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GESUNDHEIT & VITALITÄT

Erst kalt, dann warm und Kreislaufprobleme

Im Frühling macht sich niedriger Blutdruck besonders häufig bemerkbar. Was man vorbeugend und im Akutfall dagegen tun kann. Von Mag. Monika Kotasek-Rissel

Plötzlich ist einem schwindelig oder sogar schwarz vor Augen. Manche sehen auch Sternchen. In solchen Situationen wird die Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns beeinträchtigt. Ist der Blutstrom nicht ausreichend, schlägt entweder das Herz zu langsam oder der Blutdruck gilt als zu niedrig. 

Auch ein Blutgefäß oder eine Herzklappe kann verengt sein. Wer öfter das Gefühl hat, dass sein Kreislauf instabil ist, sollte einen Internisten bzw. Kardiologen aufsuchen. Dieser wird dann die Herzklappen, die Pumpfunktion des Herzens und die Halsschlagader kontrollieren. 

Den Herzrhythmus überprüft man anhand eines EKGs. Außerdem ist es ratsam, Puls und Blutdruck zu messen. Meist ist niedriger Blutdruck, auch als Hypotonie bezeichnet, die Ursache. Davon ist jeder vierte Österreicher betroffen, Frauen meist häufiger als Männer. Nur selten gilt er als bedrohlich bzw. krankhaft. 

Frühlingsgefühle einmal anders 
Wenn Sie besonders bei Temperatur- und Jahreszeitenwechsel an niedrigem Blutdruck leiden, steckt Folgendes dahinter: Bei warmem Wetter erweitern sich die Blutgefäße – dadurch sinkt der Blutdruck. Betroffene fühlen sich daher momentan noch öfter schlapp und müde. Flüssigkeitsmangel kann diesen Effekt verstärken. 

Wenn es in Richtung Sommer geht, essen wir aufgrund der hohen Temperaturen außerdem meist weniger und leichter. Auch das kann den Blutdruck „in die Knie zwingen“. Hypotonikern wird geraten, nach bestimmten Richtlinien selbst zu Hause ihren Blutdruck zu messen. 

Denn in der Ordination droht der sogenannte Weißkitteleffekt, das heißt, bereits der Anblick eines Arztmantels erhöht den Blutdruck vieler Menschen beträchtlich. Idealerweise führen Betroffene ein Blutdrucktagebuch und orientieren sich am durchschnittlichen Blutdruck einer Woche. Das Therapieziel liegt im Normalfall bei 130/80mmHg. 

Zu Hause richtig Blutdruck messen 
Ermitteln Sie eine Woche lang zweimal täglich die Werte – und zwar am besten in der Früh vor dem Frühstück und nach der Blasenentleerung sowie abends während einer Ruhephase. Der ideale Ablauf wäre folgendermaßen: 
1) Hinsetzen, fünf Minuten warten 
2) Messen 
3) Eine Minute warten 
4) Messen 
5) Beide Werte aufschreiben 
6) Am Ende der Woche aus den 28 Werten einen Durchschnittswert errechnen. 
Weicht der Durchschnittswert stark vom Therapieziel ab, einen Facharzt zu Rate ziehen. 

Hypotonie mit Sport vorbeugen 
Besser als im Akutfall handeln zu müssen oder sich vor einem Zusammenbruch zu fürchten, ist Prävention. Das Zauberwort heißt Ausdauersport – und zwar auf moderate Art und Weise. Denn Aktivität bringt den Kreislauf in Schwung und mindert Symptome wie Schwindel und Müdigkeit. Der Körper wird zudem trainiert, auch niedrigen Blutdruck auszuhalten. 

Zwischen zwei und drei Stunden pro Woche dürfen es schon sein. Legen Sie aber bitte keinen Marathonlauf hin, sondern gehen Sie es gemütlich an und steigern Sie allmählich Ihre Leistung. Wer sich an einem Wert orientieren möchte, trainiert am besten mit etwa 80% seines sogenannten Maximalpulses (= 220 minus Alter). 

