Freitag, 15. Februar 2019

Der Duft der schönheit

Ausgabe 2016.12-2017.01
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Jede Blüte, jedes Gewürz birgt ein kleines Versprechen. Jedes Odeur versprüht ein Geheimnis. GESÜNDER LEBEN zeigt, warum die Aromatherapie gerade in der kalten Jahreszeit so guttut – unserer Schönheit, aber auch unserer Gesundheit. Jeder kennt diesen zauberhaften Moment, wenn er einen bekannten Duft schnuppert und automatisch in schönen Erinnerungen schwelgt. Vielleicht erinnert Sie der warme Dampf von Vanille an die köstlichen Bratäpfel Ihrer Großmutter? Oder der Duft von Pinien an die Entspanntheit des vergangenen Sommerurlaubs?


Foto: © Can Stock Photo - ipag

Aromen sind die subtilsten, aber auch die effektivsten Manipulatoren der Welt: Sie dringen über die Nase direkt ins Gehirn. Und erzeugen dort Emotionen. Ob wir es wollen oder nicht. Forscher haben längst herausgefunden, wie diese Reaktion abläuft: Kleine Duftmoleküle setzen sich in unseren Nasenschleimhäuten fest, gelangen von hier aus in den Blutkreislauf und entfalten damit unmittelbar körperliche Wirkung; und das keineswegs nur als duftende Stimmungsaufheller.

Düfte: Vielleicht die beste Medizin? Mediziner forschen schon seit längerer Zeit an einer möglichen gesundheitlichen Bedeutung von Aromen. Beispielsweise fand man heraus, dass Duftstoffe aus Veilchenblüten fähig sind, das Wachstum von Prostatakarzinomzellen zu verringern. Eine andere Studie belegt, dass Maiglöckchen-Aromen die Geschwindigkeit und Richtung von Spermien manipulieren. Längst bekannt ist auch, dass bestimmte ätherische Öle gegen Viren und Bakterien wirken können; für diese Funktion werden sie nämlich von ihren Ursprungspflanzen produziert. Besonders spannend: Sogar gegen Krebszellen könnten ätherische Öle eine effektive Biowaffe sein. Deutsche Forscherteams sind gerade dabei, entsprechende Untersuchungen anzustellen.

Genuss, der durch die Nase geht

GESÜNDER LEBEN präsentiert
SIEBEN ÖLE, die alle Sinne berühren

Lavendel-Öl. Viele Badezusätze enthalten Lavendelöl wegen seiner beruhigenden Wirkung auf Haut und Seele. Jedoch kommt es nur dann zu dieser Wirkung, wenn mit echtem Lavendelöl gearbeitet wurde. Öle, die nicht rein sind, sondern z. B. aus der Kreuzung verschiedener Lavendelarten gewonnen werden, sind zwar günstiger, wirken aber auch entsprechend geringer. Achten Sie daher unbedingt auf die Betitelung „Lavendula officinalis“, um ein reines Öl zu erwischen.

Rosen-Öl. Rosen sind die Blumen der Lust und Liebe. Ihr Odeur wirkt aufreizend, ihre Dornen stacheln an und ihre blutrote Farbe versprüht pure Leidenschaft. Doch Rosen können auch sehr sanft sein. Als ätherisches Öl werden sie verwendet, um gerötete und spannende Haut wieder zart und gesund werden zu lassen. Darüber hinaus schützt der hohe Gehalt an Vitamin E vor aggressiven freien Radikalen.

Orchideen-Öl. Orchideen sind robust. Und für diese Eigenschaft werden sie in der Kosmetik auch in öliger Form geschätzt. Sie transportieren ihre Fähigkeit zur schnellen Selbstregeneration auch auf müde gewordene Haut. Der Schlüssel zu ihrem Anti-Aging-Geheimnis ist ein spezielles Molekül, das aus den Blüten einer bestimmten Orchideenart gewonnen wird.

Bergamott-Öl. Sein frischer Zitrusduft ist der Klassiker für die Duftlampe. Vor allem während grauer Wintertage ist Bergamott-Öl dafür bekannt, dass es das Laune-Zentrum im Gehirn positiv beeinflusst. Doch Vorsicht: Bergamott-Öl wirkt fototoxisch. Es führt dazu, dass die Haut empfindlicher auf Licht reagiert. An dunkeln Wintertagen ist das kein Problem; im Sommer sollte es aber sparsam eingesetzt werden.

Karottensamen-Öl. Gewonnen wird das Öl aus sogenannten „wilden Karotten“, die vor allem in südländischen Regionen vorkommen. In der Kosmetik wird es ob seiner besonderen Milde geschätzt. So gibt es eigentlich keine Haut (selbst Kinderhaut), die es nicht verträgt. Aber auch verjüngende und hautglättende Eigenschaften werden dieser natürlichen Anti-Aging-Waffe attestiert.

