Donnerstag, 21. Februar 2019

Gepflegt überwintern

Ausgabe 11/2009
Wind, Kälte, Heizungsluft – all das bekommt unsere Haut jetzt zu spüren. Sie fängt an zu spannen, rötet leicht und wird generell sehr empfindlich. Doch wer sein Pflegeverhalten entsprechend umstellt, kann Irritationen vermeiden.

Foto: TAIGA - Fotolia.com
Sich in der eigenen Haut wohlfühlen“, ist erklärtes Therapieziel von Dr. Ulrike Mossbacher. Als Fachärztin für Dermatologie und als Psychotherapeutin vereint sie die wissenschaftlichen Erkenntnisse beider Fachbereiche. Für Gesünder Leben gibt die Wiener Hautärztin Pflegetipps, die Ihrer Haut in der kalten Jahreszeit guttun.

Frau Dr. Mossbacher kaum wird es draußen kälter, spannt die Haut. Welche Pflege ist jetzt angesagt?
Kälte und Wind im Freien sowie der Aufenthalt in beheizten Räumen stressen zur Zeit unsere Haut. Geringere Temperaturen und Luftfeuchtigkeit beeinflussen den Stoffwechsel unseres größten Organs. Durch die verminderte Aktivität der Talgdrüsen ist der natürliche Schutzfilm der Haut geschwächt. Deshalb muss jetzt die Hautbarriere besonders gut unterstützt und gepflegt werden. Viele Menschen, auch mit gesunder Haut, bemerken jetzt eine Reizung, die Haut fühlt sich trocken, faltig und rau an, juckt und spannt. Noch mehr leiden Menschen mit Hautkrankheiten wie Ekzemen oder Schuppenflechte, Akne Rosazea und Couperose. Gesicht, Hände und Füße nehmen bei diesen klimatischen Bedingungen besonders leicht Schaden, aber auch mit Kleidung bedeckte Körperpartien. Ebenso reagiert die Kopfhaut und die Haare fetten schneller nach.

Welche Maßnahmen tun der Haut jetzt gut?
Generell ist ein gutes Raumklima mit ausreichend Luftfeuchtigkeit wichtig. Verbesserung erzielt man durch Absenken der Raumtemperatur, besonders in den Schlafräumen. Hilfreich ist es, dort die Wäsche aufzuhängen. Auch Zimmerpflanzen verbessern und befeuchten die Luft. Vorsicht ist bei „künstlichen Luftbefeuchtern“ geboten. Gute Information oder Beratung im Fachhandel ist hier wegen der potenziellen Keimbelastung angeraten!

Welche Pflegeprodukte empfehlen Sie für das Gesicht?
Geeignete Produkte für die kalte Jahreszeit sind Salben und Fettsalben oder Lipolotionen, sogenannte Wasser-in-Öl-Emulsionen. Sie sind fettreicher und wasserärmer, wirken beruhigend und stärken die Hautbarriere, unseren Schutzfilm der Haut. Außerdem dienen sie zusätzlich beim Aufenthalt im Freien als Kälteschutz. Moderne zeitgemäße Gesichtspflege enthält auch in der lichtärmeren Zeit UVA- und UVB-Schutz gegen vorzeitige Hautalterung und lichtinduzierte Hautschäden. Häufige Peelings sollte man unterlassen, diese können zu Irritationen und Rötungen führen. Masken einmal pro Woche sind wohltuend, müssen im Winter aber fettreicher sein z.B. Joghurt mit Olivenöl oder Heilerde vermischen und auf Gesicht, Hals und Dekolleté auftragen und eine Viertelstunde belassen.

Brauchen auch Lippen und Augen besonderen Schutz?
Die Lippen werden besonders leicht rau, spröde und rissig. Vermeiden Sie übermäßiges Befeuchten in der Kälte und verwenden Sie einen geeigneten Lippenpflegefettstift, der im warmen Raum und bei Bedarf im Freien wiederholt aufgetragen werden sollte. Seien Sie jetzt vorsichtig mit zu wässriger Augenpflege: Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie diese Augencremes abends verwenden. Am Morgen tragen Sie einfach die reichhaltige Gesichtspflege auch rund um die Augen auf. So kann nichts passieren!

Wie sieht die Körperpflege aus?
Je heißer die Wassertemperatur zum Duschen und Baden, desto mehr trocknet und entfettet es Ihre Haut. Verwenden Sie lieber lauwarmes Wasser sowie rückfettende Ölbadezusätze und Duschöle. Danach trocknen Sie sich nur sanft mit dem Handtuch ab, statt fest zu rubbeln und cremen Sie sich sofort ein, um die Feuchtigkeit in der Haut zu halten. Auch Ölbadezusätze mit einem Waschlappen aufgetragen sind eine gute und beliebte Alternative zum Duschen. Köperpflegeprodukte beinhalten im Winter Öle und Urea, das ist Harnstoff. Dieser versorgt die Haut zusätzlich mit Feuchtigkeit und macht sie nachhaltig weich und geschmeidig. Außerdem helfen sie, so den Säureschutzmantel der Haut zu erhalten. Körpermilch, die man im Sommer verwendet, enthält oft bis zu siebzig Prozent Wasser und ist daher in der kalten Zeit völlig ungeeignet. Überwintern Sie ihre „Sommer-Kosmetika“ an einem kühlen Ort und verwenden Sie diese in der nächsten Saison bis zum Ablaufdatum wieder.

Was hilft bei kalten Händen und Füßen?
Am besten sind regelmäßig Fußbäder mit Ölbadezusatz und Paraffinbäder für Ihre Hände. Bevor Sie außer Haus gehen, sollten Sie Hände und Füße mit geeigneten Hand- und Fußpflegeprodukten eincremen, um einen optimalen Haut- und Kälteschutz zu erreichen. Das gilt insbesondere für Menschen mit Hauterkrankungen. Tragen Sie zusätzlich immer Handschuhe und Schuhe mit ausreichend warmen und dicken Sohlen.

Beeinflusst auch Ernährung die Haut?
Auf jeden Fall. Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse der Saison, Obst und viel Flüssigkeit, vorzugsweise Tee, ist nun wichtig. Kaffee und Alkohol in größeren Mengen sind nie gut, auch nicht für Ihre Haut. Menschen die schnell frieren, sollten sich auch von innen wärmen und Tee, Suppe und warmen Gerichten den Vorzug geben.

Was kann Mann für seine Haut tun?
Männerhaut ist reicher an Kollagenfasern, altert daher später, aber dann deutlicher. Durch Rasuren wird die Gesichtshaut im Laufe des Lebens empfindlicher, die Kälte strapaziert noch zusätzlich. Ein reichhaltiger Aftershave-Balsam stärkt die Widerstandskraft der Gesichtshaut. Auch Männer sollten Tagespflege mit UV-Schutz gegen vorzeitige Hautalterung verwenden.

Brauchen auch Babys und Kinder Hautcremes?
Kinder entwickeln oft an den empfindlichen Wangen kälteinduzierte Trockenheitsekzeme. Deshalb müssen sie unbedingt vor dem Aufenthalt im Freien mit Kälteschutzcremes gepflegt werden, um so auch vor Erfrierungen im Gesicht geschützt zu sein.

Was tut uns im Winter noch gut?
Dampfbad und Sauna sind nicht nur gut für das allgemeine Wohlbefinden, sondern auch für den Feuchtigkeitshaushalt der Haut. Wichtig ist, sich sofort danach gut einzucremen, wohlig warm anzuziehen und Zeit zum Entspannen zu gönnen.

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