Mittwoch, 18. September 2019

Einfach abtau chen

Ausgabe 2014.12-2015.01
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Ein wohlig warmes Bad ist nicht nur Pflege für den Körper, sondern auch für die Seele. GESÜNDER LEBEN zeigt, was Herz und Haut unter turmhohen Schaumbergen zu erwarten haben.


Foto: ©Can Stock Photo Inc. - CITAlliance

Dass man in der Badewanne dem Winterblues am besten entkommt, ist nichts Neues. Im Gegenteil: Baden ist eine der ältesten Entspannungs- und Beauty-Methoden überhaupt. Bereits die ägyptische Schönheitskönigin Kleopatra wusste um die Wirkung der wässrigen Wogen. Sie badete am liebsten in reiner Eselsmilch. Aber auch der Rest der damaligen Bevölkerung tauchte regelmäßig ab. In öffentlichen, prunkvoll gestalteten Thermen traf man einander, um gemeinsam baden zu gehen. Zwar zelebrierten Frauen und Männer anfangs ihre Baderituale noch getrennt, verfolgten dabei aber stets einen gemeinsamen Zweck: nämlich nicht nur die Pflege des Körpers, sondern vor allem auch von sozialen Kontakten. Wegen der hohen Verbreitung von Infektionen und Seuchen kamen solch thermale Treffen aber wieder aus der Mode. Gänzlich verloren hat der Mensch seine Leidenschaft zum Wasser aber bis heute nicht. So sind moderne Wellness-Oasen letztlich nichts anderes als eine Anknüpfung an historische Thermal-Rituale. Nicht umsonst leitet sich der Begriff Spa aus dem Namen eines antiken, belgischen Badeortes ab.

Wohltat Wanne: Das Spa in den eigenen vier Wänden.
Auch die heimische Wanne kann ein Baderitual bieten, das dem Wunsch nach Reinigung und Ruhe gleichermaßen nachkommt. Damit es mit der Entspannung auch wirklich klappt, ist etwas Vorbereitung gefragt. Das oberste Gebot lautet: Wer abschalten will, muss das wörtlich nehmen. Handys, Computer und am besten Fall sogar die Türklingel und alles, was sonst noch stören könnte, gilt es auszuschalten. Drehen Sie stattdessen lieber ruhige und leise Musik auf. Auch grelles Licht ist ein Entspannungskiller und sollte daher gedimmt werden. Zusätzlich oder als Alternative zu künstlichem Licht schaffen Kerzen und Teelichter ein gemütliches Ambiente. Wohlgefühl erzeugt auch ein kleines zusammengerolltes Handtuch, das man in den Nacken legt. Es stützt den Kopf und verhindert, dass der Nacken in direkten Kontakt mit dem kalten Wannenrand kommt.

Tipp: Duftkerzen erfüllen zwei Entspannungseffekte in einem. Sie zaubern warmes Licht und lassen gleichzeitig beruhigende Aromen (z. B. Lavendel oder Rose) in die Nase steigen. Wer intensive Düfte mag, kann zusätzlich ein paar Tropfen Aromaöl in das geschmolzene Wachs der Kerze träufeln.

Zeit zum Abtauchen – aber wann?
Wer in den warmen Wogen des Wassers nach Entspannung sucht, braucht ein gutes Timing. Denn auch die Uhrzeit bestimmt, ob ein Vollbad erholsam oder eher ermüdend wirkt. Als ideale Zeit zum Abtauchen gelten dabei die Abendstunden, etwa gegen 20 Uhr. Der Biorhythmus ist nun bereits auf Ruhe eingestellt, aber noch nicht derart erschöpft, dass ein Bad für den Kreislauf eine unnötige Belastung darstellen würde. Am Morgen und am Tag wirkt ein Vollbad hingegen oft kontraproduktiv. Warmes Wasser macht nämlich eher müde als munter. Wer dennoch morgens in die Fluten springen will, badet bei lauen 36 Grad und wählt belebende Badezusätze wie Zitrus- oder Rosmarinöle, die die Haut durch ein sanftes Prickeln stimulieren und den Geist durch spritzige Aromen wecken.

Wichtig: kein Alkohol, bitte!
Ein Gläschen Sekt würde das Badeerlebnis vielleicht im ersten Moment noch prickelnder machen, doch der Entspannungseffekt täuscht. Denn Alkohol belastet den Kreislauf. In Kombination mit der Wärme des Wassers könnte Ihnen schwindelig werden.

Schnupfen und Verkühlung: einfach wegspülen?
Schwere Glieder und verstopfte Nasen sehnen sich zwar nach einer Wohltat, dennoch ist man mit einer Erkältung in den warmen Federn besser aufgehoben als in heißen Fluten. Vor allem bei Fieber ist ein Vollbad absolut tabu. Es würde den ohnehin geschwächten Kreislauf überlasten. Erschöpfung oder Schwindelgefühle könnten mögliche Folgen sein. Bei einer leichten Verkühlung gilt hingegen eine Ausnahme. Hier können Bäder helfen, den Immunstoffwechsel zu aktivieren. Zudem benetzen spezielle Erkältungsbäder die gereizten Atemwege mit einem salbenden Nebel aus Eukalyptus oder Minze und machen verstopfte Nebenhöhlen wieder frei.

Verspannungen ausbaden.
In den Fluten entspannt nicht nur die Seele, auch die Muskeln erfahren Ent-Spannung im buchstäblichen Sinne. Vor allem muskuläre Verhärtungen und Krämpfe lassen sich durch regelmäßige Baderituale gezielt lindern. Zum einen ist es die Wirkung der Wärme, welche die Muskelfasern aus ihrer Verkrampfung löst und das gesamte Gewebematerial lockerer und geschmeidiger werden lässt. Zum anderen wirkt der hydrostatische Druck des Wassers wie eine wahre Wohltat. Er hat einen ähnlichen Effekt wie eine Massage: Das Bindegewebe wird durch die Wasserkraft sanft geknetet, so wird die Durchblutung angeregt und Schlackstoffe lösen sich aus den Muskelfasern.

Tipp: Vor allem nach schweißtreibenden Sporteinheiten helfen Badezusätze mit muskelentspannenden Essenzen (z. B. aus Eukalyptus oder Beinwell), einem Muskelkater vorzubeugen und zu relaxen. Um die Wirkung dieser Zusätze noch weiter zu intensivieren, sollte man sie nicht nur ins Badewasser träufeln, sondern vor dem Bad, wie eine Bodylotion, in die Muskulatur einmassieren.

Übersicht zu diesem Artikel:
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Seite 2 Nicht zu heiß, bitte!

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