Kosmetischer Weckdienst

Ausgabe 2013/11

Der junge Tag hält einen taufrischen Teint und strahlende Schönheit bereit. Jedenfalls, wenn man weiß, wie man mit ein paar Beauty-Tricks am Morgen kosmetischen Kummer vertreibt.


Foto: ®Can Stock Photo Inc. - CITAlliance

Wenn die klare, kühle Morgenluft nach Tatendrang riecht, kann und soll man sich davon ruhig anstecken lassen. Wenn die Augen hingegen wieder mal zentnerschwer sind, die Nacht viel zu kurz und das Bett noch verlockend warm ist, dann hilft nur eines: Quälen Sie sich nicht, sondern cremen Sie sich glücklich und hübsch in den Tag. Ein kleiner kosmetischer Weckdienst hat schon so manchen Morgenmuffel zum Strahlen gebracht. Los geht’s!

Lüften, bitte!
Die größte Herausforderung für Winterschläfer ist das Augenöffnen. In den meisten Fällen – und besonders im Winter – hat dieses Startproblem einen Namen: Melatonin. In der dunklen Jahreszeit zirkuliert wesentlich mehr von diesem Schlafhormon im Blutkreislauf als in den hellen Sonnentagen. Je dunkler es ist, desto mehr Melatonin haben wir im Blut, desto müder sind wird und desto verschlafener sehen wir aus. Durchbrechen Sie diesen Teufelskreis, so früh es geht. Reißen Sie die Gardinen zur Seite und öffnen Sie das Fenster, sobald Sie erwachen. Überlegen Sie nicht, sondern tun Sie es einfach! Stehen Sie auf, nehmen Sie einen tiefen Zug kühler, sauerstoffreicher Morgenluft und blinzeln Sie ins zarte Tageslicht. Danach wird alles besser. Versprochen. Ein morgendlicher Mangel an Sauerstoff im Schlafzimmer drosselt nämlich die Durchblutung, sodass der rote Blutfarbstoff und Sauerstofftransporteur Hämoglobin nicht mehr durch die Haut schimmert und den Teint grau statt taufrisch wirken lässt. Frischluft kurbelt hingegen die Mikrozirkulation an und schenkt Rotbäckchen. Das Tageslicht erledigt den Rest. Denn selbst in der dunklen Jahreszeit dringen noch genug Lichtreize über die Augen ins Gehirn, um die Aktivität wichtiger Wach-Hormone wie Serotonin anzukurbeln.
Aufwach-Tipp aus 1001 Nacht: Indische Überlieferungen aus der ayurvedischen Lehre schwören auf heißes Wasser mit Zitrone und Ingwer, das unmittelbar nach dem Aufstehen getrunken wird. Das Wasser regt sämtliche Körperzirkulationen an, während die Wärme die Energiebahnen stimuliert und die  Zitronen-Ingwer-Kombination einen vitaminreichen Start in den Tag bescheren soll.  

Müde Augen munter machen!
Wer den Weg vom Bett ins Bad geschafft hat, schafft alles. Sollte das Antlitz dennoch nicht so fit aussehen, wie man sich nach der Sauerstoffdusche fühlt, dann greift man in die kosmetische Trickkiste. Geschwollene Augen sind ein typisches morgendliches Beautyproblem. Schuld an den unschönen Quelllidern sind neben zu kurzen Nächten auch ein Zuviel an Salz, Nikotin oder Alkohol. Um die vorabendlichen Sünden schnellstmöglich ungeschehen zu machen, sucht man Beichthilfe aus dem Kühlfach. Lassen Sie zwei Beutel Kamillentee zunächst im warmen Wasser ziehen, ehe Sie die Beutel für circa zehn Minuten ins Eisfach und dann für etwa fünf Minuten auf die geschlossenen Augen legen. Die Kälte erfrischt Geist und Gewebe gleichermaßen. Kühle Temperaturen ziehen die Lymphgefäße zusammen, wodurch die Mikrozirkulation in den Zellen angeregt und der Abtransport gestauter Flüssigkeit begünstigt wird. In der Kamillenblüte sind Wirkstoffe enthalten, die Reizungen mildern, sich wie ein salbender Pflegemantel auf die Haut legen und diese fühlbar und angenehm beruhigen. Aber was alle Morgenmuffel wohl am meisten freut: Die kühlen Augenpads schenken eine Extraportion Dunkelheit und noch ein paar wertvolle Relax-Momente.
Kaffee: nicht trinken, sondern cremen. Eine heiße Tasse Kaffee soll schon Tote geweckt haben. Und schmackhaft ist es außerdem, den Tag mit einem genussvollen Braunen zu beginnen. Gönnen Sie sich das schwarze Gold auch einmal in cremiger Form. Cremes, Seren oder Masken mit Koffein sind unbestritten wirkungsvolle Wachmacher für die Haut. Besonders als Augencremes bewirken sie abschwellende Wunder. Probieren Sie es aus!

