Dienstag, 19. Februar 2019

Frische-Kick für die Haut

Ausgabe 12/2009-01/2010
Es ist Winter, die Heizungsluft trocknet die Haut aus, und der Teint wirkt oft fahl und müde. Hautarzt Dr. Markus Dawid verrät, welche Möglichkeiten es gibt, gestresste Haut wieder zum Strahlen zu bringen.

Foto: ksp_creative - fotolia.com
Besonders im Gesicht sieht man uns die grauen, kalten Wintermonate an. Klar, viel Bewegung an der frischen Luft zaubert Müdigkeit weg und macht einen strahlenden Teint. Doch nicht immer haben wir die Zeit dafür, und natürlich können wir in Sachen Strahlefaktor auch kosmetisch nachhelfen. In seiner Wiener Praxis zeigt der Hautarzt Dr. Markus Dawid seinen Patienten laufend Möglichkeiten, wie sie ihr Hautbild verändern oder verbessern können, und berät, welche Maßnahmen geeignet sind. Gesünder Leben hat beim Dermatologen nachgefragt, was fahle Winterhaut wieder aufblühen lässt.

Herr Dr. Dawid, was kann jede Frau zu Hause tun?
In dieser Jahreszeit ist die ständige Umstellung von Kalt und Feucht im Freien auf warme und trockene Heizungsluft problematisch und wirkt sich negativ auf den Feuchtigkeits- und Fetthaushalt der Haut aus. Die Lipidbarriere der Haut ist oft gestört, was dazu führt, dass die Haut trocken und fahl sowie ein wenig schuppig erscheint. Die natürliche Barrierefunktion der Haut muss wieder aufgebaut werden. Dafür gibt es sehr gute dermatokosmetische Pflegecremen und Ampullenkuren, die jeder in der Apotheke kaufen und zu Hause anwenden kann.

Was hilft noch gegen fahle Winterhaut?
Generell ist Exfolieren der beste Weg, um wieder Frische ins Gesicht zu bekommen. Dabei werden abgestorbene Hautpartikelchen von der Oberfläche der Haut entfernt. Dazu gibt es allerdings unterschiedliche Methoden: Die Mikrodermabrasion erfolgt mechanisch, ein Peeling chemisch, und man kann etwas tiefer in die Haut gehen.

Was passiert beim Peeling?
Beim Peeling werden oberflächliches, mitteltiefes und tiefes Peeling unterschieden. Die Wahl der Säure bestimmt die Eindringtiefe. Im Gegensatz zu früher bevorzugt man heute „oberflächliche“ Peelings, sie sind sanfter, bringen aber meist den gewünschten Effekt: Die Haut schält und erneuert sich zwar, aber Rötungen treten nur kurzzeitig auf, und  die Hautschüppchen gehen innerhalb weniger Tage ab: Man bleibt sozusagen „gesellschaftsfähig“ und muss nicht ein bis zwei Wochen zu Hause bleiben.

Welche Säuren werden verwendet?
Es gibt z.B. die Alpha-Hydroxysäure (AHA – z.B. Glykolsäure) – das ist eine Fruchtsäure. Sie muss nach dem Auftragen vom Arzt neutralisiert werden, damit sie nicht zu tief eindringt und die Haut zu stark irritiert wird. Die Beta-Hydroxysäure (BHA – z.B. Salicylsäure) hingegen kann man in unterschiedlichen Stärken wählen, sie muss nicht neutralisiert werden, zerfällt aber ab einer gewissen Tiefe. Sie eignet sich besonders für fette und sensible Haut.

Inwiefern verbessert sich das Hautbild durch ein Peeling?
Durch das gezielte Abtragen der Haut wirken bei öliger Haut die Poren verfeinert, und der Talg fließt besser ab. Hautunreinheiten werden verbessert. Trockene Haut profitiert dadurch, dass die Lipide – sie fungieren als interzelluläre Kittsubstanz, quasi als eine Art „Fugenmasse“ der Haut – wieder vermehrt produziert werden und die Haut mehr Feuchtigkeit speichern kann. Der Teint wirkt dadurch wieder klarer und strahlend.

Wie oft sollte man diese Anwendungen einplanen?
Das ist natürlich individuell unterschiedlich. Peelings können bei 25-Jährigen, die etwas gegen unreine Haut tun möchten, alle zwei Wochen angewendet werden. Ebenso bei 30-Jährigen, die etwas gegen erste Fältchen machen wollen. Bei 50-Jährigen wird diese Behandlung ein neues Strahlen in die Haut bringen. Zusätzlich hilft eine Lymphdrainage. Danach verschwinden auch leichte Schwellungen unter den Augen, und der Stoffwechsel wird angeregt.

Problemhaut empfehlenswert?
Viele Leute kommen zu mir mit dem Problem, dass sie sehr trockene, sensible und zu Akne neigende Haut haben. Die Lösungen sind natürlich individuell, manche Patienten brauchen auch eine medikamentöse Therapie. Was aber fast immer schon zu einer Verbesserung führt, ist eigentlich ein simpler Trick: Eine konsequente Reinigung der Gesichtshaut zweimal pro Tag, die meisten machen das nur einmal, und das ist zu wenig. Unterstützend zur Exfoliation tragen gute Pflegeprodukte zu einem besseren Hautbild bei – bei Problemhaut braucht es aber eine Absprache mit dem Arzt.

Wovon raten Sie auf jeden Fall ab?
Gehen Sie auf keinen Fall ins Solarium. Das Solarium wird leider immer falsch eingeschätzt. Es gibt extrem hohe Dosen von UVA-Strahlen ab, die sehr tief in die Haut gehen und verantwortlich für die Hautalterung sind.

Was können wir unserer Haut in dieser Jahreszeit sonst noch Gutes tun?
Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich, und schlafen Sie genug. Außerdem sollten Sie darauf achten, genügend Vitamine und Antioxidantien aufzunehmen. Trinken Sie z.B. grünen Tee!

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