Samstag, 23. Februar 2019

Kosmetischer Weckdienst

Ausgabe 2013/11
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Der junge Tag hält einen taufrischen Teint und strahlende Schönheit bereit. Jedenfalls, wenn man weiß, wie man mit ein paar Beauty-Tricks am Morgen kosmetischen Kummer vertreibt.


Foto: ®Can Stock Photo Inc. - CITAlliance

Wenn die klare, kühle Morgenluft nach Tatendrang riecht, kann und soll man sich davon ruhig anstecken lassen. Wenn die Augen hingegen wieder mal zentnerschwer sind, die Nacht viel zu kurz und das Bett noch verlockend warm ist, dann hilft nur eines: Quälen Sie sich nicht, sondern cremen Sie sich glücklich und hübsch in den Tag. Ein kleiner kosmetischer Weckdienst hat schon so manchen Morgenmuffel zum Strahlen gebracht. Los geht’s!

Lüften, bitte!
Die größte Herausforderung für Winterschläfer ist das Augenöffnen. In den meisten Fällen – und besonders im Winter – hat dieses Startproblem einen Namen: Melatonin. In der dunklen Jahreszeit zirkuliert wesentlich mehr von diesem Schlafhormon im Blutkreislauf als in den hellen Sonnentagen. Je dunkler es ist, desto mehr Melatonin haben wir im Blut, desto müder sind wird und desto verschlafener sehen wir aus. Durchbrechen Sie diesen Teufelskreis, so früh es geht. Reißen Sie die Gardinen zur Seite und öffnen Sie das Fenster, sobald Sie erwachen. Überlegen Sie nicht, sondern tun Sie es einfach! Stehen Sie auf, nehmen Sie einen tiefen Zug kühler, sauerstoffreicher Morgenluft und blinzeln Sie ins zarte Tageslicht. Danach wird alles besser. Versprochen. Ein morgendlicher Mangel an Sauerstoff im Schlafzimmer drosselt nämlich die Durchblutung, sodass der rote Blutfarbstoff und Sauerstofftransporteur Hämoglobin nicht mehr durch die Haut schimmert und den Teint grau statt taufrisch wirken lässt. Frischluft kurbelt hingegen die Mikrozirkulation an und schenkt Rotbäckchen. Das Tageslicht erledigt den Rest. Denn selbst in der dunklen Jahreszeit dringen noch genug Lichtreize über die Augen ins Gehirn, um die Aktivität wichtiger Wach-Hormone wie Serotonin anzukurbeln.
Aufwach-Tipp aus 1001 Nacht: Indische Überlieferungen aus der ayurvedischen Lehre schwören auf heißes Wasser mit Zitrone und Ingwer, das unmittelbar nach dem Aufstehen getrunken wird. Das Wasser regt sämtliche Körperzirkulationen an, während die Wärme die Energiebahnen stimuliert und die  Zitronen-Ingwer-Kombination einen vitaminreichen Start in den Tag bescheren soll.  

Müde Augen munter machen!
Wer den Weg vom Bett ins Bad geschafft hat, schafft alles. Sollte das Antlitz dennoch nicht so fit aussehen, wie man sich nach der Sauerstoffdusche fühlt, dann greift man in die kosmetische Trickkiste. Geschwollene Augen sind ein typisches morgendliches Beautyproblem. Schuld an den unschönen Quelllidern sind neben zu kurzen Nächten auch ein Zuviel an Salz, Nikotin oder Alkohol. Um die vorabendlichen Sünden schnellstmöglich ungeschehen zu machen, sucht man Beichthilfe aus dem Kühlfach. Lassen Sie zwei Beutel Kamillentee zunächst im warmen Wasser ziehen, ehe Sie die Beutel für circa zehn Minuten ins Eisfach und dann für etwa fünf Minuten auf die geschlossenen Augen legen. Die Kälte erfrischt Geist und Gewebe gleichermaßen. Kühle Temperaturen ziehen die Lymphgefäße zusammen, wodurch die Mikrozirkulation in den Zellen angeregt und der Abtransport gestauter Flüssigkeit begünstigt wird. In der Kamillenblüte sind Wirkstoffe enthalten, die Reizungen mildern, sich wie ein salbender Pflegemantel auf die Haut legen und diese fühlbar und angenehm beruhigen. Aber was alle Morgenmuffel wohl am meisten freut: Die kühlen Augenpads schenken eine Extraportion Dunkelheit und noch ein paar wertvolle Relax-Momente.
Kaffee: nicht trinken, sondern cremen. Eine heiße Tasse Kaffee soll schon Tote geweckt haben. Und schmackhaft ist es außerdem, den Tag mit einem genussvollen Braunen zu beginnen. Gönnen Sie sich das schwarze Gold auch einmal in cremiger Form. Cremes, Seren oder Masken mit Koffein sind unbestritten wirkungsvolle Wachmacher für die Haut. Besonders als Augencremes bewirken sie abschwellende Wunder. Probieren Sie es aus!

