Mittwoch, 26. Juni 2019

Kann Sonne Sünde sein?

Ausgabe 02/2010
Der Winter ist lang und gnadenlos. Kein Wunder, dass bei vielen der Sonnenhunger jetzt größer ist als die Vernunft. Doch Vorsicht: Gefährliche UV-Strahlen können einen eiskalt erwischen!

Foto: Trinette Reed - istockphoto
Alle Jahre wieder steht es den Menschen ins Gesicht geschrieben, wie wichtig die Sonne und ihr warmes Licht für Wohlbefinden, Gesundheit und Schönheit sind. Die winterliche Sehnsucht sorgt daher jedes Jahr für Hochkonjunktur in den Urlaubsgebieten. Auf tropischen Trauminseln oder auf glitzernden Skipisten tanken Sonnenhungrige Licht, stärken die Seele und verschönern sich. Alles ist eitel Sonnenschein. Jedenfalls auf den ersten Blick.

Sonne mit Schattenseiten

Wer genauer hinschaut, erkennt schnell die Schattenseiten. Denn in den Wintermonaten sind Sonnenstrahlen zwar besonders verführerisch, aber leider auch besonders gefährlich. „nicht die Strahlen sind gefährlicher als sonst, sondern die Schutzfunktion der Haut ist im Winter schwächer als im Sommer“, verrät Dermatologe Dr. Michael Palatin aus Wien. Der hauteigene Schutzmechanismus ist jetzt vollkommen abgebaut. Die schädlichen Sonnenstrahlen treffen blasse Haut unvorbereitet und können nahezu ungehindert in dermale Schichten eindringen. Die Folge: Sonnenbrandrote und gereizte Hautstellen. „Auf lange Sicht lassen Spannung und Elastizität nach, die Haut altert frühzeitig. Schlimmer noch: Sonnenstrahlen haben direkten Einfluss auf das Zellinnere und begünstigen Hautkrebs“, warnt Palatin.

Brandgefahr im Schnee

Winterliche Temperaturen in Schigebieten können leicht über einen entstehenden Sonnenbrand hinwegtäuschen. Auch ist die UV-Belastung in Höhenlagen größer als im Flachland. Palatin erklärt, warum: „UV-Strahlen werden auf ihrem Weg vom All von der Luft gefiltert. Je näher man dem Himmel ist, desto stärker ist der schädliche UV-Gehalt des Lichts.“ Eine Sonnenschutzcreme gehört obligat ins Gepäck. „Ich rate zu speziellen Winter-Sonnencremes. Sie sind fetthaltiger und schützen die Haut vor Feuchtigkeitsverlust oder Erfrierungen. Ein Minimum von Lichtschutzfaktor (LSF) 20 ist Pflicht.“ Sonnenschutzprodukte unterscheiden sich auch durch die Art des UV-Filters. Es gibt chemische und physikalische. Letztere bestehen aus mikroskopisch kleinen Partikeln, die sich dicht auf die Haut legen und UV-Strahlen reflektieren. Physikalische Filter wirken sofort, chemische müssen erst in die Haut eindringen – daher etwa 20 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen.

Andere Länder, andere Sonne

Für Wärme und Sommerlaune nehmen Frost-Gefrustete oft unzählige Flugstunden in Kauf. Das macht sich bezahlt: Eine erhöhte Ausschüttung des Gute-Laune- Hormons Serotonin, verbesserte Infektionsabwehr und gedämpfter Appetit sind nur einige Pluspunkte. Doch nur durch schützender Sonnencremes lassen sich Hautschäden vermeiden. „Zu Urlaubsbeginn empfehle ich einen LSF von 50. nach ein paar Tagen kann man verringern“, so Palatin. Wer schwimmen geht, benötigt einen wasserfesten Sonnenschutz und sollte jedes Mal nachcremen. Dadurch lassen sich Sicherheitslücken schließen.“ Und wer in der Sonne erst mal sicher ist, kann sie auch in vollen Zügen genießen.

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