 

Auch ist die Annahme falsch, dass Kreativität lediglich mit sogenannten künstlerischen Berufen und/oder Tätigkeiten einhergeht. Nicht nur Maler, Musiker, Designer und andere Künstler sind kreativ. Denn es gibt genauso „alltägliche Kreativität“. Dann ist die Rede vom „Small c“, während man bei der „außergewöhnlichen Kreativität“, die Künstlern bzw. Genies vorenthalten ist, vom „Big C“ spricht.  Doch Klassifizierung hin, Begrifflichkeiten her, Fakt ist: Kreativität zeigt sich in den verschiedensten Dingen – und eben auch im Alltag. Der eine lebt sie im Garten aus, der andere beim Umgestalten oder Dekorieren der Wohnung. Der eine malt Mandalas, der andere baut Modelleisenbahnen. Der eine schwingt den Kochlöffel und bringt köstliche Eigenkreationen auf die Teller, die andere verzaubert Torten zu Kunstwerken. Und wieder andere leben ihre Kreativität im Urlaub aus – von der Planung bis zum Malkurs auf der griechischen Insel. Ja, Kreativität steckt in jedem von uns. Mehr noch: Ihr sind keine Grenzen gesetzt, solange sie sich im Zusammenspiel von Begabungen, Wissen, Können, Persönlichkeitseigenschaften und unterstützenden Umgebungsbedingungen entwickeln kann.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Kreativität ist (k)eine Kunst
Seite 2 Tipps für mehr Kreativität

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