Man rechnet dafür 220 minus dem eigenen Alter und multipliziert das Ergebnis mit 0,8. Eine 45-jährige Person sollte demnach mit einem Puls von rund 130–140 sporteln. Für weniger Geübte reicht bereits rasches Gehen. Fittere spielen etwa Tennis oder Fußball. Auch Laufen oder Schwimmen eignet sich. Wichtig ist jedoch Spaß an der Sache – nur dann hält man langfristig durch. 

Dehydrierung verhindern 
Außerdem ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Denn Dehydrierung bzw. Verlust an Flüssigkeit verringert die Menge an zirkulierendem Blut, wodurch der Druck in den Gefäßen abnimmt. Vorübergehend können auch koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder schwarzer Tee den Blutdruck erhöhen. Alkoholkonsum einschränken. Dieser erweitert die Gefäße und lässt so zumindest kurzfristig den Blutdruck sinken. 

Langfristig erhöht er hingegen die Werte. Betroffene sollten außerdem nie zu schnell vom Bett oder einem Sessel aufstehen, da dies mitunter zu einem Blutdruckabfall führt. Heiße Bäder oder Saunabesuche meiden. Sehr sinnvoll bei niedrigem Blutdruck sind hingegen Wechselduschen: Der schnelle Wechsel zwischen warmem und kaltem Wasser bewirkt, dass sich die Blutgefäße abwechselnd weiten und wieder zusammenziehen. 

Das trainiert die Gefäßwände und bringt den Kreislauf in Schwung. Kompressionsstrümpfe (Stützstrümpfe) können wiederum die Blutzirkulation in den Beinen anregen. Nur in seltenen Fällen (etwa bei starken Symptomen wie Ohnmachtsanfällen) oder wenn zusätzliche Gesundheitsprobleme vorliegen, wird ein Arzt Medikamente verschreiben. 

Andere Gründe für Schwindel und Co. 
Abgesehen von Herz-Kreislauf-Problemen können auch noch andere Gründe für Gefühle nahe der Ohnmacht verantwortlich zeichnen: Schwindel deutet mitunter auch auf Probleme mit dem Innenohr hin. Genauso stecken manchmal neurologische oder orthopädische Ursachen (oft ist die Halswirbelsäule die „Schuldige“) dahinter. 

Auch falsch eingestellte Medikamente gegen zu hohen Blutdruck können für Gefühle wie Schwindel oder ein „Mir wird schwarz vor Augen“ sorgen. Welcher Facharzt zuständig wäre, erkennt man als Patient daran, wann und wie die Kreislaufschwierigkeiten auftreten: Wird einem zum Beispiel nach langem Stehen schwarz vor Augen, deutet das auf Herz-Kreislauf-Probleme hin – dann wäre ein Internist der richtige Ansprechpartner. Schwindel nach Drehen des Kopfes gehört in die Hand eines Orthopäden oder HNO-Arztes.

Was bedeutet niedriger Blutdruck?
Wenn die Werte unter 100/110 zu 60mmHg liegen, spricht man von niedrigem Blutdruck. Mitunter treten Beschwerden wie Schwindel, Herzrasen, Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen oder Müdigkeit auf.

Was ist ein Kreislaufkollaps?
Ein Kreislaufkollaps (Synkope) ist ein kurzzeitiger, meist harmloser Bewusstseinsverlust, der aufgrund einer plötzlichen Minderdurchblutung des Gehirns auftritt. Die Ursache kann z.B. ein vorübergehender Blutdruckabfall sein. Kurz vor einer Synkope können Symptome wie Schwindel, Übelkeit, Schwitzen, Blässe, Sehstörungen, Ohrensausen oder ein Gefühl von Schwäche auftreten. 

Die Ohnmacht dauert dann meist wenige Sekunden bis Minuten an. Wer umzufallen droht, hat meist keine Zeit mehr, sich selbst zu helfen. Umso wichtiger ist es, dass umstehende Personen richtig reagieren: Den Betroffenen ansprechen, eventuell an der Schulter rütteln. 

Hilft das nicht, den Ohnmächtigen auf den Rücken legen und seine Beine hochlagern. In vielen Fällen kommt er dann rasch von selbst wieder zu sich, da die Blutzufuhr zum Gehirn im Liegen besser ist. Dauert der Kreislaufkollaps länger als ein paar Minuten an, sollte man die Person in Seitenlage bringen und die Rettung rufen.

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