Samstag, 23. Februar 2019

Heile dich selbst!

Ausgabe 05.2015
Seite 1 von 2

Unser Körper verfügt über enorme Selbstheilungskräfte – wir müssen allerdings lernen, unserem „inneren Arzt“ zu vertrauen. GESÜNDER LEBEN verrät, wie das geht.


Foto: Can Stock Photo Inc. - ammentorp

Wir hören immer wieder davon, haben es vielleicht schon im Freundes- oder Bekanntenkreis oder gar bei uns selbst erlebt: Unser Körper, der ist eine Wundermaschine. Ein Wunderwerk. Krebspatienten, denen von Ärzten nur noch wenige Monate Lebenszeit vorhergesagt wird, leben mitunter noch mehr als 20 Jahre nach ihrer Diagnose – oder besiegen den Krebs sogar. Manchen Asthma-Patienten (oder anderen chronischen Schmerzpatienten bzw. Menschen mit Behinderungen) gelingt es, ihre Krankheit so sehr in den Hintergrund zu drängen, dass sie sich selbst als „gesund“ bezeichnen. Es müssen aber nicht immer lebensbedrohende oder -einschränkende Krankheiten sein, an denen wir merken, dass unser Körper uns im Grunde wohlgesinnt ist: Wunden heilen, Fieber bekämpft das Virus, die Mundschleimhaut regeneriert sich alle drei Tage, ebenso jene des Dickdarms. Selbst Krebszellen, die der Körper in regelmäßigen Abständen produziert, entarten deswegen nicht, da das Immunsystem diese sofort wirksam bekämpft. Ja, der Körper ist unser Freund. Wie bei jeder anderen Freundschaft müssen wir jedoch auch unserem Körper Vertrauen entgegenbringen – und die Bereitschaft, sich auf ihn einzulassen. Dafür passt der Körper, unser Freund, auf uns auf – mithilfe seiner Selbstheilungskräfte.

So aktivieren Sie Ihre Selbstheilungskräfte!

• Lachen Sie mindestens einmal am Tag herzhaft – auch wenn Ihnen nicht danach ist!
• Bemühen Sie sich um positive Gedanken, auch in Form von Selbstgesprächen: „Ich möchte gesund bleiben!“, „Ich möchte so schnell als möglich gesund werden!“
• Entspannen Sie mithilfe von Yoga, Meditation oder Progressiver Muskelentspannung.
• Akupunktur oder Akupunkturmassagen wirken sich positiv auf den Energiefluss im Körper aus.
• Ernähren Sie sich gesund und verzichten Sie auf ein Übermaß an Zucker und Milchprodukten.
• Treiben Sie regelmäßig Sport in der freien Natur.
• Erinnern Sie sich an die Umstände, als Sie das letzte Mal das Gefühl hatten, Bäume ausreißen zu können.
• Unterdrücken Sie nicht sofort Beschwerden (z. B. Fieber), sondern geben Sie Ihrem Körper Zeit, selbst mit der Krankheit fertigzuwerden.

Wir heilen uns selbst. „Jeder Mensch hat Selbstheilungskräfte“, betont die deutsche Lebensberaterin und Autorin Brigitte Hamann („Wie Sie Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren“, www.brigitte-hamann.de) im Gespräch mit GESÜNDER LEBEN. „Ohne unsere Selbstheilungskräfte können wir gar nicht überleben. Jede Heilung ist immer Selbstheilung. Die Medizin kann hier nur anregen und assistieren.“ Auch der Wiener Allgemeinmediziner und Experte für Komplementärmedizin Dr. Franz Gerald Jonas (www.dr-jonas.at) ist überzeugt, dass unser „innerer Arzt“ stets versucht, das Beste zu geben: „Unser Körper heilt sich laufend selbst. Wir müssen jedoch lernen, sensibler und genauer auf unsere Selbstheilungskräfte zu hören, und vor allem, ihnen auch zu vertrauen.“ Experten sprechen hier von der Salutogenese: Diese Wissenschaft der „Gesundheitsentstehung“ stellt die Gesundheit, nicht die Krankheit in den Mittelpunkt. Dazu gehört auch, die persönlichen Gesundheitsquellen zu kennen und zu nutzen, um mit Krankheiten fertigzuwerden. „Mit unseren Selbstheilungskräften lassen sich circa zwei Drittel aller Krankheiten in ihren Auswirkungen mildern, wenn nicht gar verhindern“, ist Jonas überzeugt. Auch Studien belegen, dass Patienten, die mit ihrem Körper im Einklang sind und sich Gutes gönnen, größere Chancen haben, eine schwere Krankheit zu besiegen, als jene Patienten, die sich der Krankheit (unbewusst) ausliefern, weil sie den Zugang zu ihrem „inneren Arzt“ verloren haben.

