Montag, 22. April 2019

Haut, Spiegel deiner Seele - Stress ist nicht gleich Stress

Ausgabe 2018.12-2019.01
Seite 2 von 2

 

Stress ist nicht gleich Stress
Psychische Belastungen betreffen alle Bereiche unseres Lebens. So können Vorbereitungen für das Weihnachtsfest, ein voller Terminkalender oder eine bevorstehende Prüfung ebenso stressig sein wie Beziehungsprobleme, Geldsorgen oder Todesfälle. Was der Einzelne als bedrückend empfindet, kann er nur selbst feststellen. Durch diese intensiv erlebten Reize können – bei entsprechend genetischer Bereitschaft – psychosomatische Hauterkrankungen zum Vorschein kommen. „Zu den Hauterkrankungen, die unter Stress neu oder verstärkt auftreten, zählen u. a. Akne, Ekzeme, Schuppenflechte, Neurodermitis sowie Nesselausschlag, aber auch Fieberblasen, Gürtelrose, kreisrunder Haarausfall oder die Weißfleckenkrankheit“, so Sator. „Hält der Stress an, ist er also chronisch, kann es sein, dass das entzündungshemmende Hormon Cortisol unzureichend produziert wird und die Krankheiten intensiviert werden.“ Studien belegen, dass fast jede dritte Hauterkrankung psychosomatische Ursachen haben könnte. Viele davon, wie beispielsweise die Neurodermitis oder die Schuppenflechte, betreffen auch unsere Jüngsten. „Von Neurodermitis sind europaweit mittlerweile ca. 20 Prozent der Kinder betroffen. Diese Zahl wird aufgrund von Umweltfaktoren weiter steigen“, weiß Sator. „Auch die Schuppenflechte – betroffen sind etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung – entsteht größtenteils im Kindes- bzw. Jugendalter. Ihre Ausprägung ist umso stärker, je früher sie im Leben erstmals auftritt.“

Den Teufelskreis durchbrechen
Das Fatale: Hauterkrankungen – vor allem, wenn sie chronisch verlaufen – werden nicht nur oft durch seelische Belastungen hervorgerufen, sie sorgen vielmehr selbst für großes psychisches Leid. Betroffene fühlen sich durch Ekzeme, Pickel und dergleichen entstellt oder unattraktiv und sind besonders sensibilisiert für die Blicke ihrer Mitmenschen. „Viele Patienten kommen vor allem in der Herbst- und Winterzeit in meine Ordination, um ihre Haut bis zum Sommer, also rechtzeitig zum Startschuss für die Badesaison, zu behandeln.“ Gerade in der heißen Jahreszeit lassen sich Hautprobleme schwer verstecken. Die Betroffenen genieren sich, ziehen sich noch mehr zurück und werden unter Umständen depressiv. Zur Bewältigung von (psychisch bedingten) Hauterkrankungen ist es daher ganz wichtig, so früh wie möglich einen Facharzt zu konsultieren. „Meistens genügt ein Blick des Dermatologen auf das betroffene Hautareal, um eine entsprechende Diagnose zu treffen“, erläutert Sator. „Sind die Symptome nicht ganz eindeutig – weil es sich zum Beispiel um eine Mischform handelt –, können auch Blutabnahmen bzw. Biopsien durchgeführt werden.“ In einem ersten Anamnesegespräch zeigt sich meist sehr deutlich, ob seelische Belastungen als Ursache für die jeweilige Hauterkrankung in Betracht gezogen werden können. Die Diagnose kann auch durch sogenannte psychodermatologische Testverfahren – spezielle Fragebögen – verfeinert werden. Ist Stress ein möglicher Auslöser, wird neben den Symptomen auch die individuelle Gemütslage behandelt. „Je nach Ausmaß des psychischen Leids werden Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga bzw. Psychotherapie empfohlen“, weiß Sator. Eine psychologische Beratung oder die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe sind für viele sinnvolle Maßnahmen, Stressbewältigungsstrategien zu entwickeln und zu erkennen, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind. „Die Symptome selbst, also entzündliche Ausschläge, juckende Bläschen etc. können heute dank der Entwicklung neuer, moderner Medikamente sehr gut therapiert werden“, erklärt Sator. „Neben entsprechen Salben und UV-Lichttherapien können die Symptome, vor allem mit sogenannten Biologika in Spritzenform, welche gezielt die Entzündung kontrollieren, gänzlich verschwinden. Chronische Hauterkrankungen sind somit nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar.“ Der Experte empfiehlt bei Haut-erkrankungen, die durch Stressfaktoren verursacht werden, auch alternative Behandlungsformen: „Neben einer schulmedizinischen Behandlung macht es durchaus Sinn, alternative Heilmethoden – Stichwort: TCM, TEM oder Ayurveda – auszuprobieren. Akupunktur und Akupressur können in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung dazu führen, dass man sich in seiner Haut endlich wieder wohlfühlen darf.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Haut, Spiegel deiner Seele
Seite 2 Stress ist nicht gleich Stress

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-04 130x173

Aktuelles Heft 04/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 3. Mai

 

Unsere Ausgabe 03/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie entspannen Sie nach einem hektischen Arbeitsalltag?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information