Anti-Müdigkeits-Make-up

Die wichtigsten morgendlichen Make-up-Regeln für einen aufgeweckten Look

  • Weniger ist mehr: „Make-up light“ lautet die Devise am Morgen. Statt einer dicken Foundation wählen Sie lieber eine transparente Grundierung oder eine zarte BB-Creme, um den Teint leicht und frisch wirken zu lassen. Einen Anti-Grau-Effekt haben übrigens Produkte mit integrierten Perlmuttpartikeln.
  • Schatten einfach wegschminken: Der wichtigste Verbündete im Kampf gegen Nachtschatten ist der Concealer. Er spielt mit dem Licht, überlistet die Schatten und funktioniert ganz leicht. Tupfen Sie einfach die Concealer-Paste, die eine Nuance heller ist als Ihr übriger Hautton, in die inneren und äußeren Augenwinkel. Das hat einen Effekt wie zehn Stunden Schönheitsschlaf.
  • Aufgewecktes Augen-Make-up: Weißer Kajal, der am und im unteren Lidrand aufgetragen wird, kaschiert müde Augen optisch. Um das Gesicht klar und rein, aber nicht überschminkt wirken zu lassen, genügen schwarze Wimperntusche und transparenter Lipgloss. Noch heller und frischer wird der Blick nur noch, wenn Sie den inneren Augenwinkel mit einem nude- oder rosefarbenen Eyeshadow bestäuben.

Nachtschatten wegwischen!
Neben Schwellungen sind dunkle Ringe die häufigsten morgendlichen Schönheitsmakel der Augenpartie. Die finsteren Schatten entstehen, wenn sich Blut in erweiterten Gefäßen staut und durch die dünne Augenhaut als dunkle Fläche hindurchschimmert. Dagegen hilft ein Schönheitstrick, der sich fast gegen jede Beauty-Sünde bewährt hat: Wasser trinken, kühlen und die Augenpartie massieren. Wichtig hierbei: Streichen Sie immer vom Augeninneren nach außen. Niemals andersherum, um die Fließrichtung nicht zu behindern.
Geheimtipp gegen dunkle Schatten: Nach einem alten Hausrezept aus Großmutters Kräutergarten gelten zerdrückte Rosenblütenblätter, die für circa zehn Minuten auf die Augen gelegt werden, als Tipp gegen Augenringe.

Wach waschen? Besser nicht!
Ein Schwall kaltes Wasser weckt die müdesten Lebensgeister – allerdings nicht unbedingt auf die sanfteste Art. Auch die Haut heißt morgendliches Wasser und Waschen nicht immer willkommen. Im Gegenteil: Wer nicht zu unreiner, schnell fettender Haut neigt, begnügt sich morgens mit einer Katzenwäsche, um die Gesichtshaut nicht unnötig trocken werden zu lassen. Verschmutzungen müssen – sofern am Vorabend gründlich gereinigt wurde – ohnehin nicht entfernt werden. Ein übermäßiges Waschen des Gesichts ist daher morgens unnötig. Erfrischen und verwöhnen Sie die Haut lieber mit milden Gesichtswassern, die die Haut sanft reinigen, aber gleichzeitig durchfeuchten und mit belebenden Vitalstoffen versorgen. Für einen extra Frische-Kick bewahrt man das Gesichtswasser am besten im Kühlschrank auf.
Fernost-Tipp für Frühaufsteher: Asiatische Schönheiten schwören auf abgekühlten grünen Tee, den sie morgens mit einem Wattebausch auf der Haut verteilen. Der Tee wirkt anregend wie Kaffee und enthält viele Antioxidantien, die die Haut vor den Umweltbelastungen des Tages schützen.


 

Strahlenverstärker für den Teint
Müde Haut mit einem grauen Schleier ist morgens nichts Seltenes, oft aber die Quittung für abendliche Pflegedefizite. Meist ist ein Feuchtigkeitsmangel dafür verantwortlich, dass die oberste Hautschicht rau und trocken ist. Einfallendes Licht wird geschluckt, anstatt mit einem fröhlichen Strahlen reflektiert zu werden. Der Teint erhält dieses frische, satte Leuchten erst zurück, wenn sämtliche Zellen mit ausreichend Feuchtigkeit durchtränkt sind und diese nachhaltig speichern können. Als schnellen Durstlöscher schaffen Thermalsprays Abhilfe. Diese Mixturen aus Wasser und Vitalstoffen legen sich wie ein pflegender Nebel auf die Haut und pflegen die oberen Hautschichten. An zwei bis drei Morgen pro Woche lässt man dieser Erfrischung am besten ein kurzes Peeling vorangehen, das den Teint von stark verhornten, grauen Zellen befreit. Wichtig: Arbeiten Sie morgens keinesfalls mit mechanischen Schleifgranulaten, die die Haut reizen und über den Tag rot erscheinen lassen könnten. Chemische Rubbelkuren mit Fruchtsäuren sind milder und bekommen der Haut nach dem Aufstehen besser.