Krankheit als Symptom. Verwunderlich ist dies nicht, haben wir es doch in einer Zeit, die immer schneller, immer hektischer wird und vor allem sehr stark auf Leistung ausgerichtet ist, verlernt, eine enge Beziehung zu unserem Körper aufzubauen. „Auch aufgrund der prekären Arbeitssituation erwarten sich viele Patienten heutzutage ein Medikament, das möglichst schnell und wirksam die Symptome der Krankheit unterdrückt“, bedauert Jonas. „Man gibt sich selbst und seinem Körper nicht mehr die Zeit, auf natürliche Weise zu heilen.“ Die Folge: Die Selbstheilungskräfte werden geschwächt. Aber auch andere Aspekte schaden unserem „inneren Arzt“, wie Hamann erklärt: „Seelische Belastungen, Stress, Selbstzweifel, die Unfähigkeit, sich aus einer Situation zu befreien, in der dies dringend nötig wäre, aber auch die Unfähigkeit, gesunde Grenzen zu setzen, schwächen die körperlichen Selbstheilungskräfte.“ Jonas und Hamann betonen, dass auch unsere Ernährung zu einem erheblichen Teil unsere Selbstheilungskräfte beeinflusst. Sie kritisieren vor allem Fertiggerichte sowie ein Übermaß an Zucker, rotem Fleisch und Milchprodukten. Hamann: „Über die moderne Ernährung nehmen wir Substanzen auf, die zum Teil hochgradig schädlich sind, wie vor allem Gluten, Glutamat, Phosphat und Zucker.“

Seelisches Ungleichgewicht. „Selbstheilung ist ein vielschichtiger Prozess“, so Hamann weiter. „Er wird grundlegend von der Psyche bestimmt. Unsere Gedanken erzeugen Gefühle – das zeigt auch die Neurobiologie. Diese hat nachgewiesen, dass Gefühle stark in das Immunsystem und unseren Gesundheitszustand eingreifen. Gesundsein und Gesundwerden – also Heilung – ist ein tiefinnerer Prozess, denn jede Erkrankung, bis zu einem gewissen Grad auch jeder Unfall, ist das Ergebnis einer inneren Unstimmigkeit in unserem Leben.“ Selbiges betont auch Jonas, der, ganz in der Tradition der TCM-Medizin, den Hauptgrund der primären Krankheitsentstehung darin sieht, „wenn Körper, Geist und Seele nicht in harmonischem Einklang miteinander stehen. Körperliche Beschwerden sind oftmals ein Symbol für ein seelisches Ungleichgewicht.“ Sowohl Langzeitstudien als auch neue Untersuchungen, so Jonas weiter, belegen, dass Gedanken und Immunsystem miteinander verknüpft sind und nicht unabhängig voneinander existieren. „Zuerst entsteht eine seelische Schwäche, danach eine Schwäche im Meridiansystem und als Letztes zeigt der Körper an der entsprechenden Stelle Probleme.“ Jonas: „Es ist nicht selten, dass Patienten, die mit Wut, Frustration, Depression und Stress zu kämpfen haben, Leberprobleme entwickeln. Trauer beeinflusst die Lunge, Angst und Panikattacken wirken sich negativ auf das Herz und die Nieren aus. Und bei Stress in der Arbeit reagiert oft die Milz, aber auch die Bauchspeicheldrüse bzw. die Verdauungsorgane.“  Arbeitet man an der Psyche, verbessern sich oft auch die Beschwerden – und umgekehrt.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Heile dich selbst!
Seite 2 Gehirn beeinflusst Immunsystem

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-02 130x173

Aktuelles Heft 02/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. März

 

Unsere Ausgabe 12/2018-01/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Sind Sie zu Ihrem Arzt immer ehrlich?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information