Donnerstag, 22. Oktober 2020

K(r)ampf den Adern! - Teilinvasives Veröden und Operation

Ausgabe 2018.06
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Teilinvasives Veröden und Operation. Bei der teilinvasiven Behandlungsform gibt es die Möglichkeit der Verödung, bei der je nach Methode entweder ein spezielles Medikament, ein Schaum oder eine Art Klebstoff in die Krampfader injiziert wird, die dafür sorgen, dass die defekten Venen verschlossen und damit inaktiv werden. Im Zuge der endovenösen Lasertherapie (EVLT oder ELVeS) oder der Radiofrequenz-Methode (z. B. VNUS-Closure) werden entweder eine Laserfaser oder ein Katheter in die Vene eingeführt. Diese lassen mittels Laser- oder Radiofrequenztechnologie Hitze entstehen, wodurch die Vene verschlossen und mit der Zeit vom Körper abgebaut wird. All diese Varianten werden, unter örtlicher Betäubung, ambulant durchgeführt. Zwar müssen die Patienten eine Zeit lang Kompressionsstrümpfe tragen, können aber unmittelbar danach gehen und in kürzester Zeit wieder Sport treiben. Extrem selten, vorwiegend bei sehr großen Krampfadern, ist eine operative Entfernung der kaputten Vene die beste Lösung.

Schlimmstenfalls droht Thrombose. Das Worst-Case-Szenario, sollten Venenleiden unbehandelt bleiben, ist das Entstehen von Thrombosen. Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel, das einerseits oberflächlich eine Vene verstopfen kann – dann macht sich dies meist als wadenschmerzende Venenentzündung bemerkbar. Andererseits kann es aber zu tief liegenden, gesundheitsbedenklichen Thrombosen kommen, die sich oftmals erst bemerkbar machen, wenn es schon fast zu spät ist. Falls das dort entstandene Gerinnsel nämlich verschleppt wird und in die Lunge wandert, könnte man eine Lungenembolie erleiden, die im allerschlimmsten Fall zum Tod führen kann. „Thrombosen löst man mit blutverdünnenden Medikamenten auf. Umso früher man sie entdeckt, desto besser. Je später, desto eher müssen die Patienten ihr Leben lang Blutverdünner einnehmen und Kompressionsstrümpfe tragen“, so Venenexperte Müller.

Vorsicht bei langen Reisen. Besonders jetzt in der Urlaubszeit sollten Menschen mit Venenleiden sogenannte Reisethrombosen nicht unbeachtet lassen. Ab vier Stunden Auto- oder Zugfahrt beziehungsweise bei Langstreckenflügen spricht man von einem erhöhten Risiko. Es ist ratsam, vorab den Arzt zu fragen, ob man sich vorbeugend Thrombosespritzen verabreichen soll. Weiters sollte man immer wieder einmal das Auto abstellen und eine längere Pause einlegen, in der man auf und ab spaziert. Ebenso kann man im Flugzeug oder Zug seine Runden drehen oder ein paar Turnübungen am Sitzplatz ausführen, wie das Bein anheben und wieder abstellen oder in alle Richtungen kreisen. 

10 Tipps gegen Venenleiden

Gesunde Venen, fitte Beine

  1. Bewegung, Bewegung! Wer viel sitzt, läuft eher Gefahr, Krampfadern zu bekommen. Im Büro immer wieder mal aufstehen, die Treppe statt den Lift  nehmen oder Beinübungen am Schreibtisch ausführen.
  2. Ausdauersport! Ein gestärktes Herz-Kreislauf-System wirkt sich positiv auf Beinvenen aus: also aufs Rad, ab zum Joggen oder rein in den kühlen Pool, um ein paar Längen zu schwimmen.
  3. Knick in der Vene! Wer gerne seine Beine übereinanderschlägt (meist betrifft das Frauen) oder kniend sitzt, der riskiert verstärkt, dass Venen regelrecht abgeknickt und dauerhaft ruiniert werden.
  4. Kühlen statt wärmen! Gezielte kalte Beinduschen oder das kühle Abbrausen nach einer heißen Dusche schaden nicht. Regelmäßige Saunagänge sind übrigens für Menschen mit Venenbeschwerden nicht ratsam. Für Gesunde gilt: Danach bitte abkühlen!
  5. Der Speck muss weg! Weniger Kilos heißt weniger Belastung – so auch für die Venen.
  6. Hoch mit den Beinen! Wer zwischendurch oder auch nachts seine Beine hochlagert, der unterstützt den Blutrückfluss und entlastet das Pump-system sowie die Venenklappen.
  7. Das richtige Schuhwerk! 10-Zentimeter-Heels und hohe Pumps machen den Venen das Leben schwer. Eine falsche Beinhaltung und ein fehlendes Abrollen des Fußballens stören den Blutfluss. Es empfiehlt sich, zu Hause und in der Arbeit unbequemes Schuhwerk auszuziehen oder barfuß zu gehen.
  8. Weg mit dem Glimmstängel! Nikotin fördert die Verkalkung der Venen und schädigt generell das gesamte Blutsystem.
  9. Runter die Gläser! Regelmäßiger Alkoholkonsum weitet die Venen und fördert das Entstehen von Besenreisern und Krampfadern.
  10. Zeigt her eure Strümpfe! Wer Venenleiden vorbeugen will (ratsam auch in der Schwangerschaft oder für Menschen, die viel sitzen), benützt Stützstrümpfe, die es in vier Stärkeklassen gibt. Im Supermarkt und in der Drogerie bekommt man die Stufen eins bis zwei. Wer stärkere will, muss zum Arzt und/oder zum Bandagisten. 

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