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GESUNDHEIT & VITALITÄT

Frisch im Frühling

Wer dem Körper jetzt eine Pause gönnt und seine Selbstheilungskräfte mit einer Fastenkur anregt, verliert nicht nur Ballast, sondern verjüngt sich selbst! Von Dr. Eva Greil-Schähs

In sich gehen, entspannen und verzichten. Das tut Körper und Seele gut. Gerade im Frühling bietet sich eine Fastenkur als Neustart an. Es ist die perfekte Gelegenheit, sich vom Winter zu verabschieden und einen Anstoß für eine gesündere Lebensweise zu geben – am besten natürlich für das ganze Jahr! 

Der temporäre Verzicht auf Nahrung regeneriert dabei die Zellen und wirkt wie ein kleiner, heilsamer Schock auf den Organismus. Dabei werden nämlich biochemische Reaktionen ausgelöst, darunter spezielle Reinigungsmechanismen. 

Raus mit dem „Müll“! 
Eine Entschlackungskur lässt sich auch als eine Art körperliche Müllabfuhr betrachten. Das erklärt sich so: Beim Fasten durchläuft der Körper einen Prozess namens Autophagie, bei dem Zellen defekte oder beschädigte Bestandteile abbauen und recyceln. Dies vermag dazu beizutragen, entzündliche Zellbestandteile zu entfernen. Die Körperzellen werden widerstandsfähiger gegen Stress und Krankheiten. 

Studien haben überdies gezeigt, dass Fasten den Spiegel bestimmter Entzündungsmarker im Körper senken kann. Dazu gehören Marker wie C-reaktives Protein (CRP) und verschiedene Zytokine, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind. Im Großen und Ganzen stellt das Verjüngungsprozesse dar! Denn Autophagie verlängert die Lebensdauer von Organismen. Das wurde von Wissenschaftern sowohl in Modellorganismen als auch in menschlichen Zellen überprüft. 

Durch die Beseitigung schädlicher Zellbestandteile und die Förderung von deren Gesundheit wird nämlich dazu beigetragen, das Altern zu verlangsamen und überdies die Lebensqualität zu verbessern. 

Gefastet wird auf der ganzen Welt 
Die Geschichte des Fastens ist vielschichtig und keineswegs ein neuer Trend. Früher hatte der Verzicht auf Nahrung oft spirituelle Aspekte als fester Bestandteil vieler religiöser Traditionen. Im Christentum gibt es die Fastenzeit während der 40 Tage vor Ostern, die als Zeit der Buße und Vorbereitung auf das Osterfest betrachtet wird. Im Islam praktizieren Muslime während des Monats Ramadan das Fasten täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. 

Im Judentum lebt man verschiedene Fastentage, darunter Jom Kippur, der Tag der Sühne. Der Nahrungsverzicht wurde auch in vielen alten Kulturen als therapeutische Praxis angesehen, etwa in der ayurvedischen Medizin als eine Methode, um den Körper zu entgiften und das Gleichgewicht im Organismus wiederherzustellen. Als das kirchliche Ritual in den vergangenen Jahrzehnten vermehrt in den Hintergrund rückte, entstand auch in unseren Breiten eine Bewegung des medizinischen Fastens. 

Verschiedene Schulen praktizierten diese Methode naturheilkundlich und ganzheitlich zur Vorbeugung und Therapie chronischer Krankheiten. Der Fokus lag dabei nicht auf einer Diät, sondern auf dem Loslassen. 

Möglichkeiten des Loslassens 
Es gibt heute unzählige Formen des Fastens. Einige Ansätze sind zum Beispiel: 
• Heilfasten: Hierbei wird bis zu maximal 35 Tage lang keine feste Nahrung zu sich genommen. 
• Saftfasten: Eine abgemilderte Variante des Heilfastens, bei der Säfte im Mittelpunkt stehen. 
• Basenfasten: Eine basische Ernährung, bei der auf säurehaltige Lebensmittel wie Getreide und tierisches Eiweiß verzichtet wird. Bis zu drei Liter Flüssigkeit pro Tag ergänzen das Frühlingsfastenprogramm. Grundsätzlich gilt: Wer eine strikte Fastenkur plant, sollte zunächst mit seinem Arzt darüber reden, denn strenger Nahrungsverzicht ist nicht für jeden geeignet. 

Trinken als Basis 
Die wichtigste Regel lautet bei allen Kuren: Trinken Sie ausreichend Wasser, um Ihren Körper fit zu halten und Giftstoffe auszuspülen. Versuchen Sie, mindestens 8 Gläser Wasser pro Tag zu sich zu nehmen. Wer dieses mit Zitronensaft anreichert, sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern regt ebenfalls den Stoffwechsel an. Das unterstützt die Entgiftung. Auch verschiedene Kräutertees helfen dabei (siehe Kasten). 