Muskatellersalbei-Öl. Dieses Öl ist für seine enormen antioxidativen Fähigkeiten bekannt. Es eignet sich daher ebenfalls als Anti-Aging-Öl. Zudem soll es einen ausgleichenden Effekt auf den weiblichen Hormonhaushalt haben und sowohl den Östrogen- als auch den Progesteronspiegel anheben. Diese Fähigkeit wirkt sich nicht nur beruhigend auf das Haut-, sondern auch auf das Stimmungsbild aus. Während der Menstruation oder in der Menopause wird Muskatellersalbei-Öl daher gern verwendet.

Thymian-Öl. Dieses Öl ist eine wahre Wohltat gegen Hautentzündungen und Akne. Einfaches Hausmittel: Verreiben Sie ein paar Thymianblätter zwischen Ihren Fingern, tupfen Sie die ausgetretenen Öle auf Rötungen und Pickel und spülen Sie das Ganze nach ca. 30 Minuten mit warmem Wasser ab. Die ätherischen Öle von Thymian wirken gegen die Entzündung und helfen bei der Austrocknung der Wunde. Den gleichen Effekt hat übrigens Teebaumöl.

Aromen für die Schönheit. Mit solch wissenschaftlichen Studien hat die Aromatherapie in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung und vor allem Glaubhaftigkeit gewonnen. Schönheitsexperten, die die Wirkung von Düften bereits einsetzen, sehen sich in ihrer Arbeit umso mehr bestätigt. Schließlich werden Aromen bereits seit Jahrzehnten zur gezielten Entspannung der Seele, aber auch zur Stimulation der Haut genutzt. Und das mit wissenschaftlicher Unterstützung: Beim Duft von Sandelholz konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass menschliche Hautzellen mit einer erhöhten Teilungsrate darauf reagieren; ein Effekt, der nicht nur für die Wundheilung, sondern auch für Anti-Aging-Methoden eine wichtige Rolle spielt. Und: Die antioxidative Wirkung bestimmter ätherischer Öle (z. B. Myrrheöl) konnte ebenfalls wissenschaftlich bewiesen werden.

Schön schnuppern funktioniert auch daheim! Vor allem bei entspannenden Verwöhn-Treatments in Spas und Kosmetiksalons wird die Aromatherapie gern genutzt. Duftende Ölmassagen, warme Aroma-Kompressen oder speziell verarbeitete Cremes mit ätherischen Ölen kommen bei einer solch professionellen Dufttherapie zum Einsatz. Doch keine Sorge: Wellnesstempel sind nicht die einzige Wirkzone der wohltuenden Odeurs; auch daheim kann man mit ätherischen Ölen Haut und Seele etwas Gutes tun. Der simpelste Weg, um Aromen für sich und die Schönheit arbeiten zu lassen, ist über klassische Duftlampen. Hierbei werden ein paar Tropfen eines Aroma-Öls in eine kleine Wasserschale gegeben, unter der ein Teelicht brennt. Durch die aufsteigende Wärme werden die ätherisch duftenden Dämpfe im Raum verteilt. Über die Luft gelangen die Dämpfe auf Haut und Schleimhäute und können ihre ätherische Wirkung vollbringen. Allerdings funktioniert diese Art der Aromatherapie nur in sehr kleinen Räumen. Die Reichweite von Duftaromen liegt maximal bei drei Metern. Ein Umkreis, der aber immerhin ideal für eine Anwendung im Badezimmer ist. Zünden Sie eine Duftlampe beispielsweise allabendlich an, wenn Sie sich abschminken und die Haut auf die Nacht vorbereiten. Die ätherischen Öle können ganz nebenbei ihr duftendes Werk vollbringen. Was auch funktioniert: Träufeln Sie Ihr Lieblingsöl auf Ihre Bettwäsche oder ein kleines Taschentuch, das Sie neben sich legen.

Einfach mal abtauchen. Ein Klassiker der Aromatherapie sind Bäder mit ätherischen Ölen. Über den warmen Wasserdampf können die Aromen voll zur Geltung kommen, während die Muskeln durch den Wasserdruck sanft massiert werden, sich die Haut durch die Wärme öffnet und die Seele Entspannung findet. Jedoch funktioniert dies nicht dadurch, dass man ein paar Tropfen eines ätherischen Öls ins Badewasser gibt. Diesen Fehler begehen die meisten Beauty-Laien. Ätherische Öle sind lipophil; sie brauchen eine Verbindung mit Fett, um ihre Wirkung zu entfalten. Mischen Sie also vor dem Baden das ätherische Öl (etwa zehn Tropfen) mit einem Becher Schlagobers und geben Sie dieses Gemisch ins warme Wasser. Der Haut kommt jetzt nicht nur der ätherische Wirkstoff, sondern auch das pflegende Fett des Schlagobers zugute.

Übersicht zu diesem Artikel:
Seite 1 Der Duft der schönheit
Seite 2 Parfum mit Doppelwirkung

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