Montag, 27. Mai 2019

Die grüne Kosmetik

Ausgabe 03/2011
Öko und Bio sind nicht nur beim Essen ein großes Thema. Auch in puncto Haut- und Körperpflege wünschen sich immer mehr Konsumenten, dass möglichst keine Chemie mitmischt.

Foto: istockphoto.com - Olena Chernenko
Die Beweggründe, die Ess­gewohnheiten umzustellen, sind oft ähnlich wie jene, um auf Naturkosmetik umzusteigen: nämlich Allergien oder Unverträglichkeiten oder schlicht eine Abneigung gegen alles Künstliche. Es ist einem ja schließlich nichts näher als die eigene Haut. Wer etwa keine Erdölprodukte oder Konservierungsstoffe an sich heranlassen will, liegt bei Naturkosmetik zumeist goldrichtig. Die Einschränkung deshalb, weil auch Cremes mit weitgehend natürlichen Zutaten nicht zwangsläufig 100 Prozent Verträglichkeit garantieren. So ist es nicht auszuschließen, dass sensible Naturen auf gewisse Duftstoffe reagieren, selbst wenn diese von der grünen Wiese stammen. Außerdem ist es nicht immer einfach zu durchblicken, was nun echte oder eben nur fast echte Naturkosmetik ist. Gesünder Leben wollte es genau wissen: welche Substanzen in der grünen Kosmetik Furore machen und welche hingegen absolut nichts darin verloren haben.

Problemstoffe – nein danke!
Grüne Körper,- Haar- und Gesichtspflege und Anti-Aging-Linien in Bio-Qualität sind mittlerweile fast überall erhältlich – neben exklusiven Kosmetikfachgeschäften führen Apotheken, Drogerien, Re­formhäuser, ja sogar Drogerieketten und Diskonter Öko- und Bioprodukte. Was sich als reines Naturkosmetikprodukt ­tituliert, sollte jedenfalls keine synthetischen Duftstoffe, problematischen Emulgatoren, Silikone, Parafine oder anderen Erdölprodukte, chemischen Tenside und UV-Filter sowie synthetischen Konservierungsmittel enthalten. Künstliche Farbstoffe und Fette oder metallische Verbindungen wie z.B. Aluminium, das etwa in vielen konventionellen Deos vorkommt, sind ebenfalls mit Vorsicht zu ­genießen. Nicht nur für sensible Naturen ist es im Zweifelsfall sachdienlich, immer das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu studieren. Noch ein guter
Tipp: Da Naturkosmetik-Hersteller weitgehend auf Konservierungsstoffe verzichten, sollte man bei Cremes lieber zu Tuben als zu Tiegeln greifen. Das verringert die Gefahr einer Verunreinigung und eines Keimbefalls.

Vertrauenssache Naturkosmetik
Während manche No-Name-Produzenten meinen, ein paar Tropfen pflanzliches Öl reichen aus, um einer Creme das Etikett „reine Natur“ umhängen zu können (oft bei Internet-Angeboten der Fall!), tragen namhafte Markenprodukte ein Gütesiegel und/oder fühlen sich einem selbst auferlegten Ehrenkodex verpflichtet. Momentan kann man sich etwa am deutschen BDIH-Siegel orientieren. Laut dem Verein für Konsumentenschutz (VKI) dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis ein verbindliches Naturkosmetik-Label in Österreich für die nötige Produktsicherheit sorgt. Wer zu qualitativer, sanfter Kosmetik tendiert, kann also unerwünschte Risiken und Nebenwirkungen mit großer Wahrscheinlichkeit ausschließen. Und ganz nebenbei nicht nur seiner Schönheit, sondern auch der Nachhaltigkeit und der Umwelt gute Dienste erweisen.


ABC der natürlichen Powerstoffe
Diesen Inhaltsstoffen können und sollen Sie in der Naturkosmetik oft und gerne begegnen:  
  • Aloe Vera ist ein Universalmittel, das in der Naturkosmetik oft in hoher Konzentration eingesetzt wird. Es ist feuchtigkeitsbindend und lindert Entzündungen.
  • Ceramide werden aus Hefe und Soja gewonnen, zählen zu den Lipiden, bewahren die Haut vor der Austrocknung und dienen ihr als Schutzmantel.
  • Glycerin ist eine klassische Feuchtigkeitssubstanz mit Barrierefunktion und wird aus pflanzlichen Rohstoffen erzeugt.
  • Grüntee-Extrakt enthält besonders viele Flavonoide und Phenole und gilt als effektiver Radikalenfänger. Hat eine gewisse Schutzwirkung gegen UV-Licht.
  • Hamamelis – die Zaubernuss wirkt u.a. klärend bei unreiner Haut und wird auch als natürliche Keimhemmung eingesetzt, z.B. in Deos.
  • Hyaluronsäure wird mikrobiologisch gewonnen und dient dazu, die Haut gut zu durchfeuchten und elastisch zu machen.
  • Liposome sind winzige Kügelchen, die menschlichen Zellwänden ähneln und gut in die Haut eindringen können, wo sie einen glättenden und befeuchtenden Effekt entfalten.
  • Olivenöl ist reich an ungesättigten Fettsäuren, wirkt entzündungshemmend und ist eine beliebte Basis für Salben und Lotionen.
  • Phytohormone sind sekundäre Pflanzenstoffe, die etwa von Ginkgo oder Soja stammen. Sie wirken pflegend und sollen gegen Hautalterung helfen.
  • Proteine helfen die Feuchtigkeit in der Haut zu binden und lassen sie glatter aussehen. Sie werden unter anderem aus Weizen, Soja oder Seide gewonnen.
  • Vitamin C und E sind bewährte Antioxidantien. Sie verfügen über eine hautglättende, faltenreduzierende und regenerierende Wirkung.
  • Weitere Hauptdarsteller in der Naturkosmetik: Avocado, Birke, Honig, Kakao- und Sheabutter, Jojoba, Kamille, Salbei, Arnika, Callendula, Propolis u.v.m.

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