Knitterfältchen kaschieren
Soll das taufrische Strahlen des Teints den ganzen Tag erhalten bleiben, genügt eine rein oberflächliche Erfrischung nicht. Die Zellen müssen in ihrem Inneren durchfeuchtet werden, um dauerhaft satt zu strahlen. Und übrigens auch, um den Teint prall und jung wirken zu lassen. Knitterfältchen am Morgen sind ebenfalls ein deutliches Zeichen mangelnder Durchfeuchtung. Die Haut ist wie ein Schwamm. Nur wenn sie sich komplett vollsaugen kann, ist sie straff und glatt. Eine Feuchtigkeitspflege ist daher eine der wichtigsten Beauty-Maßnahmen des Morgens. Wer zu besonders trockener Haut neigt, achtet darauf, dass die Cremes Speicherstoffe, wie Hyaluronsäure, enthalten, die die Feuchtigkeitsabgabe und damit den Hydrogehalt der Haut über Stunden konstant halten. Ältere Haut ist überdies mit aufpolsternden Essenzen, wie Adenosin oder Kollagen, gut beraten. Solche Wirkstoffe bündeln die Feuchtigkeit zu Puffern, die den Teint unterfüttern und so richtig prall wirken lassen.
Wasser, Wasser und noch einmal Wasser.  Wasser ist das Schönheitselixier par excellence. Es durchspült die Zellen, schwemmt Schadstoffe aus und saugt die Zellen von innen derart voll, dass die Haut prall und faltenfrei wirkt. Trinken Sie über den Tag verteilt mindestens 1,5 Liter Wasser. Je mehr Sie trinken, umso frischer sehen Sie auch morgens aus.

Das Leuchten wecken
Nur ein Teint, der mit der Morgensonne um die Wette strahlt, sieht wach und erholt aus. Die Beauty-Industrie arbeitet hierfür mit allen Tricks. Beispielsweise werden oft mikroskopisch klein gemahlene Diamantsplitter oder andere Schimmerpartikel in die Cremes gemischt. Die Glitzerteilchen legen sich wie winzig-kleine Spieglein auf die Haut, reflektieren einfallendes Tageslicht und zaubern ein ultrafrisches Leuchten auf den Teint – jedoch nicht ganz ohne Haken. Die Glitzerteilchen neigen nämlich dazu, sich in Fältchen und Linien zu sammeln und diese zu betonen. Wer dem Teint daher ohne Glitzer-Essenzen mehr Leuchtkraft schenken will, verwendet – zusätzlich zur normalen Tagespflege – ein Brightening-Serum oder eine Maske. Solche Produkte brechen ungleichmäßige Verfärbungen sowie Sonnen- oder Altersflecken auf und hellen den Teint auf.
Beauty-Tipp: Traumteint am Morgen. Mischen Sie einen Tropfen Selbstbräuner mit Sofort-Effekt in Ihre Tages- und Körperpflege. Ein sonniger Teint mogelt eine Extraportion Frische in die Optik.

1. Hilfe gegen Pickel am Morgen
Wenn über Nacht ein harmloser Mitesser zu einem handfesten Pickel herangewachsen ist, hilft nur eines: Ruhe bewahren. Vorschnelle Quetsch- und Quengelmaßnahmen rächen sich im Laufe des Tages mit nur noch größeren Schönheitsmalen. Morgens – und eigentlich sowieso nie ­– sollte ein Pickel ausgedrückt werden. Statt ihn zu reizen und so für Bakterien angreifbar zu machen, tupfen Sie die Pustel lieber mit sogenannten „Anti-Blemish“-Produkten, die mit entzündungslindernden Essenzen (z. B. Hamamelis) arbeiten, ab. Auch hochprozentiger Alkohol wirkt desinfizierend. Anschließend können Sie die Stelle mit antibakteriellen Abdeckpasten unsichtbar machen. Ist die Pustel dann am Abend noch immer präsent, können Sie sie noch immer vorsichtig(!) entfernen. Über Nacht hat die Haut Zeit zur Regeneration.

Wach durch Kälte
Wecken Sie jetzt auch den Rest des Körpers auf. Duschen verbessert gleichzeitig Laune und Gesichtsfarbe. Für Morgenmuffel sind übrigens Showergels mit Pfefferminz-Extrakten ideal. Sie duften nicht nur nach Frische, sondern hinterlassen auch ein Prickeln auf der Haut. Richtig auf Touren kommt der Körper allerdings erst nach einer kleinen Mutprobe: Beenden Sie das Duschvergnügen mit einem gletscherkühlen Guss. Der Kälteschock lässt keinen Langschläfer kalt. Zudem heizt er die Durchblutung und Zellaktivität an. Die Haut wird rosig und angelagerte Schlackstoffe werden abtransportiert; was übrigens auch Orangenhaut-Opfer freuen dürfte. Denn die Dellen werden deutlich glatter, je weniger Ablagerungen im Gewebe stecken.

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