Samstag, 16. Februar 2019

Kampf dem kleinen Makel

Ausgabe 2013/05
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Schwaches Bindegewebe hat einem der liebe Gott gegeben, Narben entstehen durch Unfälle und Schwangerschaftsstreifen durch den Nachwuchs. Die gute Nachricht:  Wir können gegen diese Makel etwas tun!


Foto: Nivea

Orangenhaut, Narben, Hautrisse in Form von Wachstums- und Schwangerschaftsstreifen sowie erschlaffte Haut an Po, Schenkeln und Knien sind die häufigsten Schönheitsmakel am Körper. Allen gemein ist dabei dreierlei: Erstens sehen sie unschön aus. Zweitens verderben sie gründlich die Lust auf die Bikinisaison. Und drittens haben sie alle den gleichen Ursprung. All diese unschönen Erscheinungen entstehen nämlich im Bindegewebe. Und zwar durch eine Überlastung desselben.

Bindegewebe: der Schwachpunkt. Das Bindegewebe ist ein Körperareal, das sich über den gesamten Körper erstreckt und aus vielen kleinen elastischen Fasern besteht. Diese Fasern sind bei Frauen grundsätzlich weicher und dehnungsfähiger als bei Männern. Diese erhöhte Elastizität ist sinnvoll, damit sich die Haut im Fall einer Schwangerschaft maximal dehnen kann, ohne Verletzungen entstehen zu lassen. Anders als bei Männern sind die Bindegewebsfasern von Frauen zudem nicht netzartig, sondern parallel angeordnet, um eine maximale Dehnbarkeit zu garantieren. Im Prinzip gilt: Je weicher das Bindegewebe beschaffen ist, desto besser ist das für die Schwangerschaft; eine kluge Idee von Mutter Natur. Was ob all dieses Komforts jedoch leidet: die Optik! Denn ein extrem dehnbares Bindegewebe gibt zwar nach, sobald sich die Haut durch Schwangerschaft, schnelles Wachstum, Gewichtszunahme oder verletzungsbedingte Überreizung weiten muss, es reagiert darauf aber stets mit sichtbaren Folgen, wie Dehnungsstreifen, Narben oder Cellulite.

Schönheitsmakel: So entstehen sie. Dehnungs- oder auch Schwangerschaftsstreifen sind letztlich nichts weiter als die sichtbaren und narbenartigen Folgen einer Überdehnung des Bindegewebes der Unterhaut. Und Cellulite? Ja, auch Cellulite ist das Produkt einer zu schwachen Bindegewebsschicht. Orangenhaut entsteht nämlich, wenn Fettzellen anwachsen und nicht von der darüberliegenden Bindegewebsschicht gehalten werden, sondern sich durch die schwachen Bindegewebsfasern hindurch an die Hautoberfläche drücken können. Das ist übrigens auch der Grund, warum Orangenhaut keine Frage von Schlankheit oder der Figur ist. Selbst gertenschlanke Models bleiben von den unschönen Dellen nicht verschont. Ausschlaggebend ist nicht so sehr die Fülle und Anzahl der Fettzellen, sondern die Beschaffenheit und Festigkeit der Bindegewebsfasern. Schlanke Frauen mit einem schwachen Gewebe können daher sogar mehr Cellulite haben als pfundige Frauen, die über Bindegewebsfasern wie Stahlseile verfügen. Fazit: Diäten helfen im Kampf gegen Orangenhaut – ebenso wie gegen Dehnungsstreifen und Narben – gar nicht.

Diäten für einen Vorzeige-Body? Ein Mythos! Hungern hilft also nicht gegen Cellulite und erst recht nicht gegen Hautrisse. Eine bewusste und ausgewogene Ernährung allerdings schon. Die Ernährung hat nämlich steuernden Einfluss auf die Stoffwechselaktivität der Haut- und Fettzellen und damit auf das Anlagern und den Abtransport von Wassereinlagerungen und rückständigen Schlackstoffen. Sammelt sich im Gewebe zu viel Zellflüssigkeit an, werden die Haut- und Fettzellen unnötig vergrößert und sind damit leichter fähig, sich als Cellulitedellen durch das Bindegewebe an die Oberfläche zu bohren oder selbiges zu einer übermäßigen Dehnung zu bringen und so Risse zu hinterlassen. Eine figurfreundliche Ernährung legt vor allem Wert auf basenreiche Kost, wie Gemüse, Vollkorn- und Sojaprodukte und Fisch. Auf Salz, Zucker und Säure sollte hingegen möglichst verzichtet werden.  
GESÜNDER LEBEN-Tipp: gesunde Würze. Ohne Salz schmeckt das meiste Essen fad. Um dem Ganzen buchstäblich mehr Würze zu geben, ersetzen Sie den Salzanteil Ihrer Speisen doch einfach durch peppige Gewürze wie Chili, Rosmarin, Pfeffer oder Kümmel.

Sport: Schönheitsfehlern davonlaufen. Ohne Sport funktioniert in Sachen Traumfigur gar nichts. Vor allem im Kampf gegen Orangenhaut und schlaff werdende Haut an Knien, Po und Brust sind regelmäßige Kraft- und Ausdauereinheiten effektiv. Sportarten wie Aerobic, Zirkeltraining oder Tanzen, die Kraft- und Ausdauertraining vereinen, sind die ideale Figur-Fitness. Der Effekt wirkt gleich mehrfach: Zum einen wird durch Bewegung sämtliche Stoffwechselaktivität, also auch der Abfluss von Lymphflüssigkeit, gefördert. Sammeln sich keine Rückstände im Gewebe, muss sich selbiges nicht dehnen, sondern bleibt schön straff. Zudem entlastet der Aufbau einer festen Muskelschicht das ohnehin schwache Bindegewebe, indem es eine zusätzlich stützende Funktion übernimmt. Je fester und straffer die Muskelschicht ist, desto leichter kann sie das weiche Bindegewebe in eine feste, glatte Form pressen, desto straffer wirkt der Body und desto weniger Dellen können sich an die Hautoberfläche mogeln. Aber Achtung! Frauen mit einer großen Oberweite sollten beim Training stets einen festen Sport-BH tragen, der das weiche Brustgewebe stützt und vor erschütterungsbedingten Überdehnungen schützt.
GESÜNDER LEBEN-Tipp: Dehnungsstreifen bei Männern. Es kommt zwar nicht oft vor, aber auch Männer können ein schwaches Bindegewebe besitzen. Gleichzeitig neigen sie meistens zu einem raschen Aufbau von Muskelmasse. Geschieht dieses Muskelwachstum zu schnell, kann es passieren, dass auch das männliche Bindegewebe dieser Dehnung nicht standhält und zu reißen beginnt. Achten Sie daher auf einen langsamen Muskelaufbau. Trainieren Sie mit leichteren Gewichten, aber dafür einer stetig steigenden Wiederholungszahl.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Kampf dem kleinen Makel
Seite 2 In Bewegung bleiben

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