Dienstag, 19. Februar 2019

Die Sonne ist für alle da!

Ausgabe 2015.06
Seite 1 von 3

Wir genießen die Sonne wohl alle gleichermaßen. Nur schützen sollten wir uns auf verschiedene Art und Weise. Denn Sonnenschutz ist eine Frage des Hauttyps. Das sollten Sie wissen!


Foto: © Can Stock Photo Inc. - Subbotina

Hauttypen: Sonne ist Typfrage.
Wie unsere Haut auf Sonne reagiert, ist ein genetisch fixiertes Produkt der Evolution. Die Haut der Menschen, die in Ländern mit intensiver Sonneneinstrahlung leben, hat gelernt, sich im Laufe der Zeit an diese UV-Belastung anzupassen. Eine intensive Pigmentierung sorgt für einen höheren Schutz vor schädlichen Strahlen. Teilwiese ist bei dunklen Hauttypen überdies die oberste Hautschicht dicker und fester, um hitzebedingte Austrocknungen sowie ein Eindringen aggressiver UV-Strahlen in tiefere Zellschichten zu verhindern. In Breitengraden, die weniger sonnenverwöhnt sind, sind solche Eigenschutzmechanismen der Haut schwächer ausgeprägt. Als Faustformel gilt: Je heller die Haut ist, desto weniger kann die Haut aus eigener Kraft auf die Gefahr durch ultraviolette Strahlung reagieren.

Melanin: Bräunung schützt.
Was den Sonnenschutz betrifft, wird der Hauttyp anhand der Färbung des Teints bestimmt. Verantwortlich für diese Färbung ist der natürliche Hautfarbstoff Melanin. Er verleiht nicht nur der Haut, sondern auch den Haaren und Augen ihren individuellen Farbton. Wie viel Melanin der Mensch besitzt und wie dieses im Körper verteilt ist, ist genetisch fixiert und nicht beeinflussbar. In der Haut lagert sich der Farbstoff unmittelbar in der obersten Zellschicht an. Kommt die Haut nun in Kontakt mit Sonnenlicht, wird der Körper zu einer vorrübergehend vermehrten Produktion von Melanin angeregt. Bis zu welchem Maß nun zusätzliche Farbpigmente produziert werden können, ist ebenfalls genetisch vorgegeben. Die Farbstoffe legen sich wie ein dichtes Schutznetz über die darunter liegenden Hautzellen und absorbieren schädliche UV-Strahlen.

UV-Typ und Pflegetyp: Man muss unterscheiden.
Anhand des Melanin-Vorkommens im Körper wird nun auch der UV-Hauttyp bestimmt. Grob unterteilt man hierbei vier verschiedene Hauttypen, die aufgrund ihres unterschiedlichen Melanin-Gehalts anderartig auf UV-Strahlung reagieren und damit auf auch auf unterschiedliche Weise geschützt werden müssen. Keine Aussage treffen diese Typisierungen übrigens über das generelle Pflegebedürfnis der Haut. Ob sie also besonders feuchtigkeitsbedürftig, sensibel oder eher unrein ist, steht auf einem anderen Blatt. Doch auch nach diesen Kriterien sollte die passende Sonnenschutzcreme ausgemacht werden. Beim Bestimmen des UV-Hauttyps geht es aber zunächst nur um die Wahl des Lichtschutzfaktors, nicht etwa um die Wahl der Konsistenz oder Pflegestoff-Zugaben des Schutzproduktes.

Welche Creme passt zu Ihrer Haut?
  • Trockene Haut: Wer zu trockener Haut neigt, ist mit einer fetthaltigen Sonnencreme oder –milch gut beraten, die die Haut nicht nur vor Sonne abschirmt, sondern auch pflegt und vor weiteren Austrocknungen schützt.
  • Ölige oder unreine Hauttypen: Ölige Haut würde auf eine schwere Konsistenz mit stärkerem Glanz und vermehrter Unreinheit reagieren.  Leichte Gele, die die Poren nicht unnötig verstopfen, rasch einziehen und zudem ein kühles Frischegefühl auf der Haut hinterlassen, eignen sich besser.
  • Reife Haut: Nicht nur Schutz, sondern auch Unterstützung ist bei reifer Haut gefragt. Sonnencremes, die mit Vitamin C oder E oder Pigmentflecken reduzierenden Essenzen angereichert sind, sind hierfür ideal.
  • Empfindliche Haut: Wer zu Sonnenallergie neigt, setzt auf dermatologisch getestete Produkte aus der Apotheke. Auch Anti-Histamin-Kapseln wirken vorbeugend.
  • Kinderhaut: Von der UV-Strahlendosis, die ein Mensch in seinem Leben abbekommt, treffen ihn zwischen 50 und 80 Prozent vor dem 18. Lebensjahr. Junge Kinderhaut braucht daher eine Schutzcreme mit besonders hohem Lichtschutzfaktor, die wasser- und reibungsfest ist.

Lichtschutzfaktor: Ein kosmetisches Rechenspiel.
Der Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme gibt an, um welchen Faktor sich der Eigenschutz der Haut durch das Produkt verlängert. Beträgt der natürliche, Melanin-bedingte Schutz der Haut beispielsweise 10 Minuten, so verlängert sich der Zeitraum, in der die Haut vor UV-Angriffen geschützt ist, bei einer Sonnenschutzcreme mit LFS 30 um 300 Minuten (30 x 10 = 300). Wird dieser Zeitraum überschritten, können Schädigungen der Haut nicht mehr zuverlässig abgefangen werden. Und zwar auch nicht, wenn man die Haut erneut mit Sonnencreme einschmiert. Ein Nachcremen verlängert nämlich nicht den Schutzzeitraum, sondern schließt allenfalls durch Schwitzen oder Rubbeln der Kleidung entstandene Schutzlücken. Auch ein Aufenthalt im Schatten ist kein gänzlicher Garant für UV-Sicherheit. Zwar ist die Strahlenintensität hier deutlich reduziert, aber eben nicht völlig ausgeschlossen. Wer UV-überreizte Haut nach Ablauf der Schutzzeit schonen möchte, sollte daher neben dem Aufenthalt in geschlossenen Räumen oder wenigstens im tiefen Schatten außerdem lange Kleidung tragen.

 

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Die Sonne ist für alle da!
Seite 2 Typ und Tagesform
Seite 3 Mimosen-Haut

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