Immer in Bewegung bleiben 
Wer eine Frühlingskur macht, sollte nicht faul auf der Couch liegen. Leichte Bewegung gehört zu einem Fastenprogramm dazu und spielt eine wichtige Rolle während der Entschlackungstage. Sie kann den Reinigungsprozess nämlich unterstützen. Wichtig ist, dass das Sporteln angenehm ist und nicht zu anstrengend wird. Der Fokus liegt darauf, den Körper in Bewegung zu bringen sowie die Durchblutung zu fördern, um die Ausscheidung von Giftstoffen zu unterstützen. Hier sind einige Sportarten, die sich besonders gut eignen, wenn Sie eine Detox-Kur machen: 

• Ein zügiger Spaziergang an der frischen Luft geht immer! Er ist eine sanfte Möglichkeit, den Stoffwechsel anzuregen und Schlacken auszuschwemmen. 
• Eine entspannte Radtour stellt eine angenehme Art der Bewegung dar, die den Körper nicht übermäßig belastet und dennoch effektiv ist. 
• Schwimmen fördert die Durchblutung und entlastet den Körper. 
• Nordic Walking kombiniert Gehen mit dem Einsatz von Walking-Stöcken. Ideal, um den Stoffwechsel anzuregen! 

Mit Hitze die Reinigung ankurbeln 
Gönnen Sie sich doch eine kleine Auszeit in der Sauna! Das tut Fastenden besonders wohl. Durch das Schwitzen öffnen sich überdies die Poren, wodurch Schmutz, überschüssiges Öl und abgestorbene Hautzellen abtransportiert werden. Das unterstützt auch die Ausscheidung von Toxinen über die Haut. Die Wärme erhöht überdies die äußere Durchblutung und jene der inneren Organe. 

Dies trägt dazu bei, Nährstoffe und Sauerstoff zu den Zellen zu transportieren sowie Abfallprodukte zu entfernen. Eine verbesserte Durchblutung fördert dann ebenfalls die Heilung und Regeneration unserer Außenschicht. 

Dem Stress entfliehen 
Beim Fasten geht es eben darum, loszulassen. Nicht nur Nahrung, sondern auch Stress und Anspannung! Überdenken Sie also zunächst Ihren Lebensstil und die tägliche Routine, wenn Sie planen, mit einer solchen Kur zu beginnen. Passt die Auszeit gerade in den Wochenplan oder sollte man einen anderen Startpunkt wählen? Wer einen stressigen Job hat oder viel unterwegs ist, für den kann es naturgemäß schwieriger sein, mit den geplanten Detox-Tagen zu starten. 

Ein ruhigerer Zeitpunkt, wie zum Beispiel ein verlängertes Wochenende oder die Urlaubszeit, könnte sich als günstiger erweisen. Denn übermäßiger Druck führt zur Freisetzung von Stresshormonen wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin. Diese Hormone können den Blutzuckerspiegel erhöhen und den Stoffwechsel verändern, was einen der Zwecke des Nahrungsverzichts, nämlich den Insulinspiegel zu senken und den Körper in den Fettverbrennungsmodus zu versetzen, beeinträchtigen kann.

 Praktiken wie Meditation, Yoga, progressive Muskelentspannung und Atemübungen vermögen dabei zu helfen, den Stress abzubauen und den Geist zu beruhigen. Nehmen Sie sich gerade während einer Frühjahrskur Zeit für sich selbst, um Dinge zu tun, die Ihnen Freude bereiten und entspannen, sei es Lesen, Malen, Musik hören oder Zeit in der Natur verbringen. Außerdem auf ausreichend Schlaf achten. Dieser ermöglicht es dem Körper, sich zu regenerieren und zu entgiften.

Tees, die entschlacken
Entschlackende Tees verhindern unnötige Heißhungerattacken oder krampfartige Magen-Darm-Beschwerden. Um dem Körper zu helfen, sich von überflüssigen Giftstoffen zu befreien, bietet sich besonders eine Entschlackung mit Tee an. Das richtige Kräutlein ist bei fast jeder Kur ein zentrales Element.
• Brennnesseltee: Dieser traditionelle Entwässerungstee wirkt entzündungshemmend und hilft, die Harnwege zu durchspülen.
• Löwenzahntee: Tee aus Löwenzahnblättern kurbelt ebenfalls die Leber- und Nierenfunktion an.
• Mate-Tee wirkt belebend sowie erfrischend, bremst das Hungergefühl und wärmt bei Kälte.
• Grüner Tee hat eine ähnliche Wirkung wie Mate-Tee. Aufgrund des hohen Koffeingehalts besser ab dem späten Nachmittag vermeiden!
• Kräutertee: Kamillenblüten wirken magenmild und beruhigend, während Baldrian bei Schlafproblemen und Nervosität hilft.

Wie geht Intervallfasten?
Beim Intervallfasten „16 zu 8“ handelt es sich um eine beliebte Methode, Körperfett zu reduzieren und den Körper vor Krankheiten zu schützen. Dabei isst man nur während eines 8-stündigen Zeitfensters am Tag. Die restlichen 16 Stunden wird gefastet und keine Mahlzeit zu sich genommen. Diese Methode ist einfach in den Alltag zu integrieren und deshalb äußerst beliebt. Eine empfehlenswerte Variante ist der Verzicht auf das Frühstück und das Essen innerhalb der Mittags- bis Abendzeit. 

Durch den begrenzten Essenszeitraum reduziert sich die Kalorienaufnahme, was zu Gewichtsverlust führen kann. Intervallfasten kann die Insulinsensitivität erhöhen und den Blutzuckerspiegel stabilisieren. Es ist für die meisten Menschen geeignet, aber man sollte trotzdem auf den eigenen Körper hören und im Zweifelsfall einen Arzt befragen.

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