Sonntag, 17. Februar 2019

Endlich ausgeschwitzt!

Ausgabe 06/2010
Nasse Flecken unter den Ärmeln und perlende Tröpfchen auf der Stirn: Im Sommer ist Schönheit echte Schweißarbeit. GESÜNDER LEBEN verrät die besten Anti-Schweiß-Strategien.

Foto: istockphoto.com
Die sichtbaren Zeichen auf T-Shirt und Bluse zählen zwar definitiv zu den Schattenseiten des Sommers – aber ohne sie wäre das auch nicht gut. Bei Hitze zu schwitzen ist nämlich gesund. Es schützt den Körper vor Überhitzung. Denn sobald die Körpertemperatur über die 37-Grad- Grenze steigt, schuften zwei bis fünf Millionen Schweißdrüsen und produzieren Flüssigkeit – normalerweise rund 1,5 Liter pro Tag. Im Sommer und in Kombination mit körperlicher Anstrengung oder auch Stress kommen auch schon mal drei bis fünf Liter zusammen. Diese Flüssigkeit verdunstet auf der Haut, sorgt dabei für einen angenehmen Kühl-Effekt und reguliert so auch unsere Körpertemperatur. Außerdem baut Schweiß auf der Haut einen durchaus nützlichen, antibakteriellen Säuremantel auf.

„Duftmarken“
Schwitzen ist also unverzichtbar, menschlich und vollkommen okay. Unangenehm für alle Beteiligten wird es erst, wenn sich der berüchtigte saure oder stechende Schweißgeruch im Aufzug, dem Bus oder anderen beengten Situationen breitmacht. Dabei ist der Schweiß selbst beinahe geruchlos: Er besteht zu 99 Prozent aus Wasser. Der minimale Rest ist ein Gemisch aus Harnstoff, Milchsäure, Aminosäuren, Kochsalz, Kalium und Calcium. Beleidigend für die Umgebung wird es erst, wenn das Schweißsekret schon länger an der Hautoberfläche ist (besonders in den Achselhöhle, aber auch an den Füßen) und dort von Hautbakterien zersetzt wird.

Ein absolutes sommerliches No-go sind daher eng-anliegende Kleidung aus synthetischen Fasern wie auch enge Schuhe. Ungleich besser kommt man mit lockerleichten, luftdurchlässigen Stoffen wie Baumwolle oder Leinen über die heißen Runden, da diese den Körpergeruch nicht noch verstärken.

In Österreich verwendet übrigens nahezu jede Frau täglich ein Deo – je jünger, desto öfter. Immerhin greift auch schon jeder zweite Mann einmal pro Tag zu Stick, Roll-on oder Spray. Da Frauen erwiesenermaßen auf wohlriechende Männer abfahren, besteht hier also noch ein gewisser Nachholbedarf ...

Ideale Trockenübungen
Wer seinem Organismus mit Wechselduschen hilft, sich an Temperaturschwankungen zu gewöhnen, beziehungsweise sich mit kühlen Arm- und Fußbädern erfrischt, kann schon mal gut gewappnet in den Tag starten. Die effektivste Waffe gegen unerwünschte Geruchsbildung sind aber immer noch Deodorants und Antitranspirants. Inzwischen gibt es eine breite Auswahl an Schweiß-Stoppern, passend für jeden Hauttyp und jedes Anforderungsprofil. Eine Übersicht:
  • Normale Deos: Herkömmliche Deos bestehen aus einem Mix aus Duftstoffen, wie sie auch in Parfums verwendet werden – diese neutralisieren den Körpergeruch. Ihre antibakteriellen Wirkstoffe, meist Alkohol, verhindern zudem das Wachstum geruchsbildender Bakterien. Die neue Deo- Generation ist in der Regel auch pflegend, sehr hautverträglich und kann oft sogar direkt nach der Rasur angewendet werden.

  • Sensitiv-Deos: Sensitiv-Deos verzichten in der Regel auf den Einsatz von Alkohol, oft auch auf Aluminiumsalze – diese lösen bei sensiblen Anwendern Allergien aus – oder auch auf Parfum. Sie binden den Schweißgeruch durch den Wirkstoff Natriumhydrogencarbonat, der sogar von Menschen mit Neurodermitis vertragen wird. Ein anderer sanfter Geruchshemmer ist Farnesol; er kommt in ätherischen Ölen von Orangenblüten und Rosen vor und hat eine antibakterielle Wirkung, die Gerüche verhindert, ohne die Hautbarriereschicht zu zerstören. Ebenfalls extra soft: Die Blätter des südafrikanischen Bucco-Busches verströmen ein ähnliches Odeur wie Rosmarin.

  • Antitranspirants: Diese enthalten zumeist Aluminiumsalze (oder Zirkoniumsalze), die die Schweißdrüsen mit einer dünnen Gelschicht überziehen. Mittels dieser Wirkstoffe werden die Schweißdrüsen um rund 25 Prozent verengt, sodass der Austritt von Achselschweiß zumindest für einige Stunden um etwa 20 bis 40 % reduziert wird. Alternativ oder ergänzend bieten sich Salbeiextrakte, Kapseln und Öle an, deren Gerbstoffe die Schweißdrüsen ebenfalls verengen. Tipp: Salbei ist auch als Tee eingenommen eine schlagende Anti- Schweiß-Waffe. Apropos Tee: Morgens einen Aufguss aus zwei Ingwerscheiben trinken aktiviert das Vegetativum.

  • Deo-Kristall: Dieser besteht aus natürlichen Salzen und wirkt ähnlich wie ein Antitranspirant. Er überzieht die Schweißdrüsen mit einem dünnen Mineralfilm, der sie verengt und so am Schwitzen hindert. Wichtig: Den Kristall vor Gebrauch mit Wasser anfeuchten.

  • Haar-Stop-Deos: Inzwischen gibt es Deos, die das Wachstum der Achselhaare minimieren und so die Rasur gründlicher machen sollen. Sie arbeiten meist mit Wirkstoffgemischen, die aus Avocados gewonnen werden und die die Härchen weicher machen sollen, sodass sie leichter entfernt werden können.

Ein letzter Wink: Sehen Sie über ein paar Schweißtröpfchen generös hinweg. Schließlich werden über den Schweiß Sexualduftstoffe übertragen, die uns verraten, ob wir den Partner sprichwörtlich gut riechen können. Und das ist doch eine recht sachdienliche Information, oder?

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