Sonntag, 17. Februar 2019

Fieberblasen – was tun?

Ausgabe 2013.12/2014.01

Wir zeigen, wie Sie Fieberblasen bald wieder loswerden. Und die Anzahl der Ausbrüche verringern können.


Foto: ⒸCan Stock Photo Inc. - carlodapino

 

Nahezu jeder Erwachsene trägt die Quälgeister in sich, aber nicht jeder bemerkt sie. Von den 90 Prozent der Herpes-simplex-Virus-1-(HSV-1)-Besitzern haben 20 bis 40 Prozent zumindest einmal im Leben mit ihrer Folge zu kämpfen: der Fieberblase – im Fachjargon auch unter „Herpes labialis“ bekannt. 10 bis 20 Prozent leiden unter immer wiederkehrenden Läsionen. „Charakteristisch für eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren sind die Neigung zur Latenz und ein rezidivierendes Auftreten von Hautläsionen nach einer Erstinfektion, die meist an den Lippen oder Wangen lokalisiert sind“, erklärt a. o. Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Riedl von der Wiener Universitätsklinik für Dermatologie. Übertragen werden die Herpesviren vor allem durch den direkten Kontakt über Tröpfchen- und Schmierinfektionen. Eine Primärinfektion findet meist im Kindesalter statt. „Nach Erstinfektionen wandern die Viren entlang der sensiblen Hautnerven zu den lokalen Ganglien und verbleiben dort, ohne sich zu vermehren. Nach unterschiedlich langen Zeiträumen, sog. Latenzperioden, kann es zu einer Reaktivierung der Virussynthese und zum Auftreten von Fieberblasen kommen“, so Riedl. Wie oft und weshalb der Virus „geweckt“ wird, hängt von individuellen Faktoren ab. Dazu gehören u. a. ein geschwächtes Immunsystem, Erkältungskrankheiten, Fieber, UV-Strahlung, Hormonveränderungen, Klimawechsel, Allergien, Operationen oder Stress. Fieberblasen machen sich anfangs durch ein Spannungsgefühl bemerkbar, verursachen in weiterer Folge gerötete Papeln an den Lippen und „verwandeln“ sich in flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die jucken oder schmerzhaft sind. „Nach 1 bis 2 Tagen platzen diese Bläschen, verkrusten und heilen dann, meist innerhalb einer Woche, ab. Bei immundefizienten Patienten kann es allerdings zu vegetierenden Formen kommen, die durch eine fehlende Abheilung und geschwürartige Läsionen gekennzeichnet sind“, so Riedl.

Symptome behandeln. Während einer Fieberblasenepi-sode lautet das oberste Credo: Hygiene. Das betroffene Hautareal sollte nicht mit den bloßen Fingern berührt, geschweige denn aufgekratzt werden, da eine Übertragung auf andere Körperstellen bzw. nicht infizierte Personen erfolgen kann. Austretende Flüssigkeit tupft man am besten mit frischen Papiertaschentüchern ab. „Erkrankte Personen sollten andere Menschen – vor allem Kleinkinder und Säuglinge – nicht küssen und die Benützung von gemeinsamem Geschirr, Handtüchern etc. vermeiden“, rät Riedl. Die Therapie schwerer Infektionen erfolgt durch eine systemische Gabe (in Tablettenform oder intravenös) von Virostatika sowie eine symptomatische Lokaltherapie mit Salben, die Zink oder antivirale Substanzen enthalten. „Bei leichten Rezidiven kann man auch mit einer Lokaltherapie das Auslangen finden. Bei häufigen Schüben ist eine Dauerprophylaxe möglich“, erläutert Riedl.

Heilmittel aus der Natur. Wer bei der Behandlung von Fieberblasen lieber zu pflanzlichen Arzneimitteln greift, kann es auch einmal mit Extrakten aus Melissenblättern versuchen. Ein ähnliches Ergebnis erzielt man mit dem Auszug von Salbeiblättern, da sie ebenfalls virostatisch wirken. Die pflanzlich angereicherten Cremen bzw. Fluids werden dabei am besten mit einem Wattestäbchen mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Zu weiteren möglichen Heilmitteln gehören u. a. Extrakte der Süßholzwurzeln und aus Blättern des Olivenbaums, aber auch Tinkturen aus Myrrhe. Zur ergänzenden Unterstützung der Wundheilung kann auch medizinischer, also sterilisierter Honig verwendet werden.

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