Anti-Müdigkeits-Make-up

Die wichtigsten morgendlichen Make-up-Regeln für einen aufgeweckten Look

  • Weniger ist mehr: „Make-up light“ lautet die Devise am Morgen. Statt einer dicken Foundation wählen Sie lieber eine transparente Grundierung oder eine zarte BB-Creme, um den Teint leicht und frisch wirken zu lassen. Einen Anti-Grau-Effekt haben übrigens Produkte mit integrierten Perlmuttpartikeln.
  • Schatten einfach wegschminken: Der wichtigste Verbündete im Kampf gegen Nachtschatten ist der Concealer. Er spielt mit dem Licht, überlistet die Schatten und funktioniert ganz leicht. Tupfen Sie einfach die Concealer-Paste, die eine Nuance heller ist als Ihr übriger Hautton, in die inneren und äußeren Augenwinkel. Das hat einen Effekt wie zehn Stunden Schönheitsschlaf.
  • Aufgewecktes Augen-Make-up: Weißer Kajal, der am und im unteren Lidrand aufgetragen wird, kaschiert müde Augen optisch. Um das Gesicht klar und rein, aber nicht überschminkt wirken zu lassen, genügen schwarze Wimperntusche und transparenter Lipgloss. Noch heller und frischer wird der Blick nur noch, wenn Sie den inneren Augenwinkel mit einem nude- oder rosefarbenen Eyeshadow bestäuben.

Nachtschatten wegwischen!
Neben Schwellungen sind dunkle Ringe die häufigsten morgendlichen Schönheitsmakel der Augenpartie. Die finsteren Schatten entstehen, wenn sich Blut in erweiterten Gefäßen staut und durch die dünne Augenhaut als dunkle Fläche hindurchschimmert. Dagegen hilft ein Schönheitstrick, der sich fast gegen jede Beauty-Sünde bewährt hat: Wasser trinken, kühlen und die Augenpartie massieren. Wichtig hierbei: Streichen Sie immer vom Augeninneren nach außen. Niemals andersherum, um die Fließrichtung nicht zu behindern.
Geheimtipp gegen dunkle Schatten: Nach einem alten Hausrezept aus Großmutters Kräutergarten gelten zerdrückte Rosenblütenblätter, die für circa zehn Minuten auf die Augen gelegt werden, als Tipp gegen Augenringe.

Wach waschen? Besser nicht!
Ein Schwall kaltes Wasser weckt die müdesten Lebensgeister – allerdings nicht unbedingt auf die sanfteste Art. Auch die Haut heißt morgendliches Wasser und Waschen nicht immer willkommen. Im Gegenteil: Wer nicht zu unreiner, schnell fettender Haut neigt, begnügt sich morgens mit einer Katzenwäsche, um die Gesichtshaut nicht unnötig trocken werden zu lassen. Verschmutzungen müssen – sofern am Vorabend gründlich gereinigt wurde – ohnehin nicht entfernt werden. Ein übermäßiges Waschen des Gesichts ist daher morgens unnötig. Erfrischen und verwöhnen Sie die Haut lieber mit milden Gesichtswassern, die die Haut sanft reinigen, aber gleichzeitig durchfeuchten und mit belebenden Vitalstoffen versorgen. Für einen extra Frische-Kick bewahrt man das Gesichtswasser am besten im Kühlschrank auf.
Fernost-Tipp für Frühaufsteher: Asiatische Schönheiten schwören auf abgekühlten grünen Tee, den sie morgens mit einem Wattebausch auf der Haut verteilen. Der Tee wirkt anregend wie Kaffee und enthält viele Antioxidantien, die die Haut vor den Umweltbelastungen des Tages schützen.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Kosmetischer Weckdienst
Seite 2 Strahlenverstärker für den Teint

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