Montag, 22. April 2019

Haut, Spiegel deiner Seele

Ausgabe 2018.12-2019.01
Seite 1 von 2

Es heißt nicht umsonst, dass die Haut der Spiegel unserer Seele sei. Psychische Belastungen äußern sich daher oft in sichtbaren Symptomen. GESÜNDER LEBEN zeigt, welche Hauterkrankungen das sein können und wie Sie sich wieder ein „dickes Fell“ aneignen.


Foto: iStock-Wavebreakmedia

Unsere Haut verzeiht unglücklicherweise nichts, rein gar nichts. Durchwachte Nächte, ein ungesunder Lebensstil, Nahrungsunverträglichkeiten und leider auch seelische Belastungen hinterlassen ihre Spuren: Augenringe, ein fahler Teint, Falten und ein Spannungsgefühl kennen wir alle. Leider können auch Pickel und andere Hautausschläge hinzukommen; mitunter haben sie konkrete Namen, die medizinisch behandlungsbedürftig sind: Akne, Schuppenflechte, Gürtelrose, Nesselausschlag, Neurodermitis – um nur einige zu nennen.

Das stresst!

Überblick über Hauterkrankungen, die häufig durch Stress beeinflusst werden

Akne: Typisch sind Mitesser, entzündete Eiterbläschen und Knoten. Die leidlich bekannten Pickel sind harmlos, aber verursachen seelisches Leid. Unter Akne leiden nicht nur Teenager, auch im Erwachsenenalter kann sie – nicht zuletzt durch Stress – (neu oder wieder) auftreten.

Gürtelrose: Sie kündigt sich meist mit heftigen Schmerzen an, die auf eine Stelle beschränkt sind. Dazu gesellen sich ein Taubheitsgefühl, Juckreiz und allgemeine Abgeschlagenheit. Nach einigen Tagen entwickelt sich an dieser Stelle ein Ausschlag mit entzündlich roten Flecken und Bläschen, die stark schmerzen. An Gürtelrose können alle Menschen erkranken, die schon einmal an Windpocken gelitten haben, denn die Viren bleiben lebenslang im Rückenmark bestehen – und werden bei einer Schwächung des Immunsystems (Stichwort: Stress) reaktiviert.

Nesselausschlag (Urtikaria): Allen Formen dieser Erkrankung gemeinsam ist die Bildung sogenannter Quaddeln (weiß bis hellrot), die Handtellergröße erreichen können. Urtikaria entsteht in Schüben, die oft Stunden bis Tage andauern, zu starkem Juckreiz und zu Schwellungen führen können. Es besteht Erstickungsgefahr, daher ist eine ärztliche Behandlung gerade hier unumgänglich.

Neurodermitis (endogenes/atopisches Ekzem): Typische Merkmale sind Rötungen und Ekzeme, die in Schüben auftreten und die Haut im wahrsten Sinn des Wortes durchbrechen. Hinzu kommen ein starker Juckreiz, trockene Haut und eine erhöhte Allergiebereitschaft.

Schuppenflechte (Psoriasis): Charakteristisch sind unterschiedlich große, rote, runde, schuppende und mitunter entzündliche Hautveränderungen – vor allem an Ellbogen, Knie, auf der Kopfhaut, am Rücken und in den Hautfalten. Die Erkrankung tritt in Schüben auf, die oft wochen- und monatelang dauern. Auf den Nägeln können Vertiefungen entstehen, die bis zur Nagelablösung führen können.

Hochkomplexe Haut
Mit einer Fläche von rund eineinhalb bis zwei Quadratmetern ist die Haut unser größtes Organ. Sie umhüllt uns dank Zellen, Nerven und Gefäßen mit einem schützenden Mantel, um Schmutz oder Mikroorganismen fernzuhalten und Abwehrzellen im Falle von außen eindringenden Fremdstoffen rechtzeitig zu alarmieren. Gleichzeitig ist sie durchlässig und reguliert unseren Wärmehaushalt. Ohne diese Schutzhülle könnte unser Organismus Temperaturschwankungen und UV-Strahlen nicht standhalten.  Störungen in all diesen Funktionen beeinflussen unser Wohlbefinden erheblich und sind zudem sichtbar. Auch die Welt der Gefühle wirkt stark auf den Zustand der Haut ein. Wir erröten, wenn wir uns schämen, erblassen, wenn wir uns erschrecken, bekommen vor lauter Angst eine Gänsehaut und fühlen uns wohl, wenn wir gestreichelt werden. Warum Haut und Psyche eng miteinander verflochten sind, erklärt sich u. a. durch die Tatsache, dass sich bereits im Mutterleib verschiedene Haut- und Nervenzellen aus demselben Keimblatt, dem Neurektoderm, entwickeln. „Zudem produzieren einige Hautzellen selbst sogenannte Neurotransmitter, also Botenstoffe, die Impulse zwischen den Nerven weitergeben“, erklärt Dermatologe Univ.-Doz. Dr. Paul Sator, Erster Oberarzt der dermatologischen Abteilung im Krankenhaus Wien-Hietzing. „Stress löst viele Hauterkrankungen aus bzw. verstärkt dieselben. Schließlich werden unter psychischer Belastung verschiedene Stresshormone vermehrt ausgeschüttet, wodurch Entzündungsstoffe und andere Immunzellen aktiviert werden. Steht das Immunsystem dann sprichwörtlich ,unter Strom‘, können entzündliche Erkrankungen der Haut entstehen.“

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Haut, Spiegel deiner Seele
Seite 2 Stress ist nicht gleich Stress

Aktuelle Ausgabe & E-Paper


cover 2019-04 130x173

Aktuelles Heft 04/2019

Die nächste Ausgabe erscheint am 3. Mai

 

Unsere Ausgabe 03/2019 als E-Paper Lesen!

Aktuelle Online Umfrage

Wie entspannen Sie nach einem hektischen Arbeitsalltag?

Kontakt

  • Gesünder Leben Verlags GmbH
  • Johann Strauss Gasse 7/2/5
  • 1040 Wien, Österreich

Information